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Brandenburg Potsdam, wir haben ein Problem
Brandenburg Potsdam, wir haben ein Problem
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10:15 23.03.2018
Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Dass wir ein ernsthaftes Problem haben, dämmert mir zum ersten Mal im sechsten Schwangerschaftsmonat. Wir sehen uns den Kreißsaal unserer Wunschklinik an. Und mit uns um die 70 weiteren Paare. In den Fluren herrscht einiges Gedränge, schließlich hat die weibliche Hälfte der Interessenten jeweils noch einen stattlichen Babybauch vor sich.

Bei der Hebammensuche hatte ich noch Glück gehabt – ich hatte allerdings auch schon in der achten Schwangerschaftswoche nach der professionellen Geburtshelferin gesucht, die mich möglichst bis in den Kreißsaal begleiten sollte.

Der Kampf um die Hebammen

Andere haben weniger Dusel, sie werden von fünf, zehn, zwanzig Hebammen abgelehnt, weil diese schlicht mangels freien Terminen keine sichere Geburtshilfe gewährleisten können.

Und dabei werden diese so wichtigen Frauen auch noch mies bezahlt, erfahren nur wenig Ansehen und streiten seit Jahren mit Versicherungen und Krankenkassen um faire Arbeitsbedingungen.

Baby-ABC für junge Eltern

Schwangerschaft, Geburt und Babyflitterwochen: In der MAZ-Multimedia-Story erzählt eine Potsdamerin, wie der glückliche Start ins Leben gelingt.

Ich frage mich: Wie kann das alles sein?

Während ich versuche, in keinen Fremdbauch zu laufen und gleichzeitig mal einen Blick auf Kreißbett, Badewanne und Sprossenwand zu erhaschen, frage ich mich, wie das alles sein kann. Wie kann in einer Stadt mit 175.000 Einwohnern und zwei Krankenhäusern kaum Platz und Zeit für eine ruhige Geburt sein?

Wie schlimm muss die Situation außerhalb der Stadt sein, wenn 40 oder 60 Kilometer bis ins Krankenhaus zurückgelegt werden müssen, weil die Geburtsstationen geschlossen werden? Wie kann es angehen, dass Hebammen zwischen mehreren Geburten hin- und herspringen müssen? Warum werden in dem Haus, in dem ich am Ende meinen Sohn auf die Welt bringe, zwischenzeitlich die Babybetten ausgehen? Und wie soll das alles weitergehen?

Keine Kitaplätze, zu wenig Kinderärzte

Ich finde nur mit Mühe einen Kinderarzt, der in einer Entfernung zu unserer Wohnung liegt, die ich auch mit einem kranken Kind zurücklegen kann. Von all den Kitas, die ich abtelefoniere, nimmt nur eine einzige überhaupt noch Kinder auf. Mir macht das Angst.

Meine Freunde, meine Kolleginnen, mir fremde Menschen, wir alle bekommen Kinder. Aber unsere Stadt und unser Bundesland scheinen nicht darauf vorbereitet zu sein.

Einige Wochen nach der Entbindung treffe ich meine Nachbarin, eine Mutter von drei Söhnen, auf der Straße. Nach dem üblichen Smalltalk – ja, süß der Kleine, nein, nein, er weint kaum, ja, doch, uns geht’s echt gut – kann ich nicht mehr an mich halten: „Sag mal, geht das eigentlich so weiter? Wird es immer zu wenige Angebote geben?“

Sie zögert. Ihre Kinder sind bereits Teenager, sie hat also genug Einblicke in den ganzen Wahnsinn rund um Kitaplatzsuche, begehrte Schulen und Freizeitangebote. „Ganz ehrlich? Ja, es geht so weiter. Und vermutlich ist es heute noch schwerer als vor ein paar Jahren bei uns.“ Das sind ja heitere Aussichten.

MAZ-Serie „Das verflixte erste Jahr“

Lesen Sie hier alle bisher erschienenen Folgen des Baby-Blogs:

– Folge 1: Ratschlag gefällig? Nein, danke!

– Folge 2: Windelkarton oder Ikea-Tüte?

– Folge 3: Papa kann auch stillen

– Folge 4: Himmel, diese Listen!

– Folge 5: Bestens informiert und total ahnungslos

– Folge 6: Das große Wagnis

– Folge 7: Schlaf, Kindchen, schlaf

Von Saskia Kirf

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