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Das halten Märker von Merkels Flüchtlingskurs

Brandenburg-Barometer Das halten Märker von Merkels Flüchtlingskurs

Was würden die Brandenburger sagen, wenn in ihrer Nachbarschaft ein Flüchtlingsheim entstehen würde? Wie halten sie es mit Merkels „Wir schaffen das?“ Antworten darauf gibt das Brandenburg-Barometer, das die MAZ bei dem Meinungsforschungsinstitut Forsa in Auftrag gegeben hat.

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Sucht in der Flüchtlingsfrage die europäische Lösung: Angela Merkel

Quelle: AFP

Potsdam. Die Zeiten ändern sich – und mit ihnen die Probleme, die den Brandenburgern unter den Nägeln brennen. Ende 2013 war es vor allem die schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt, welche die Brandenburger mit 32 Prozent als das größte Problem im Land bezeichneten, dicht gefolgt von Verkehrsproblemen und dem Flughafen-Desaster. Im Frühjahr 2016 allerdings ist es ganz klar die Flüchtlingsfrage. Sie treibt die Brandenburger am stärksten um. Den Arbeitsmarkt nennen 21 Prozent als drängendstes Problem, die Bildungspolitik halten 11 Prozent der Befragten Brandenburger für die wichtigste Baustelle.

Abschottung à la AfD stößt auf klare Ablehnung

Wie aber ist sie zu lösen, die Flüchtlingsfrage? Laut dem Brandenburg-Barometer von Forsa im Auftrag der MAZ hält die Mehrheit der Märker den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für richtig, die sich auf europäischer Ebene für eine Lösung einsetzt – also für eine Verteilung der Flüchtlinge in der Europäischen Union. 53 Prozent der Märker halten diesen Ansatz für den richtigen. Die Forderung der CSU nach einer Schließung der Grenzen und der Einführung einer Obergrenze für Asylsuchende befürworten 28 Prozent der Befragten. Den von der AfD geforderten absoluten Aufnahmestopp sehen nur 13 Prozent als richtig an. Bei den AfD-Anhängern stößt diese Lösung bei 52 Prozent auf Zustimmung.

Mit der Arbeit der Bundeskanzlerin in der Flüchtlingsfrage sind in Brandenburg 40 Prozent zufrieden, 31 Prozent äußern sich weniger zufrieden, unzufrieden sind 27 Prozent. Damit sind die Brandenburger im Vergleich zu den übrigen Bundesbürgern insgesamt etwas häufiger unzufrieden mit Merkels Kurs des „Wir schaffen das“.

Flüchtlingsheime in der Nachbarschaft? Finden viele schwierig

Anders als bisweilen gemutmaßt, ist auch die große Mehrheit der CDU-Anhänger mit der Arbeit von Angela Merkel in Sachen Flüchtlinge einverstanden (71 Prozent). Die AfD-Anhänger kann Merkel dagegen kein bisschen überzeugen: lediglich ein Prozent der AfD-Wähler stimmt der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin zu.

Und wie ist die Wahrnehmung der Ausländer durch die Brandenburger? Der Ausländeranteil liegt bei rund 2,6 Prozent. Dennoch berichten 25 Prozent der Befragten davon, dass in ihrer Nachbarschaft viele Ausländer leben würden. Von wenigen Ausländern berichten 55 Prozent. 13 Prozent der Brandenburger hätten große Bedenken, wenn in ihrer Nachbarschaft ein Flüchtlingsheim eingerichtet würde. Ein Wert, der vor allem von den AfD-Anhängern geprägt wird, von denen mehr als jeder zweite (55 Prozent) Probleme mit einer solchen Unterkunft hätte. Zwei Drittel der Brandenburger (64 Prozent) hätten weniger bis keine Probleme mit einer solchen Einrichtung in der Nachbarschaft.

Von Torsten Gellner

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