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Brandenburg China-Hochburg Cecilienhof
Brandenburg China-Hochburg Cecilienhof
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21:00 26.05.2013
Keqiang an historischer Stätte: im Saal in der Gedenkstätte neben dem runden Tisch, an dem das Potsdamer Abkommen unterzeichnet worden war. Quelle: dpa
POTSDAM

Aber Abendtermine entfielen. Im Hotel wartete der Fernseher mit der Champions League auf Li, in dessen Milliardenreich Namen wie „Shiweiyinshitaige“ (Schweinsteiger) und „Beikenbaoer“ (Beckenbauer) Kult sind.

Gestern war der Rasen von Wembley Geschichte. Erster Termin in Lis vollem Terminkalender: das Potsdamer Schloss Cecilienhof. Eine Idylle in englischem Stil, aber doch nicht ganz in einer Liga spielend mit Sanssouci. Warum also ausgerechnet dieses Schloss? Ziel der Visite war die Gedenkstätte. In der „Potsdamer Erklärung“ vom 26. Juli 1945 wurden in Cecilienhof die amerikanisch-britisch-chinesischen Bedingungen für die Kapitulation Japans festgelegt.

Begrüßt wurde Li von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Schlösserstiftung. Platzeck hatte den Kummer des Vorabends („Ich bin Dortmund-Fan!“) fast verarbeitet. Und Li zeigte, als er der Limousine entstieg, aus welchem Holz Maos Enkel geschnitzt sind. Charmantes Lächeln hinter der Goldrandbrille mit den leicht umschatteten Augen (zuviel Fußball-Gucken?), Begrüßungs-Talk. Futter für die Medien-Heerscharen, wobei Chinas Reporter sich als Weltmeister im SMS-Tippen entpuppten.

Dann ging es zum Saal der Potsdamer Konferenz. Li bekräftigte den Anspruch auf die von Japan verwalteten Senkaku-Inseln (chinesisch: Diaoyutai-Inseln), um die es militärische Spannungen gab. Er erinnerte an die Kairoer Erklärung von 1943, in der die USA, China und Großbritannien verabredet hatten, dass Japan nach einer Kapitulation alle China geraubten Gebiete zurückgeben müsse. Weil die Kairoer Erklärung bei der Potsdamer Konferenz 1945 bestätigt wurde, sind vor Li schon andere Ministerpräsidenten nach Cecilienhof gepilgert und haben dort die Ansprüche auf die unbewohnte Inselgruppe bekräftigt. Unter den Inseln werden Bodenschätze und Erdöl vermutet. Japan müsse die Territorien zurückgeben, forderte Li, der es schaffte, in seiner Rede gefühlte 50 Mal das Wort „Weltfriede“ unterzubringen. Dabei geht dem Dynamiker jede Steifheit ab. Bei den Journalisten bedankte er sich sogar, dass sie sich herbemüht hätten: „Trotz Regens.“ Zwei Tibet-Sympathisanten wollten sich auch hinbemühen. Ihnen wurde von der Polizei ihr Transparent abgenommen.

Chinas neuer starker Mann nahm sich Zeit für alte Freundschaften. 1990 war der Jung-Kader Li schon mal in Deutschland; gestern traf er einen Bekannten wieder: Rainer Dold (Gesellschaft Deutsch-Chinesische Freundschaft), der sich an Lis erstaunliches Wissen erinnerte: „Er konnte Hegel besser zitieren als wir.“

Mit Platzeck deckte der Premier einen Themen-Marathon ab: das Wirken des Hasso-Plattner-Instituts in Peking; das Filmorchester Babelsberg (hat den Film „Kleiner starker Panda“ mit 50 Millionen Zuschauern vertont!); Solarindustrie. Und – klar – Fußball. Für wen der Premier beim Finale Daumen drückte? Diplomatische Antwort: „Gewinner war Deutschland.“ Platzeck, den Li für 2014 nach China eingeladen hat, ahnte mehr: „Er war, glaube ich, nicht unglücklich über das Ergebnis. Aber das war die einzige Differenz zwischen uns.“ (Von Ildiko Röd)

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