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Wolfsburg holt den DFB-Pokal

Klopp verabschiedet sich beim BVB ohne Titel Wolfsburg holt den DFB-Pokal

Wolfburg hat seinen ersten Titel beim DFB-Pokalfinale geholt! Die Freude bei den Fans ist riesig. Sie waren in der Hauptstadt nur in der Unterzahl vertreten. Jürgen Klopps Traum ist indes geplatzt. Er verlässt die Mannschaft ohne glanzvollen Abschied - und die Fans weinen schwarz-gelbe Tränen. Wir haben ein paar Eindrücke von diesem Fußballsamstag.

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So sehen Sieger aus! Wolfsburg hat den DFB-Pokal geholt.

Quelle: dpa

Berlin. Es war ein Triumph der Wolfsburger bei diesem 37. Pokalfinale des DFB. Zum ersten Mal hat der VfL den Titel in der Geschichte ihres Vereins geholt. Es war ein souveräner Sieg. Das Team um Kevin De Bruyne gewann mit 3:1. Der Traum von Jürgen Klopp, den Borussia Dortmund mit dem DFB-Pokal zu verabschieden ist geplatzt. Er verlässt den Verein nach sieben Jahren.

Das war die Aufstellung:

Dortmund

Wolfsburg

«Ich bin einfach stolz auf meine Mannschaft», sagte Hecking, nachdem Kapitän Diego Benaglio um 22.15 Uhr den goldenen Pokal von Bundespräsident Joachim Gauck bekommen hatte. «Das ist die Arbeit von Dieter Hecking», lobte Manager Klaus Allofs.

Nach einem frühen 0:1-Rückstand durch Pierre-Emerick Aubameyang in der fünften Minute wendeten Luiz Gustavo (22.), Kevin De Bruyne (33.) Und Bas Dost (38.) binnen 16 Minuten das Blatt. «Ich gönne es Dieter Hecking», sagte Klopp, auch der VfL-Mannschaft: «Für uns war die Niederlage heute unnötig.» Es sei im Leben die größte Herausforderung, mit Niederlagen umzugehen. Seine Stimmung sei unterdurchschnittlich. Klopp muss den BVB nun ohne die erhoffte Sieger-Party auf dem Borsigplatz in Dortmund verlassen. Ein richtiger Verlierer ist er trotzdem nicht.

Für die Wolfsburger ist es dagegen der größte Erfolg seit dem Meisterschaftstriumph 2009, für Hecking der erste Titel in seiner Trainer-Laufbahn.

Dabei sah es vor 75 815 Zuschauern zunächst deutlich besser aus für den dreimaligen Pokalsieger aus Westfalen: Nach einem etwas nervösen Start flankte Shinji Kagawa von der rechten Seite in den Strafraum, Aubameyang traf volley zum 1:0. Angefeuert von der deutlichen Mehrheit unter den Fans kontrollierte der BVB das Geschehen. Die Wolfsburger wirkten fast gehemmt, spielten zu verhalten. Nur mit Glück gerieten sie nach 18 Minuten nicht mit weiter in Rückstand: Marco Reus zielte nach erneuter Kagawa-Vorlage aber weit übers Tor.

Nach einem Ausgleich der Wolfsburger sah es eigentlich nicht aus. Dann aber holte Naldo aus und wuchtete einen Freistoß aus rund 25 Metern aufs BVB-Tor. Mitch Langerak, der sich in der siebten Minute noch bei einem Flachschuss von Ivan Perisic hatte auszeichnen können, ließ den Aufsetzer nach vorn abprallen - vor die Füße von Gustavo. Der zog direkt ab und glich mit seinem vierten Tor im DFB-Pokal aus.

Auch beim zweiten Treffer der «Wölfe» sah Langerak, der von Klopp den Vorzug vor Routinier Roman Weidenfeller bekommen hatte, nicht gut aus. Aus rund 25 Metern hämmerte der überragende De Bruyne mit einem Dropkick den Ball aufs Tor - und traf. Damit nicht genug, auch weil die Dortmunder den VfL gewähren ließ: Auf der rechten Angriffsseite setzte sich Perisic problemlos gegen Marcel Schmelzer durch, in der Mitte verrechnete sich Neven Subotic. Dost nutzte das zum 3:1.

