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Chinesen haben märkische Äcker im Visier

Großinvestor aus Shanghai ist heiß auf deutsche Lebensmittel und steigt beim Brandenburger Platzhirsch KTG-Agrar ein Chinesen haben märkische Äcker im Visier

Reis statt Mais wird in Brandenburg zwar auf absehbare Zeit nicht wachsen. Aber die Chinesen haben ein Auge auf das märkische Ackerland geworfen. Ein Großinvestor aus Shanghai steigt beim größten Agrarinvestor Brandenburgs ein. Kleinbauern sind alarmiert. Sie fürchten, dass die Chinesen die Bodenpreise noch mehr in die Höhe treiben.

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Brandenburger Böden sind für chinesische Investoren hochinteressant.

Quelle: dpa

Potsdam. Chinesische Investoren haben ein Auge auf märkisches Ackerland geworfen und wollen die chinesische Mittelschicht mit deutschen Lebensmitteln versorgen. Die international agierende Beteiligungsgesellschaft Fosun, die unter anderem im Versicherungsgeschäft tätig ist, steigt bei dem größten märkischen Agrarinvestor KTG Agrar ein. Die Chinesen wollen gut neun Prozent Anteile an KTG erwerben, der in Ostdeutschland 37 000 Hektar und fast die Hälfte davon in Brandenburg bewirtschaftet.

Der Brandenburger Bauernbund, der sich als Vertreter von Familienbetrieben versteht, sprach von einem „Alarmsignal“. Bauernbund-Präsident Karsten Jennerjahn sagte, sei ein Fehler gewesen, die von der EU vorgeschlagene Obergrenze für Betriebsprämien abzulehnen. „Jetzt kaufen chinesische Versicherer uns brandenburgischen Bauern mit unseren Steuergeldern die Flächen weg.“ Der Bauernbund macht Investoren wie KTG für die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Bodenpreise verantwortlich.

Es sei nicht auszuschließen, dass die KTG mit dem frischen Geld des Investors aus Shanghai die „Einkaufstour“ fortsetzt. Der Bauernbund bekräftigte deswegen seine Forderung, beim Flächenverkauf ein Vorkaufsrecht für ortsansässige Landwirte einzuführen.

„Wir haben mit Fosun einen verlässlichen und renommierten Partner gewinnen können“ erklärte der KTG-Chef Siegfried Hofreiter und trat dem Vorwurf entgegen, bei den Chinesen handele es sich um „Heuschrecken", die es auf kurzfristige Spekulationsgewinne abgesehen hätten. „Fosun hat sich auf nachhaltige Investments spezialisiert“, erklärte er. Der Investor werde KTG dabei unterstützen, den chinesischen Markt mit hochwertigen Lebensmitteln zu erschließen.

Von Torsten Gellner

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