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Das Tagebuch zweier Potsdamer Praktikanten

"Garantiert keine Zeitverschwendung" Das Tagebuch zweier Potsdamer Praktikanten

Zwei Potsdamer Schüler berichten von ihren Erfahrungen in der Berufswelt. Praktika in Betrieben eröffnen Schülern die Möglichkeit, sich auszuprobieren und so den Beruf ihrer Wahl zu finden.

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Haben während ihrer Praktika schon viele Berufe kennengelernt: Lars Wientges (links) und Max Schröder.
 

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Praktika in Betrieben eröffnen Schülern die Möglichkeit, sich auszuprobieren und so den Beruf ihrer Wahl zu finden. „Ich kann nur jedem empfehlen, auf diesem Weg komplett unterschiedliche Berufe kennenzulernen“, sagt Lars Wientges aus Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark). Er ist wie Max Schröder Schüler der Klasse 10b an der Neuen Gesamtschule Babelsberg in Potsdam. An dieser Schule wird viel Wert auf die Berufsorientierung gelegt. Max Schröder und Lars Wientges haben schon vier praktische Einsätze absolviert. Zuletzt im November vergangenen Jahres – Max Schröder war in einem Elektrobetrieb, Lars Wientges in einer logopädischen Praxis. Ihre Erlebnisse und Eindrücke haben die 16-Jährigen festgehalten.

Tag 1
Max Schröder: Um 8.30 Uhr geht es los. Ein Mitarbeiter des Elektrobetriebes, bei dem ich mein Praktikum mache, holt mich mit dem Auto ab. Ich bekomme eine kurze Sicherheitseinweisung. Stiefel,  Schutzhelm, etwas Werkzeug. Dann fahren wir auf die Baustelle. Ich habe extra Sachen angezogen, die dreckig werden können. Ich weiß noch nicht genau, was mich erwartet. Lars Wientges: Ich  gehe mit der Erwartung ins Praktikum, dass ich bei den logopädischen Therapien meist nur daneben sitze und sehr wenig machen darf. Aber ich möchte erleben, wie das so ist – Therapien mit Menschen. Ich kann gut mit Menschen umgehen und rede gern mit ihnen.

Tag 2
Max Schröder: Drei Stationen steuern wir heute an. Das kenne ich schon von gestern. Kabel verlegen. Defekte Leitungen reparieren. Ich darf ein bisschen dabei helfen. Mein Begleiter ist lockerer geworden. Er war zwar auch am ersten Tag freundlich, aber distanziert. Jetzt reden wir die ganze Zeit im Auto. Über Privates und natürlich auch darüber, welche Arbeiten anstehen. Ich finde es immer gut,  wenn klar gesagt wird, was zu tun ist. Lars Wientges: Wir haben in der Praxis oft kleine Kinder mit extremen Sprachstörungen. Ich mache mit ihnen schon kleine Übungen und Spiele. Das macht Spaß.  Wir lachen viel. Doch ob das ein Job für mich wäre? Ich bin mir nicht sicher.

Tag 3
Max Schröder: Ich durfte heute vieles machen: Steckdosen und Schalter einbauen, Kabel verbinden und eine Klingelleiste im Haus verkabeln. Natürlich hat der Elektriker genau kontrolliert, dass ich  auch alles richtig gemacht habe. Das hier ist auf jeden Fall anders als ein Bürojob. Besser. Lars Wientges: Ich sage mir: Wer weniger erwartet, ist nicht so schnell enttäuscht. Ich bin vom Praktikum positiv überrascht. Das ist ein spannender Arbeitsplatz. Aber auf Dauer mit Kranken umzugehen, ist wohl eher nichts für mich. Ich war schon Praktikant in einem Hotel, einer Schule und im  Handel. Das kann alles Spaß machen. Ich habe allerdings gemerkt, dass ich das nicht ein Leben lang machen möchte.

Berufswunsch durch Praktika festigen

Tag 4
Max Schröder: Der Elektriker hat sich bedankt für die Arbeit, die ich ihm abgenommen habe. Er sagt, dass er durch mich die Arbeit sogar schneller beenden konnte. Das ist schön. Aber für mich steht  fest, dass ich das Handwerkliche nicht so mag. Ein Praktikum ist ja auch dazu da, um Berufe für mich ausschließen zu können. Lars Wientges: Wenn die kleinen Patienten bei ihren Sprechübungen  alles richtig machen – das ist super. Toll! Sie sollten Wörter nachsprechen: Schal – Handschuhe – Pullover. Für die Kleinen ist das Sprechen ganz schön schwer. Umso größer ist dann die Freude, wenn  es klappt. Die Kinder und auch die Angestellten in der Praxis sind sehr nett.

Tag 5
Max Schröder: Zehn bis 15 Minuten hat heute die Auswertung der Praktikumswoche gedauert. Alles in Ordnung. Ich habe selbstständig gearbeitet, war immer pünktlich und habe aufgepasst, dass auf  den Baustellen nichts passiert. Und es hat mir Spaß gemacht. Ich hatte auch schon mal ein Praktikum, bei dem ich als Erstes 400 Seiten einscannen sollte. Da war die Arbeit jetzt im Elektrobetrieb  schon etwas anderes. Das war sicher keine Zeitverschwendung. Aber mein Eindruck bleibt: Das ist nichts für mich. 

Lars Wientges: Ich finde es gut, auf eine Schule zu gehen, die einiges für die Berufsorientierung macht. An der Neuen Gesamtschule Babelsberg haben wir seit der 7. Klasse in jedem Jahr ein  Praktikum gemacht. Da kann man komplett unterschiedliche Berufe ausprobieren. Die Erfahrung bringt es einfach. Die Kollegen in der Logopädie-Praxis haben mich sehr nett verabschiedet. Zum Schluss war es ein schönes, vertrautes Arbeiten im Team. „Hoffentlich sehen wir uns mal wieder“, haben die Kollegen gesagt.

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 von Ute Sommer

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