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Brandenburg DHL-Erpressung: Logistik-Riese unter Druck
Brandenburg DHL-Erpressung: Logistik-Riese unter Druck
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00:20 07.12.2017
Unbekannte erpressen die DHL im Weihnachtsgeschäft Quelle: dpa
Potsdam

Mitten im Weihnachtsgeschäft wird der Paketdienst DHL, eine 100prozentige Tochter der Deutschen Post, von einem unbekannten, mutmaßlichen Paketbomber erpresst. Das Unternehmen will sich derzeit nicht zu dem Vorfall äußern. „Wir bitten um Verständnis, dass wir aufgrund der laufenden Ermittlungen dazu keine Auskünfte geben. Wir unterstützen die Ermittlungsbehörden und stellen diesen alle notwendigen Informationen für eine schnelle Aufklärung zur Verfügung“, teilte die für Brandenburg zuständige DHL-Sprecherin Tina Birke mit.

Auch regionalisierte Zahlen über eingesetzte Paketboten und die Zahl der täglichen Sendungen gibt das Unternehmen nicht heraus. Pakete bei der DHL seien genauso sicher wie bei jedem anderen großen Paketdienstleister, heißt es. Vorsorglich wurden die DHL-Mitarbeiter vom Unternehmen um besondere Achtsamkeit gebeten. Auch die Beschäftigten in den Filialen seien gewarnt worden, wie man mit der Situation umgehen müsse, heißt es aus dem Unternehmen.

„Wir transportieren als Massendienstleister im Jahresdurchschnitt täglich mehr als vier Millionen Paketsendungen, in der Vorweihnachtszeit an einzelnen Tagen bereits jetzt schon mehr als sieben Millionen Pakete“, so Tina Birke. „Daraus allein ergibt sich bereits, dass die Kontrolle des Inhalts jeder einzelnen Sendung nicht ohne weiteres möglich ist.“

Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit

Das bestätigt auch DHL-Konkurrent Hermes, der kommende Woche sein neues Logistikcenter in Etzin (Havelland) eröffnet. „Eine hundertprozentige Sicherheit ist bei solchen Paketmengen nicht möglich“, sagt Hermes-Sprecher Ingo Bertram. Derzeit liefert das Unternehmen mehr als zwei Millionen Sendungen am Tag aus. Hermes erwartet in diesem Jahr das mengenstärkste Geschäft der Unternehmensgeschichte. Dass verunsicherte Kunden von der DHL zu Hermes gewechselt sind, will man bei Hermes nicht ausschließen. Allerdings sei die Entwicklung noch zu frisch.

Klar ist: Paketbomben oder Briefe mit gefährlichen Inhalten sind für die Branche nichts Neues. „Sie können davon ausgehen, dass es eine gewisse Sensibilität für dieses Thema gibt“, so Hermes-Sprecher Bertram. Wenn sich ein Verdachtsmoment bei der Paketsortierung oder Auslieferung ergebe, würden bestimmte, klar definierte Sicherheitsmaßnahmen greifen. Ein für die Unternehmen durchaus heikler Prozess. Denn durch das Briefgeheimnis dürfen Sendungen nicht einfach geöffnet werden.

Wie sollten die Kunden reagieren?

Die DHL empfiehlt ihren Kunden, „vorerst nur Sendungen von bekannten Absendern anzunehmen oder Sendungen, die man selbst bestellt hat“. Es gebe derzeit keine Hinweise der Polizei, dass von der bloßen Annahme eines Paketes schon eine Gefahr ausgehe, sonder nur, wenn sie geöffnet werden.

„Wir bitten darum, ein verdächtiges Paket auf keinen Fall zu öffnen, sondern sich in Sicherheit zu bringen und die Polizei zu informieren“, heißt es bei der DHL. Anhaltspunkte für ein verdächtiges Paket seien demnach:

• fehlender oder unvollständiger Absender

• auffällige Rechtschreibfehler

• Flecken oder Verfärbungen am Paket

• Drähte oder Auffälligkeiten am Paket

DHL: der größte Logistikkonzern der Welt

Das Unternehmen DHL ist Teil des Konzerns Deutsche Post DHL Group. Die Buchstaben DHL stehen für Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn, die das Unternehmen 1969 in San Francisco gründeten. Seit Ende 2002 ist DHL eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Post.

Die DHL beschäftigt etwa 350 000 Mitarbeiter in mehr als 220 Ländern. DHL Paket hat in Deutschland etwa 13 000 Filialen, rund 10 000 Paketshops, 2750 Packstationen und 1000 Paketboxen. Der Umsatz der gesamten Gruppe betrug 2016 mehr als 57 Milliarden Euro.

Durch den Boom des Versandhandels wächst der Druck auf die Paketbranche; die Unternehmen suchen dringend neue Mitarbeiter. Bis 2025 rechnen Branchenexperten mit einer Verdopplung des Versandvolumens. Branchenprimus DHL will daher bis 2020 bundesweit rund 10.000 neue Arbeitsplätze in der Paketzustellung schaffen. Vor allem in Ballungsräumen wie Berlin-Brandenburg werden die Mitarbeiter benötigt; unter anderem will DHL ehemalige Soldaten für den Paketdienst gewinnen.

Von Torsten Gellner

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