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Dank „Bürokratiemonster“ schneller zum Arzt

Neues Termintelefon startet Dank „Bürokratiemonster“ schneller zum Arzt

Viele Brandenburger kennen es: Wer einen Facharzttermin braucht, muss manchmal lange warten. Das soll sich ändern. Ab dem 25. Januar soll die Servicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Patienten binnen vier Wochen zu einem Termin verhelfen. Dabei muss aber einiges beachtet werden.

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Volle Wartezimmer. Künftig soll es leichter sein, kurzfristig einen Facharzt zu konsultieren.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Unter der Ärzteschaft ist sie umstritten und manch Patient ist skeptisch: Am 25. Januar nimmt die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) ihre Arbeit auf. Sie soll – gesetzlich verordnet – Kassenpatienten binnen vier Wochen einen Facharzttermin vermitteln. Wie soll das funktionieren?

Unter welcher Nummer erreicht man die Terminservicestelle?

Der Dienst ist ab dem 25. Januar telefonisch unter der Nummer  0331/98 22 99 89 erreichbar. Allerdings ist sie nur eingeschränkt besetzt. Sie ist montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9.00 bis 11.00 Uhr sowie mittwochs von 12.30 bis 14.30 Uhr zu erreichen.

Wer kann sich dort einen Termin vermitteln lassen?

Das Angebot gilt für Patienten, die selbstständig keinen Facharzttermin bekommen haben. Nachweisen muss man das nicht. Sie benötigen aber eine Überweisung von einem Hausarzt, der bestätigt, dass der Fall dringend ist. Die Überweisung enthält einen zwölfstelligen Code, den die Patienten dann der Servicestelle übermitteln. Für die Vermittlung eines Termins beim Augenarzt und beim Gynäkologen ist diese Überweisung nicht erforderlich.

Kann sich der Versicherte seinen Arzt selbst aussuchen?

Nein, wer sich über die Servicestelle vermitteln lässt, muss auf sein Recht der freien Arztwahl verzichten. Außerdem hat er kein Anrecht darauf, eine Praxis in unmittelbarer Nähe aufsuchen zu können. Er muss je nach Fachrichtung bis zu einer Stunde Fahrzeit auf sich nehmen, erklärt die KVBB. Die Fahrtkosten trägt der Patient. Die KVBB rät den Patienten, dass sie zunächst mit dem Dringlichkeitscode versuchen sollen, bei ihrem Wunscharzt einen Termin zu bekommen. In der Regel werde das funktionieren, heißt es von Seiten der Ärzteschaft.

Für welche Patienten ist die Vermittlung nicht gedacht?

Die Terminservicestelle ist laut Gesetz nicht für Bagatellerkrankungen zuständig. Wer also einen Schnupfen hat, soll dort nicht anrufen. Auch für Vorsorge- oder Routineuntersuchungen ist der Dienst nicht gedacht. Außerdem gibt es keine Termine bei Haus- und Kinderärzten, Psychotherapeuten, Zahnärzten und Kieferorthopäden, betont die KVBB.

Was passiert, wenn die Servicestelle gar keinen Facharzttermin auftreiben kann?

Dann haben die Patienten ein Recht darauf, dass ihnen ein Termin zur ambulanten Behandlung in einem Krankenhaus angeboten wird.

Gibt es Alternativen?

Ja, vielleicht lohnt ein Anruf bei Ihrer Krankenkasse. Viele von ihnen bieten für ihre Versicherten Unterstützung bei der Suche nach einem Arzttermin.

Wie schwer ist es in Brandenburg, einen Arzttermin zu bekommen?

Das ist umstritten. Einer Studie der Krankenkasse IKK zufolge warten Brandenburger überdurchschnittlich lange. Allerdings ist hierbei nicht berücksichtigt, ob es sich um dringende Fälle handelt. Die Kassenärztliche Vereinigung hält die Terminservicestelle für ein „Bürokratiemonster“. Viele Fachärzte hätten der KVBB gemeldet, dass es in ihren Praxen kein Problem sei, in akuten Fällen binnen vier Wochen dran zu kommen.

Von Torsten Gellner

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