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„Es herrscht kein Bürgerkrieg in Cottbus“

Oberbürgermeister zu Unruhen in Cottbus „Es herrscht kein Bürgerkrieg in Cottbus“

Die Stimmung in Brandenburgs zweitgrößter Stadt ist aufgeheizt. Nach seinem Hilferuf zur Situation mit Flüchtlingen in Cottbus, wünscht sich Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) nun eine Atempause für die Stadt – er befürchtet, dass sich eine neue Pegida-Bewegung formiert.

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Der Oberbürgermeister der Stadt Cottbus, Holger Kelch (CDU).

Quelle: dpa

Potsdam. Nach Einschätzung des Oberbürgermeisters von Cottbus, Holger Kelch (CDU), hat die erhöhte Polizeipräsenz in Cottbus zu einem höheren Sicherheitsgefühl der Bürger geführt. „Aber es herrscht in Cottbus auch kein Bürgerkrieg. Ich kann nur einladen, sich in unserer Stadt selbst ein Bild zu machen“, sagte er im Gespräch mit der MAZ. Angesichts der medialen Aufmerksamkeit, die seine Stadt in den letzten Wochen bundesweit erfahren hat, wünscht er sich, dass nun Ruhe einkehrt. „Wichtig ist, dass unsere Stadt jetzt eine Atempause erhält, wieder zu sich findet.“

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Hunderte Menschen, darunter viele Flüchtlinge, sind am Samstag in Cottbus auf die Straße gegangen, um für Weltoffenheit und ein Leben ohne Hass und Gewalt zu demonstrieren.

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Mehrheit der Bürger sei verunsichert

Jedoch befürchtet der Oberbürgermeister, dass sich in seiner Stadt eine neue Pegida-Bewegung etabliert. „Wenn wir die Probleme nicht selbst offen ansprechen und Lösungen finden, dann ist das nicht auszuschließen. Untätigkeit und das Beschönigen der Situation verstärken das Gefühl der Verunsicherung und sind der Nährboden für Extremismus und Protest“, sagte. Die Mehrheit der Cottbuser sei „schlicht verunsichert, ob und wie Integration funktionieren soll und kann, und ob der Staat und die Stadt das alles im Griff haben“.

„Befürchtungen sind wahr geworden“

Er verteidigte seinen Hilferuf im Zusammenhang mit der Integration von Flüchtlingen und wies den Vorwurf der Übertreibung zurück. „Unsere Befürchtungen vom vergangenen Jahr, dass der überproportionale Zuzug von Flüchtlingen die gängigen Systeme überfordern wird, ist leider wahr geworden“, sagte er. „80 Prozent der Kinder bis sechs Jahren aus Flüchtlingsfamilien haben keinen Kitaplatz, weil wir so schnell keine Einrichtungen bauen können. Diese und andere Entwicklungen waren abzusehen und sind von der Landesregierung zu lange ignoriert worden.“

Das gesamte Interview mit Holger Kelch lesen Sie am Mittwoch in der MAZ – Print und Digital.

Von Torsten Gellner

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