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Brandenburg Betreiber bestätigt: DRK-Krankenhaus in Luckenwalde ist insolvent
Brandenburg Betreiber bestätigt: DRK-Krankenhaus in Luckenwalde ist insolvent
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00:22 15.12.2018
Das Krankenhaus Luckenwalde. Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

Das Luckenwalder DRK-Krankenhaus ist insolvent. Die DRK Krankenhausgesellschaft Thüringen Brandenburg bestätigte am Mittwochnachmittag einen entsprechenden Bericht der MAZ. Zum 12. Dezember sei beim Amtsgericht Mühlhausen (Thüringen) einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt worden, hieß es. Das heißt: Die Geschäfte am Klinikstandort laufen vorerst unter der bisherigen Geschäftsführung weiter, ein Insolvenzverwalter wird nicht eingesetzt.

Patienten müssten sich keine Sorgen machen: Der Patientenbetrieb werde uneingeschränkt aufrechterhalten, hieß es. „Wir werden für alle unsere Patienten ein verlässlicher Versorger und für sämtliche Lieferanten ein zuverlässiger Geschäftspartner bleiben“, sagte Geschäftsführer Olaf Henrich. Eine Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter wollte Henrich jedoch nicht abgeben. „Bisher hat es keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben“ sagte er lediglich. „Und ich setze darauf, auch künftig so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.“

Zweitgrößter Arbeitgeber der Stadt

Das Krankenhaus ist mit seinen rund 500 Angestellten der zweitgrößte Arbeitgeber in der Kreisstadt Luckenwalde. Insgesamt sind bei dem Klinikverbund 1722 Menschen beschäftigt.

Mit der Insolvenz bestätigen sich Gerüchte, die unlängst noch von der Klinikleitung gegenüber der MAZ dementiert worden waren. Die Klinikgesellschaft, zu der noch Krankenhäuser in Sömmerda, Sondershausen und Bad Frankenhausen gehören, steckt in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten. „Die derzeitige Entwicklung, insbesondere die hochdefizitäre Situation des Standortes Bad Frankenhausen, macht es notwendig, die Gesellschaft fit für die Zukunft zu machen“, sagte Geschäftsführer Olaf Henrich. Er betonte, dass das Insolvenzverfahren keine Auswirkungen auf den laufenden Klinikbetrieb habe. „Es ist sichergestellt, dass wir unsere Patienten auch weiterhin vollumfänglich an allen Standorten behandeln werden und wir unseren Versorgungsauftrag erfüllen“, sagte Henrich. Derzeit werde an einem Sanierungskonzept gearbeitet, hieß es.

Klinikchef verließ Luckenwalde schon vor zwei Monaten

Das gelte auch für Bad Frankenhausen, einem Thüringer Haus, dessen Abwicklung zum Ende des Jahres schon zur Debatte stand und die Gerüchteküche auch am Standort Luckenwalde zum Brodeln brachte. Außerdem sorgte der überraschende Fortgang von Klinikchef Enrico Ukrow für Gesprächsstoff.

Anstelle eines Insolvenzverwalters überwacht der als Sachverwalter bestellte Rechtsanwalt Rainer Eckert die Sanierung der Klinikgruppe. Er kennt sich in der Branche aus: Im vergangenen Jahr verwaltete er das Insolvenzverfahren der privaten Paracelsus-Klinkgruppe, die schließlich im August 2018 an eine schweizerische Beteiligungsgesellschaft verkauft wurde.

Übernahme durch neuen Betreiber ist möglich

Eine ähnliche Zukunft wäre auch für Luckenwalde denkbar. Die Gerüchte um die bevorstehende Insolvenz des Krankenhauses haben nach MAZ-Informationen bereits mehrere Interessenten auf den Plan gebracht. „Vor uns steht eine besondere Aufgabe, bei der ich allerdings überzeugt bin, dass die Gesellschaft gestärkt hervorgehen kann“, teilte Sachverwalter Eckert mit.

Das Brandenburger Gesundheitsministerium will am Krankenhausstandort Luckenwalde festhalten. „Klar ist, dass das Krankenhaus Luckenwalde mit seinen medizinischen Versorgungszentren und ambulanten Praxen ein unverzichtbarer Bestandteil der Versorgung in der Region ist“, sagte Gesundheitsstaatssekretär Andreas Büttner. „Wir brauchen es für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung in der Region um Luckenwalde.“

Weder die Ärzte noch das medizinische und pflegerische Personal hätten die schwierige Situation zu verantworten, sie leisteten „hervorragende Arbeit“, betonte Büttner.

Von Torsten Gellner

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