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Das denken MAZ-Leser über Pflichtbesuche im KZ

Debatte um Erinnerungskultur Das denken MAZ-Leser über Pflichtbesuche im KZ

Vergangene Woche wurde das Thema Pflichtbesuche im KZ viel diskutiert. Auch bei der MAZ auf unserer Facebook-Seite haben Sie als Leser angeregt Argumente für und gegen dies Form der Erinnerungskultur eingebracht. Wir fassen die hitzige Debatte zusammen.

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Die KZ-Gedenkstätte in Sachsenhausen

Quelle: dpa

Potsdam. Wenn es nach der Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) geht, sollte der Besuch einer KZ-Gedenkstätte für alle Menschen hierzulande verpflichtend sein – für Deutsche und Migranten. Diese Forderung hat in Brandenburg für Gegenstimmen gesorgt: Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sagte, die Schüler müssten mindestens zwei Gedenkorte besuchen, dies können aber auch Museen und Denkmäler sein. CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben sprach sich gegen Pflichtbesuche von KZ-Gedenkstätten durch Migranten aus, Schüler sollten einmal dort gewesen sein. Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Günter Morsch, ist gegen verpflichtende Besuche.

Debatte wurde von Lesern aufgegriffen

Das Thema hat bei unseren Lesern vor allem auf unserer MAZ-Facebookseite eine heiße Diskussion entfacht:

Mich hat der Besuch eher geprägt als mir geschadet. Ich bin der Meinung, dass dieser Besuch zum Geschichtsunterricht dazugehören sollte. Dieser dunkelste Teil unserer Geschichte darf nicht vergessen werden. (Martin Keil, MAZ-Facebook)

Auf jeden Fall ist es ratsam für jeden, sich das mal mit eigenen Augen anzusehen und, wenn noch möglich, mit Zeitzeugen zu reden. Ich selbst war zu Schulzeiten in Sachsenhausen, vor fünf Jahren auch in Auschwitz. Eindrücke, die man ein Leben lang nicht mehr vergisst. Ich würde es begrüßen, wenn man das in die Rahmenlehrpläne in Geschichte für die 10. Klasse mit aufnähme. Man kann viel in ein Buch schreiben, auch viel im Klassenzimmer darüber referieren. Es mit eigenen Augen gesehen zu haben, macht das Ganze viel greifbarer und erlebbarer. (Patrick Parnow, MAZ-Facebook)

Es sollte doch jeder für sich entscheiden, ob er das möchte. Und wenn es Pflicht ist, dann sollte man es auch zur Pflicht machen, dass man Stasi-Gefängnisse besucht. (Udo Duckwitz, MAZ-Facebook)

Sollte ebenso wenig ausgeblendet werden wie die jüngere DDR-Geschichte. Aber wenn man sich die Unterrichtspläne in Brandenburg anschaut, fragt man sich unwillkürlich, zugunsten welcher Inhalte das alles gestrichen wurde. (Volker Wittke, MAZ-Facebook)

Man stelle sich vor, 2016 fuhr ich sogar ohne Zwang nach Auschwitz und zum Sender Gleiwitz. Also, lasst Euch ruhig dazu zwingen, es lohnt sich und verbindet das gleich mit einem interessanten Urlaub in Krakau. (Günter Zisick, MAZ-Facebook)

Hat in der DDR auch schon wunderbar die Jugend sensibilisiert. (Steven Spielzwerg, MAZ-Facebook)

Unsere Generation hat damit nichts mehr zu tun. Da müsste ja die ganze Welt reisen müssen. (Kalle Hansel, MAZ-Facebook)

Wir waren zu Schulzeiten auch in Sachsenhausen mit der Klasse und haben eine Antifa Stadtrundfahrt mit einem Zeitzeugen durch Berlin gemacht. Sehr tief beeindruckende und bewegende Erlebnisse, die ich mir auch für meine Kinder in diesem Rahmen wünschen würde. (Sabine Maxa, MAZ-Facebook)

Ich würde mir auch unter Zwang nichts anschauen, was ich nicht sehen möchte! Als Deutscher sollte man diesen Teil der Geschichte kennen und gut ist! Jedes Land hat seinen dunklen Fleck in der Geschichte, aber ständig nur den Deutschen diesen dunklen Fleck der Geschichte vor Augen halten zu wollen, das geht einem so richtig auf den Senkel! (Ingo Nass-Charnow, MAZ-Facebook)

Was soll das bringen? Die Muslime, die zum Krieg gegen Israel aufrufen und Fahnen auf der Straße verbrennen, werden sicher keine Tränen in den Augen haben, wenn sie sich ein KZ ansehen. Im Übrigen sollte man mal langsam die Geschichte der KZ nach 1945 aufarbeiten und der Öffentlichkeit erzählen, wie viele Tausende unschuldige Deutsche ohne Gerichtsverhandlung von den sogenannten Befreiern ermordet wurden. (Thomas Heise, MAZ-Facebook)

Mit Zwang erreicht man meist das Gegenteil. (Hainrîch Arnold, MAZ-Facebook)

Natürlich ist das wichtig – denn nur wer die Vergangenheit kennt, kann Zukunft gestalten ... (Regine Folgmann, MAZ-Facebook)

Von Angelika Stürmer

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