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Brandenburg Schlaf, Kindchen, schlaf
Brandenburg Schlaf, Kindchen, schlaf
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11:32 22.03.2018
t Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Einer der häufigsten Tipps, die werdende Eltern hören, besagt: Schlaf, wenn dein Baby schläft! Klingt ja auch total nachvollziehbar. Der Schlafmangel, den junge Mütter und Väter erleiden, ist beinahe sprichwörtlich; kein Thema ist in den ersten Wochen und Monaten so beherrschend wie der Schlaf aller Beteiligten.

Wildfremde Menschen haben mich schon an der Supermarktkasse gefragt, ob mein Sohn denn schon durchschlafe (nein, natürlich nicht. Er ist sechs Wochen alt und braucht alle paar Stunden etwas zu essen).

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Ich soll also gegen meine andauernde Müdigkeit dann schlafen, wenn mein Nachwuchs das auch macht. Das wäre im konkreten Fall zwischen 10.05 Uhr und 10.34 Uhr, dann so nach dem Mittagessen nochmal ein Stündchen, eine längere Phase nach 18 Uhr und anschließend nachts intervallartig je nach Lust und Laune zehn Minuten bis vier oder acht Stunden am Stück.

Erholsamer Schlaf bleibt auch mit guten Tipps Mangelware

Klingt nicht so richtig erholsam. Außerdem schläft zumindest mein Junior am besten, wenn um ihn herum der ganze geräuschvolle Alltag stattfindet. Er kennt es, dass ich neben ihm auf dem Sofa sitze und einen Text tippe oder dass sein Vater mit dem Staubsauger durch die Wohnung tobt, dass drei verschiedene Paketboten klingeln, weil sie wissen, dass jemand zuhause ist und sämtliche Bestellungen der Straße annimmt.

Wirklich Ruhe ist bei uns nur nachts. Wenn es drinnen und draußen jedoch hell ist und auf einmal das Tippen, der Staubsauger, der ganze Alltag eben verstummt, dann ist das für mein schlafendes Kind offenbar ein Alarmsignal.

Stille ist für mein Baby ein Alarmsignal

Es sieht nicht, wie ich mich todmüde in eine Sofadecke rolle und mich mal einen Moment hinlegen will. Es spürt nicht, wie meine Haare ihn am Ohr kitzeln. Es merkt nur: Halt, Stopp, Stille. Das ist ja jetzt blöd, das ist kein gutes Zeichen, wo sind die denn alle?

Und Pling, klappen seine Augen auf. Tennisballgroße, blaue Babyaugen, die mich treuherzig ansehen. Dieses kleine Gesicht mit den dicken Wangen, es lächelt, als mein Sohn begreift, dass ich da bin, bei ihm bin, für ihn da bin. Wenigstens vertreibt dieser Blick, der so voller Urvertrauen ist, ein bisschen die Müdigkeit.

MAZ-Serie „Das verflixte erste Jahr“

Lesen Sie hier alle bisher erschienenen Folgen des Baby-Blogs:

– Folge 1: Ratschlag gefällig? Nein, danke!

– Folge 2: Windelkarton oder Ikea-Tüte?

– Folge 3: Papa kann auch stillen

– Folge 4: Himmel, diese Listen!

– Folge 5: Bestens informiert und total ahnungslos

– Folge 6: Das große Wagnis

Von Saskia Kirf

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