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Brandenburg Christian Lindner live: MAZ-Leser treffen FDP-Chef
Brandenburg Christian Lindner live: MAZ-Leser treffen FDP-Chef
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17:26 01.09.2017
MAZ-Leser Christian Wolf aus Michendorf bei der Bundesleserkonferenz des RedaktionsNetzwerks Deutschland, dem die MAZ angehört Quelle: Diana Bade
Berlin

Es wird eifrig debattiert in der spontanen Redaktionskonferenz rund um die MAZ-Leser Margitta Maurer aus Werder, Dieter Lorenz aus Henningsdorf und Christian Wolf aus Michendorf. Bevor sich FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner in wenigen Minuten den Fragen von Lesern aus ganz Deutschland stellen wird, hat sich im Haus der Bundespressekonferenz eine kleine Gruppe Brandenburger zusammengefunden, um eine erste Wahlanalyse vorzunehmen: Warum ist der Wahlkampf so langweilig? Wie sind Lindners Positionen zur Digitalisierung? Wie steht er dazu, dass Rentner bei der Auszahlung von Direktversicherungen plötzlich doppelt zur Kasse gebeten werden? Und wie kommt er eigentlich rüber, dieser FDP-Frontmann?

MAZ-Leserin Margitta Mauer aus Werder bei der Bundesleserkonferenz im Haus der Bundespressekonferenz Quelle: Diana Bade

120 Leser aus ganz Deutschland, darunter 20 eingeladene MAZ-Leser, übernehmen an diesem verregneten Donnerstagnachmittag den Journalistenjob: Sie testen den FDP-Chef wenige Wochen vor der Bundestagswahl auf seine Regierungstauglichkeit und sind dabei mehr als kritisch. Denn auch das gehört zum Konzept der Bundesleserkonferenz des Redaktionsnetzwerks Deutschlands (RND), zu dem auch die Märkische Allgemeine gehört: Leser konfrontieren die Spitzenkandidaten der großen Parteien mit ihren kritischen Fragen. Dass man dabei einem Politiker wie Christian Lindner, den viele nur aus dem Fernsehen kennen, sehr nahe kommen kann, weiß nun auch MAZ-Leser Dieter Lorenz aus eigener Erfahrung.

: „Wie viel Show verträgt die Politik?“ Der 38-Jährige antwortet: „In meinem Fall weniger als fünf Prozent.“ Noch am Vortag der Bundesleserkonferenz war Lindner beim TV-Wahltalk der kleinen Parteien von SAT.1-Moderator Claus Strunz als „Posterboy der Liberalen“ bezeichnet worden.

Die Wahlplakate mit Lindner im Mittelpunkt sorgen auch für Gesprächsstoff unter den MAZ-Lesern. „Ich finde daran nichts anstößig, zu einem jungen, dynamischen Mann passt eine moderne Kampagne“, sagt Rentnerin Brigitte Lorenz, die wie ihr Mann in ihrer Wahlentscheidung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht festgelegt ist. „Der ganze Wahlkampf ist auf seine Person extrem zugespitzt“, analysiert Dieter Lorenz. Doch das zeige auch, dass sich die FDP verändert hat. „Die FDP war ein Altherren-Verein mit Politikern wie Brüderle an der Spitze“, so der MAZ-Leser. „Mit Lindner hat man die Hoffnung, dass sich die FDP verjüngt.“

Margitta Maurer zückt ihr Handy und macht ein erstes Erinnerungsfoto. Vor der blauen Wand, die sie sonst nur aus der Tagesschau kennt, redet Lindner jetzt über den Dieselgipfel. „Wir wissen nicht, ob die Elektromobilität überhaupt überzeugender ist“, sagt er. Zwischenapplaus. Auch Margitta Maurer klatscht. „Interessant, was er zur Energiewende sagt“, kommentiert sie.

Jetzt geht es um ein anderes Thema, Lindner bekräftigt seine umstrittene Aussage zu der von Russland besetzten Krim. Ein Punkt, an dem MAZ-Leser Dieter Lorenz mit Lindner nicht übereinstimmt, was der FDP-Parteichef genau registriert hat, wie sich später herausstellt: Beim Fototermin mit allen 120 Lesern steht Lindner neben Lorenz und sagt: „Ich habe Ihnen an Ihrem Gesicht angesehen, dass Sie mit meinen Ausführungen zu Russland nicht ganz zufrieden waren.“ Mit dieser direkten Ansprache wiederum kann er beim MAZ-Leser punkten. „Er hat meine Gedanken erraten.“

Überhaupt kommt Lindner bei der „Blattkritik“ nach der Debatte in der Bundesleserkonferenz gut weg: „Besonders seine Ausführungen zur Flüchtlingsfrage und zur Energiewende waren sehr lösungsorientiert“, sagt Dieter Lorenz. Lindner habe einen „jungen und dynamischen“ Eindruck hinterlassen und glaubhaft vertreten, dass er sich in Zukunft den Themen Bildung und Digitales annehmen werde. „Merkel sagt das auch, aber ihr nehme ich das nicht ab.“ Für den Brandenburger Christian Wolf ist das Fazit ebenfalls positiv: Die Stimmung war gut, Lindner komme live so rüber wie im Fernsehen. Aber man habe gemerkt: „Er ist ein absoluter Profi.“ Wo die MAZ-Leserin Margitta Maurer am 24. September ihr Kreuzchen auf dem Wahlzettel machen wird, darf ihr Geheimnis bleiben. Nur so viel: „Vor der Bundesleserkonferenz stand es noch 50:50, jetzt hat sich meine Meinung möglicherweise gefestigt.“

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Von Diana Bade

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