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Brandenburg DVB-T2, Kabel und Satellit: der große Check
Brandenburg DVB-T2, Kabel und Satellit: der große Check
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13:36 20.02.2017
In der Nacht zum 29. März 2017 wird das Signal von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
Potsdam

Was den technischen TV-Empfang angeht, ist Deutschland ziemlich genau so sortiert wie der Deutsche Bundestag – in vier Blöcke, zwei große und zwei kleine: 18 Millionen Haushalte empfangen ihr Programm per Satellit, 16,5 Millionen nutzen das Kabel (davon knapp vier Millionen analog). Weit abgeschlagen dahinter: Internet-TV mit 1,74 Millionen Nutzern und das digitale Antennenfernsehen DVB-T mit 1,92 Millionen „Erstempfang-Nutzern“ und etwa zwei Millionen, die Antennenfernsehen zusätzlich nutzen. Fast vier Millionen Haushalte sind es also, die in diesen Wochen mit der Umstellung auf den neuen Standard DVB-T2 kämpfen. Erst 18 Prozent sollen umgestellt haben.

Vier Millionen Zuschauer also, die derzeit genervt im Staub hinterm Fernseher hocken, in jeder Hand ein Kabel, in jedem Auge ein Fragezeichen. Da wittert die Konkurrenz ihre Chance. Das sind vier Millionen potenzielle Kunden. Kann man denen nicht – quasi als Krisengewinnler – andere Empfangswege schmackhaft machen? Infratest meldet im Auftrag des Streaming-Anbieters Zattoo schon mal, 12,6 Prozent der von der Umstellung betroffenen Zuschauer wollten auf Streaming-TV umsteigen. Auch die Satellitenfirmen wie Astra und Co. haben ihre PR-Leute losgejagt und preisen ihre Stärken. Aber wer steigt da noch durch? Ein Überblick über Vor- und Nachteile der wichtigsten TV-Empfangsarten:

Digitalantenne (DVB-T2)

Die Versprechungen klingen glamourös. Superscharfes „Full HD“ per Antenne ohne Vertrag, kein monatlicher Grundpreis, 40 Programme statt bisher 25, die bisherige DVB-T-Antenne funktioniert weiter, 70 Prozent aller Haushalte sind erreichbar. Auch ältere Fernseher genügen, wenn sie einen HDMI-Anschluss haben. Und der Empfang auf dem Smartphone ist kein Problem.

Da wird’s knifflig. Kostenlos sind bei DVB-T2 nur öffentlich-rechtliche Sender wie ARD, ZDF, ZDFneo, Kika oder Arte. Zudem gibt’s nicht alle Dritten Programme. Und wer Privatsender wie Pro7, RTL, Sat.1, DMAX oder Vox in HD sehen möchte, muss 69 Euro pro Jahr und Endgerät zahlen (5,75 Euro im Monat) – ähnlich wie beim Satellitenempfang. Vermarktet wird das HD-Paket unter dem Namen „Freenet TV“. Kostenloser SD-Empfang der Privaten (wie per Satellit) ist nicht möglich. Das Modul für die HD-Decoderkarte kostet einmalig knapp 80 Euro. Und: Die alte DVB-T-Antenne funktioniert zwar, das Empfangsgerät aber nur, wenn es ein grünes „DVB-T2 HD“-Logo trägt. Eine neue Set-Top-Box gibt’s ab 40 Euro. Sie wird per HDMI-Kabel angeschlossen. Die teureren TV-Boxen mit eingebautem Entschlüsselungssystem tragen das „Freenet TV“-Logo. Auch hier werden aber die 69 Euro pro Jahr fällig. Pay-TV ist gar nicht empfangbar.

Satellit (DVB-S)

DIE VORTEILE: Bis auf die Schüssel (ab 100 Euro inklusive des sogenannten LBN-Signalumsetzers) ist diese Empfangsart kostenlos. Der Empfang ist überall möglich – ohne Vertrag. Eine monatliche Grundgebühr erheben Astra, Eutelsat und Co. nicht. Die Öffentlich-Rechtlichen gibt’s in HD. Auch die Privatsender sind mit dabei – allerdings nur in herkömmlicher SD-Qualität. In HD kosten sie 5,75 Euro im Monat. Nur per Satellit gibt es bundesweit auch Ultra-HD (sechs Kanäle), das Programmangebot ist allerdings noch mager, dafür ist die Geräteauswahl groß.

DIE NACHTEILE: Eine Schüssel auf dem Dach? Nicht jedermanns Sache. In Mietwohnungen ist Satellitenempfang ohnehin meist untersagt. Das HD+-Modul für die Decoderkarte kostet auch hier einmalig 79 Euro. Und bei sehr schlechtem Wetter kann das Signal gestört sein.

Kabel (DVB-C)

DIE VORTEILE: Per Kabel gibt’s eine stabile Versorgung in fast jedem Winkel der Republik. Eine Extrabox ist nicht nötig, praktisch alle Fernseher haben einen DVB-C-Receiver eingebaut. Im Paket mit einem Internetanschluss ist Kabelfernsehen für rund 20 Euro im Monat zu haben.

DIE NACHTEILE: Die Sendervielfalt ist deutlich geringer als beim Satellitenempfang. Kleine und ausländische Sender gibt’s oft nur dort. Kabelfirmen wie Vodafone (vormals Kabel Deutschland) locken Kunden gern in teurere Pay-TV-Extrapakete. Privatsender in HD kosten etwa 4 Euro extra, die Receiverauswahl ist gering.

Internet-TV (IPTV)

DIE VORTEILE: Per Internetsignal gibt’s auf einer in sich geschlossenen Plattform (etwa Telekom Entertain oder Vodafone) für 30 bis 50 Euro ein maßgeschneidertes TV/Internet-Paket.

DIE NACHTEILE: IPTV gibt’s nur im TV/Internet-Paket. DSL bei der Telekom und IPTV von Vodafone? Keine Chance. In ländlichen Regionen ist diese Technik wegen zu schlechter Netze oft keine Option. Mobiles Fernsehen gibt’s meist nur im heimischen WLAN.

Fazit

Fernsehen ohne Fixkosten gibt’s nur per DVB-T2 und Satellit. Die Senderauswahl ist beim Satelliten am höchsten, dafür sind die Geräte beim Antennenfernsehen etwas günstiger.

Von Imre Grimm

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