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Brandenburg Darum ist die AfD nicht das Volk
Brandenburg Darum ist die AfD nicht das Volk
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12:16 19.03.2016
Brandenburgs AfD-Chef Gauland spricht vor seinen Anhängern in Potsdam. Quelle: MAZonline
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Potsdam

 Eine Woche nach dem Superwahltag von Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist der politische Donnerhall noch nicht verklungen. Die politische Klasse sortiert und bandagiert sich, schließlich sind am vergangenen Sonntag politische Gewissheiten und Farbenlehren reihenweise zerbrochen. Die Alternative für Deutschland (AfD) kann auch im Westen reüssieren, sie ist kein ostdeutsches Phänomen, wie mancher glaubte. Auch wenn die Erfolgsserie der Partei hier ihren Ursprung hatte – in den ersten Landtagserfolgen von Sachsen, Thüringen und Brandenburg, in Persona durch die prominenten Polarisierer Alexander Gauland, Frauke Petry und Björn Höcke.

Erfolg der AfD ist fragil

Seit anderthalb Jahren sitzt die AfD unter ihrem Fraktionschef Gauland im Potsdamer Landtag. Im Herbst 2014 holte sie aus dem Stand mehr als 12 Prozent. Wenn jetzt das Parlament neu gewählt würde, könnte sie diesen Erfolg noch einmal steigern. 19 Prozent der Brandenburger würden die AfD wählen, die damit gleichauf mit der CDU läge und die mitregierende Linke, der das Regieren offenbar so gar nicht bekommt, hinter sich ließe. Auch dies ein kleiner Donnerhall.

Doch es ist auch ein Stück politischer Theaterdonner. Denn der Erfolg der AfD ist fragil, wie das Brandenburg-Barometer zeigt, das vom Forsa-Institut im Auftrag der MAZ erstellt wurde. Jeder fünfte Märker würde die AfD zwar wählen. Aber selbst unter ihren Anhängern herrscht spürbare Skepsis, ob die Partei etwas zur Lösung der Probleme beitragen kann. Die AfD zieht Nichtwähler an, knabbert aber auch an den Rändern der Stammwählerschaft von CDU, SPD, Linken und Grünen.

Gauland-Partei berauscht von Wahlerfolgen

Eine Volkspartei ist sie damit noch lange nicht. Auch wenn ihre Anhänger gern „Wir sind das Volk“ rufen oder die Partei selbst häufig mit dem „gesunden Volksempfinden“ argumentiert. Sie vertritt einen Teil des Volkes – gewiss. Ihre momentane Stärke hängt aber ganz entschieden von der Lösung der Flüchtlingsfrage ab. Und damit gehen die Brandenburger insgesamt viel differenzierter um, als mancher es vielleicht von ihnen erwartet hätte. Sie unterstützen mehrheitlich Merkels Projekt einer europäischen Lösung der Flüchtlingsfrage und lehnen den totalen Aufnahmestopp von Asylbewerbern mit deutlicher Mehrheit ab.

Die AfD ist gegenwärtig berauscht von ihren Wahlerfolgen. Den Praxistest hat sie trotz demoskopischer Zuwächse wohl noch nicht bestanden: Lediglich vier Prozent der Märker finden, dass die neue Kraft im Brandenburger Parlament politisch schon etwas zum Besseren bewirkt hat. Das ist ernüchternd, wenn man Anspruch und Wahrnehmung miteinander vergleicht. Schließlich sieht sich die AfD als Partei, die wie keine andere davon überzeugt ist, auch ohne Regierungsverantwortung zu „wirken“.

Von Torsten Gellner

Knapp eine Woche nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist die Alternative für Deutschland (AfD) auch in Brandenburg im Aufwind. Wenn an diesem Sonntag der Landtag neu gewählt würde, käme die AfD auf 19 Prozent und läge somit gleichauf mit der CDU, die im Vergleich zur Landtagswahl 2014 deutlich verliert.

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