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Brandenburg Das Neue Palais ist das größte Sorgenkind
Brandenburg Das Neue Palais ist das größte Sorgenkind
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13:03 27.02.2018
Größte Baustelle: das Neue Palais in Potsdam. Quelle: unbekannt
Potsdam

Mit einem Investitionspaket von 400 Millionen Euro wollen Bund, Land und Berlin bis 2030 die Sanierung der Schlösser in Potsdam und Berlin voranbringen – heute berät das Kabinett darüber. Das 2017 auslaufende erste Sonderprogramm umfasst 155 Millionen Euro. Schlösserstiftungs-Chef Hartmut Dorgerloh erläutert Details.

Werden die Schlösser und Gärten jemals durchsaniert sein oder ständig neue Sonderinvestitions-Pakete erforderlich machen?

Hartmut Dorgerloh: Das Ziel muss sein, die Häuser in einen Zustand zu versetzen, der später ,nur‘ noch kontinuierliche Pflege erfordert. Dann würden weitere Sonderinvestitionsprogramme überflüssig. Wir brauchen aber jetzt Geld, um die Häuser überhaupt erst in diesen pflegefähigen Zustand zu bringen. Im Moment holen wir auf, was in den vergangenen hundert Jahren seit Ende der Monarchie liegen geblieben ist, durch Krieg, Nachkriegsfolgen und deutsche Teilung – insbesondere durch die ökonomische Misere in der DDR – verschärft wurde. Mit dem Sonderinvestitionsprogramm II wären wir gewissermaßen einmal über den Berg, die allergrößten Probleme wären gelöst.

Was steht ganz oben auf Ihrer Prioritätenliste, wenn die 400 Millionen Euro bewilligt werden?

Für die Römischen Bäder im Park Sanssouci besteht akuter Handlungsbedarf. Sie sind teilweise gesperrt, die Mauern rutschen ab. Wir müssen aber auch die Gästebetreuung verbessern – etwa mit einem Besucherzentrum an der Historischen Mühle in Sanssouci. Dort gibt es derzeit einen Toiletten- und einen Shop-Container, die gut funktionieren. Aber künftig wollen wir unsere Gäste an unserem Flaggschiff besser empfangen.

Wie geht es Sanssouci, wo Gurte an Säulen angebracht waren?

Die Kolonnaden werden beobachtet. Sie sind eine relativ fragile Konstruktion, weil der Hügel im Auftrag Friedrichs II. aufgeschüttet wurde. Derzeit restaurieren wir am Schloss sukzessive die Fenstertüren. Generell ist Sanssouci in einem guten pflegefähigen Zustand.

Ihre größten Sanierungsfälle sind das Neue Palais und Schloss Charlottenburg. Was genau muss gemacht werden?

Das Dach des Neuen Palais muss weiter von Schadstoffen befreit und repariert sowie die Balustrade saniert werden. Damit Menschen mit Behinderung endlich ins Schlosstheater und in die oberen Schlossräume kommen können, soll in eines der Treppenhäuser ein Aufzug eingebaut werden. In Berlin sind Dach und Fassaden des Schlosses Charlottenburg noch nicht komplett saniert – und die Eingangssituation soll durch den Bau eines Besucherzentrums verbessert werden. Toiletten sind ein großes Thema. Die Schlösser wurden ja nicht für die Anforderungen des Massentourismus erbaut. Und viele Bedürfnisse haben sich geändert: Heute brauchen wir auch auf den Herrentoiletten Wickeltische.

Welche zur Renovierung anstehenden Teile des Welterbes werden in Ihren Augen unterschätzt?

Zu den Residenzen gehören auch die kleinen Bauten, die zwar nicht fürs Publikum zugänglich sind, aber zur Denkmallandschaft zählen. Wir haben in den vergangenen Jahren aus guten Gründen viel in die Schlösser investiert und weniger in diese kleinen Gebäude. Das Damenhaus im Neuen Garten etwa, wo die Hofdamen Friedrich Wilhelms II. wohnten, ist in einem sehr schlechten Zustand. Dessen Sanierung ist ganz vorn mit dabei auf der Prioritätenliste.

Das weiße Schlösschen auf der Pfaueninsel steht ebenfalls auf der Sanierungsliste – wieso?

Es ist aus Fachwerk – ein hölzernes Liebesnest für Friedrich Wilhelm II. – und hat massive statische Probleme: Die Türme driften auseinander, die Brücke dazwischen wird nur noch durch eine Metallklammer gehalten. Im Treppenhaus gibt es Risse, in die man seine ganze Hand schieben kann. Eine andere interessante Position auf der Prioritätenliste etwa ist der Parkgraben Sanssouci, der von der Friedenskirche vorbei an der Großen Fontäne bis zum Chinesischen Haus und Charlottenhof verläuft und später in die Havel führt. Er entwässert den ganzen Park. Der Graben ist mehrere Jahrzehnte nicht entschlammt worden.

Wegen rückläufiger Besucherzahlen wollen Sie 2018 einige Öffnungszeiten kürzen. Befürchten Sie nicht eine Abwärtsspirale – also erneut weniger Gäste wegen eingeschränktem Zugang?

Die Besuchszahlen sinken ja nicht, sondern wir hatten im vergangenen Jahr weniger Besucher, weil einzelne Häuser wegen Sanierungen ganz geschlossen waren. Die Zahlen werden 2017 höher sein als 2016, schon weil wir mit dem Schloss Babelsberg, das viele Jahre geschlossen war, jetzt einen erfreulichen Publikumserfolg mit Pückler haben. Wir haben die Öffnungszeiten lediglich an das Besucherverhalten angepasst. Unsere Gäste kommen in der Regel am Vormittag und in den frühen Nachmittagsstunden.

Von Ulrich Wangemann

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