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Creatives Zentrum geht an die Schule

Falkensee Creatives Zentrum geht an die Schule

Das Haus am Anger hat in diesem Schuljahr eine Kooperation mit der Scholl-Grundschule gestartet. Im Projekt „Klasse: Kunst“ nimmt Ingo Wellmann regelmäßig am Kunstunterricht einer 5. Klasse teil, den er gemeinsam mit dem Lehrer gestaltet. Außerdem beginnen in den kommenden Wochen bereits die Vorbereitungen für den Israel-Austausch im Sommer 2018.

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Das „Haus am Anger“ ist seit der Wende wichtige Anlaufstelle für Kunstinteressierte aller Altersgruppen. Hier Jugendliche aus Haifa und Falkensee.

Quelle: Privat

Falkensee. In Sachen Kunst ist das Haus am Anger eine Institution in Falkensee. Seit der wilden Wendezeit können Kita-Kinder, Schüler, Jugendliche, Erwachsene und Senioren ihre Kreativität in dem ehemaligen Pionierhaus in der Falkenhagener Straße austoben. Mit dem Ende der Sommerferien kommt der Leiter des Kreativen Zentrums, Ingo Wellmann, jetzt auch direkt in die Schule.

„Es gibt eine Kooperation mit der Geschwister-Scholl-Schule, über die ich mich sehr freue“, sagt Wellmann. Der Diplombildhauer, der an der Kunsthochschule Weißensee studiert hat, ist regelmäßig am Kunstunterricht einer 5. Klasse dabei. „Der Kunstlehrer und ich gestalten die Doppelstunde Kunst gemeinsam“, so Wellmann. Einmal im Monat werden die Fünftklässler auch für einen Nachmittag ins Haus am Anger kommen. Durch das Kooperationskonzept werden sich die Schüler in diesem Jahr also deutlich intensiver mit Kunst auseinadersetzen müssen/dürfen als normal. Vor allem soll der Unterricht aber auch qualitativ aufgewertet werden. „Allein schon, weil wir zu zweit unterrichten, ist die Betreuung viel intensiver“, sagt Wellmann.

Außerdem können sich Lehrer und Künstler ein paar pädagogische Tricks und Kniffe voneinander abgucken. Noch ist der aufgewertete Kunstunterricht, der unter dem Titel „Klasse: Kunst“ firmiert, eine ziemlich exklusive Angelegenheit: In ganz Brandenburg kommen nur sieben Klassen in diesen besonderen Kunstgenuss. 2018 werden an den aus Landesmitteln finanzierten Kooperationen dann schon 14 Klassen beteiligt sein. Bis es so groß wird wie das Schwesterprojekt „Klasse: Musik“ wird es wohl noch eine Weile dauern. Die besonderen Musikklassen gibt es schon seit 2009. In diesem Jahr beteiligen sich 164 Klassen.

Seinen Antrittsbesuch an der Scholl-Schule hat Ingo Wellmann bereits absolviert – und dabei gleich eine wichtige Regel für den Kunstunterricht festgelegt: Niemand darf für das, was er malt, zeichnet oder modelliert, ausgelacht werden – so lässt sich die Angst vor dem ersten Strich für alle am besten überwinden.

Das Eintreten für Toleranz ist so etwas wie der Markenkern des „Hauses am Anger“, der auch in anderen Bereichen kultiviert wird. Eine wichtige Rolle dabei spielt zum Beispiel der jährliche Jugendaustausch zwischen Falkensee und Haifa. 2016 waren zwölf Jugendliche aus Falkensee in Haifa. Am Ende der Sommerferien kamen jetzt die Israelis zum Gegenbesuch. Unter anderem standen auf dem Programm: eine Fahrt nach Berlin (mit Besuch der Holocaust-Gedenkstätte, des Brandenburger Tors und der Mauergedenkstätte), nach Potsdam, zum ehemaligen KZ Sachsenhausen und in die Neue Synagoge in Dresden. Dazwischen verbrachten die jungen Israelis viel Zeit in ihren deutschen Gastfamilien. „Dieser direkte, persönliche Austausch ist durch nichts zu ersetzen“, sagt Wellmann. Er hat den Teilnehmern die Aufgabe mitgegeben, die jeweils andere Seite nach der Herkunft ihrer Familien zu fragen. Ziemlich schnell kam man so auch auf vermeintlich heikle Themen zu sprechen: Die Deutschen und ihre Verantwortung für den Holocaust, aber auch die schwierige Geschichte des Staates Israels bis hin zum Umgang mit den Palästinensern. „Auch das geht bei so einem intensiven Austausch ganz einfach und unkompliziert“, sagt Wellmann.

Wie sehr der deutsch-israelische Austausch auch in andere Richtungen wirken kann, zeigt eine kleine Anekdote aus Haifa: Als sich vor ein paar Jahren Widerstand gegen ein geplantes israelisch-palästinensisches Projekt regte, verwies die Gemeinde auf die Erfahrungen mit Deutschland: Wenn ein Austausch ausgerechnet mit Deutschland funktioniere, dann müsse ja wohl auch eine Annäherung zwischen Juden und Palästinensern möglich sein.

Von Ralf Stork

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