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Das geliebte „Höppemötzchen“

Trabi-Geschichten Das geliebte „Höppemötzchen“

Er gehörte nun mal zur Familie: der Trabant. Am 7. November hat er Geburtstag. Der Trabi wird 60 Jahre alt. Die MAZ sammelt Fotos und Erinnerungen an die DDR-Rennpappe. Ursula und Richard Wolfgang Weber erzählen hier ihre Geschichte. Die Freude über Töchterchen Uta und im Juli 1963 über den Trabant 600 – das geliebte „Höppemötzchen“.

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Ein beliebtes Ausflugsziel war die Gaststätte Fährhaus Caputh mit anschließender Überfahrt auf der Seilfähre, genannt Tussy, über das Havelgemünde Richtung Geltow. Leserfoto von 1964.

Quelle: privat

Potsdam. Er gehörte zur Familie: der Trabant. Am 7. November hat er Geburtstag. Der Trabi wird 60 Jahre alt. Die MAZ sammelt Fotos und Erinnerungen an die DDR-Rennpappe. Ursula und Richard Wolfgang Weber erzählen hier ihre Geschichte. Die Freude über Töchterchen Uta und im Juli 1963 über den Trabant 600 – das geliebte „Höppemötzchen“.

„Im Oktober 1959 lernten wir uns bei der Post im Fernmeldewesen kennen und heirateten im April 1960. Mit unserer Familienplanung für das nächste Jahr wurde auch gleich die Transportfrage geplant, denn die Familie sollte wunschgemäß erweitert werden.

So stand neben der Beschaffung der notwendigen Objekte für die Einrichtung der Ende 1960 fertig werdenden AWG-Wohnung in Potsdam auch die rechtzeitige Anmeldung eines vierrädrigen motorisierten Untersatzes im Haushalts-Programm, der unserem damals noch nicht sehr üppigen Einkommen entsprach.

Ich hätte gerne einen „Trabbi“

Am 13. September 1960 erfolgte die schriftliche Bestellung eines Trabant – mit der notwendigen Befürwortung durch den zuständigen Abteilungsleiter. Einige Tage später hatten wir dann bereits die Bestätigung des Rates des Kreises Potsdam, Abteilung Handel und Versorgung, in der Hand, in der uns noch mitgeteilt wurde, dass eine Belieferung infolge der vielen Vorbestellungen kaum vor Anfang 1963 erfolgen kann.

So konnten wir also unser Ansparprogramm entsprechend gestalten, da sich im Juni 1961 wunschgemäß unsere erste Tochter einstellte, mit der wir am zweiten Weihnachtsfeiertag 1961 in unsere neue Wohnung am Platz der Einheit in Potsdam einziehen konnten. Im März 1963 erfuhren wir bei einer Nachfrage vom HO-Kreisbetrieb, der war für die Verkaufsabwicklung zuständig, dass der „einfache“ Trabant 600 zum Preis von 7850 DDR-Mark am schnellsten geliefert wird, für den wir uns auch entschieden.

Dürfen wir vorstellen? Uta und „Höppemötzchen“

Im Juli 1963 konnten wir dann unser Auto mit unserer Tochter Uta stolz den Eltern, Verwandten, Freunden und Kollegen präsentieren. Zunächst hatte er noch keine feste Bleibe und parkte so unter den Balkons auf der noch nicht eingerichteten Grünanlage, aber schon bald konnte er in den inzwischen in Eigenleistung von Anwohnern mit Autos errichteten Garagenkomplex hinter dem Postgelände einziehen. Das exakt geführte Fahrtenbuch mit den Einträgen aller Fahreinsätze – Datum, Anlass, Ziel, Kilometer – sowie Ausgaben für Unterhalt, Reparatur, Benzinkosten, und Verbrauch ist im privaten Archiv vorhanden und hilft uns heute noch bei der zeitlichen Zuordnung von Fotos und Filmen.

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Der Trabant, das beliebteste Auto der DDR, feiert am 7. November 2017 seinen 60. Geburtstag. MAZ-Leser zeigen aus diesem Anlass ihre Rennpappen – damals und heute. Darunter sind ganz außergewöhnliche Exemplare.

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Unsere erreichte Mobilität wurde eifrig genutzt: Versorgung, Besuche, kleine und größere Reisen in der DDR und in wenigen Fällen auch nach Polen und die CSSR konnten wir mit der Familie unternehmen. Die ersten weiteren Fahrten gingen in den Harz und im Dezember 1963 in das tief verschneite Oberhof.

Als beim ersten Besuch 1964 nach dem Mauerbau von unserer Westverwandtschaft aus Duisburg die Geräumigkeit und Wendigkeit des Autos bestaunt wurde, erhielt er von einer Cousine den liebevollen Namen „Höppemötzchen“ im rheinischen Dialekt – bedingt durch die etwas holprigen Straßen. Und so hieß er, bis er im April 1975 mit einer Verkehrsleistung von 69 309 Kilometern für 4 000 Mark an einen Kollegen verkauft wurde.

Kleines Auto, große Künste

Was den Trabant 600 auszeichnete, war das unkomplizierte Transportieren von großen Gegenständen, da sich Rückwand und Beifahrersitz einfach herausnehmen ließen und selbst über zwei Meter lange Balken bei geöffneter Kofferraumklappe untergebracht werden konnten. Hier war er seinem Nachfolger 601 mit der hoch liegenden Klappe überlegen.

Viele Fotos und Schmalfilmaufnahmen erinnern uns heute noch an unser geliebtes tapferes ’Höppemötzchen’.“

Und Ihre Trabi-Geschichte?

Sie besaßen auch einen Trabant und haben eine schöne Geschichte zu erzählen? Dann schreiben Sie uns!

Von MAZ

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