Dem BVB fehlte es an Effektivität

Es war vor allem die individuelle Klasse eines De Bruyne, die gegen eine oft unaufgeräumte Borussen-Defensive immer wieder für Gefahr sorgte. Daran änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts. Sein Pendant auf Dortmunder Seite enttäuschte dagegen weiter. Einen Tag vor seinem 26. Geburtstag konnte Nationalspieler Reus keine Akzente setzen, Klopp nahm ihn in der 79. Minute vom Platz.

Kagawa war da deutlich aktiver, verpasste aber den Anschlusstreffer (50.) um Zentimeter. Einen Schuss von Henrich Mchitarjan (71.) parierte VfL-Keeper Diego Benaglio ohne Probleme. Mit jedem der nun zunehmenden Angriffsversuche der Borussen eröffneten sich Räume für die Wolfsburger zum Kontern. So wie in der 65. Minute, als Erik Durm mit letzter Mühe für den schon geschlagenen Langerak einen Schuss von Daniel Caligiuri vor der Linie klärte. Der BVB versuchte es danach weiter, doch vor allem eines fehlte den Klopp-Schützen an diesem Abend: Die Effektivität des neuen DFB-Pokalgewinners.

Das gab es hinter den Kulissen des Stadions

Tausende Fans der Fußballvereine Borussia Dortmund und Vfl Wolfsburg hatten Berlin an diesem Fußballsamstag fest im Griff. Wegen des Andrangs vor dem Pokalfinale hatte die Polizei am Nachmittag Teile des Kurfürstendamms und der Tauentzienstraße für Autos gesperrt. Dortmund-Anhänger in Schwarz-Gelb strömten in Massen zum Fest ihres Fanlagers am Breitscheidplatz nahe der Gedächtniskirche. Rund 7000 Schwarz-Gelbe hatten sich dort laut Polizei versammelt.

Drei Fußballanhänger wurden festgenommen, wegen des Abbrennens von Pyrotechnik sowie wegen Körperverletzung. Zudem sei ein vorbeifahrender Bus der Basketballmannschaft von Bayern München bespuckt worden. Ansonsten war die Stimmung ruhig und friedlich. Das bestätigte ein Polizeisprecher.

Wolfsburger Fanfest fällt deutlich kleiner aus

Die Wolfsburger Fans trafen sich am Washingtonplatz am Hauptbahnhof. Dort feierten nach Polizeiangaben rund 3000 Grün-Weiße ihre Mannschaft. Sie nennen sich die "Wölfe". Zahlenmäßig waren sie in der Unterzahl. Es wirkte fast gemütlich auf dem Platz - mit Rahmenprogramm und Bühnen. Offiziell sahen die "Wölfe" vor dem Rathaus in Wolfsburg. Wolfsburg stand zum zweiten Mal im Finale der DFB-Pokalspiele. Das letzte Mal 1995. Dort mussten eine Niederlage gegen Mönchengladbach einstecken.

Die Drillinge Dennis (l.), Michel (m.) und Phillip sind Fans vom VFL Wolfsburg. Sie warten mit Spannung auf das Finale.

Quelle: dpa

Auf dem Tempelhofer Feld gab es ein Public Viewing für die BVB-Fans. Die 30 000 Tickets dafür waren bereits im Vorfeld ausverkauft.

Der BVB stand bereits zum siebten Mal im Finale des DFB-Pokals, drei Siege haben sie geholt. Zuletzt 2012 unter Star-Trainer Jürgen Klopp. Der geht nun ohne Titel und mit ihm der langjährige Kapitän Sebastian Kehl.

Die ersten Fans waren schon am Freitag gekommen. Am Samstag brachten Sonderzüge weitere Fußballbegeisterte aus dem Ruhrgebiet sowie aus Niedersachsen in die Hauptstadt. Insgesamt wurden rund 100 000 Besucher zum Pokalfinale erwartet. Allein zum Fanfest rund um die Gedächtniskirche sollten 75 000 Dortmund-Anhänger kommen. Der Veranstalter hatte das Fest zwar wegen erhöhter Sicherheitsauflagen am Donnerstag abgesagt. Doch darauf pfiffen die Fans.

Einige Fans machten bereits seit 14 Uhr auf dem Olympischen Platz vor dem Stadion Stimmung. In unmittelbare Nähe des Spielfeldes schafften es die meisten aber nicht. Die Karten waren längst ausverkauft.

Info für Twitternutzer

Natürlich kann zum Pokalfinale rund um die Uhr getwittert werden.

  •     Die Wölfe nutzen #derwegderwoelfe
  •     Die Borussen twittern unter #ballspielfinale

Von MAZonline/dpa

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