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Das Netz an Ladesäulen wächst nur langsam

Ladestationen in Brandenburg Das Netz an Ladesäulen wächst nur langsam

Brandenburg kann vom öffentlich geförderten Ausbau von Strom-Tankstellen für E-Autos bisher nur wenig profitieren. Im Vergleich der Bundesländer ist das Land momentan Vorletzter. Derzeit gibt es nur 58 frei zugängliche Ladestationen. Offensichtlich ist die Anschaffung solcher Ladepunkte im dünn besiedelten Land zu teuer.

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Ladestation an einem Autohaus in Neuruppin.

Quelle: Peter Geisler

Potsdam. Der Ausbau von Strom-Tankstellen für Elektroautos hat bundesweit einen Schwung bekommen. Nur Brandenburg kann vom öffentlich geförderten Ausbau von Ladesäulen bisher wenig profitieren. Im Vergleich der Bundesländer ist das Land nach einer Erhebung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft Vorletzter. Derzeit gibt es nur 58 frei zugängliche Ladestationen. Offensichtlich lohnt sich für regionale Anbieter die Anschaffung solcher kostspieligen Ladepunkte im dünn besiedelten Land nicht.

Dagegen gibt es einen regelrechten Ladesäulen-Boom in den Ballungszentren wie Berlin. So wurden im vorigen Jahr bundesweit fast 2000 neue öffentliche Ladepunkte gemeldet. Neben Berlin sind das vor allem das Ruhrgebiet, Hamburg, Stuttgart und München. Die meisten Ladepunkte gibt es mit rund 1600 in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Baden-Württemberg (knapp 1500) und Bayern (1080). Bei den Städten liegt Berlin mit 536 vor Stuttgart mit 375 und Hamburg mit 292. Im Osten hat Sachsen die meisten E-Ladesäulen (409).

Die Interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg fordert einen Ausbau des Strom-Tankstellen-Netzes. Es müsste im ganzen Land verteilt öffentlich zugängliche Ladestationen geben – an Tankstellen, Restaurants, Einkaufszentren und Freizeiteinrichtungen. Private Investoren und Bürgermeister sollten diese Möglichkeiten schaffen, fordert Julian Affeld von der Interessengemeinschaft. Eine gut ausgebaute und verlässliche Ladeinfrastruktur sei der Schlüssel zur Elektromobilität. Allerdings sei es mit dem Bau einer Ladestation an einem Ort nicht getan, meint Affeld. Damit sich keine Warteschlangen bilden, seien zwei oder drei Ladestellen pro Ort nötig.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) nennt als Grund für den vergleichsweise geringen Ausbau der Ladeinfrastruktur die sehr unterschiedliche Siedlungsdichte im Land. Das stelle eine besondere Herausforderung dar, sagte Gerber der MAZ.

Nach Schätzungen des Beratungsgremiums Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) sind bis 2020 70 000 Ladepunkte und 7100 Schnellladesäulen notwendig, um die von der Bundesregierung angestrebte Zahl von einer Million Elektroautos mit Strom zu versorgen. Insgesamt gibt es bundesweit 7400 Ladepunkte.

Von Igor Göldner

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