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Das hat Brandenburg 2015 erschüttert

Jahresrückblick Brandenburg Das hat Brandenburg 2015 erschüttert

Brennende Flüchtlingsunterkünfte, ein Bauer, der auf einen Veterinär schießt, und ein vom Unglück überschattetes Blumenmeer in der Havelregion – die MAZ dokumentiert die erschütterndsten Nachrichten und Kriminalfälle des Jahres 2015.

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Der gewaltsame Tod an Elias aus Potsdam und Mohamed erschüttert 2015 ganz Deutschland.

Quelle: MAZ-Archiv

Potsdam. Brennende Flüchtlingsunterkünfte, ein Bauer, der auf einen Tierarzt schießt, und ein vom Unglück überschattetes Blumenmeer in der Havelregion – MAZonline dokumentiert die erschütterndsten Nachrichten und Kriminalfälle des Jahres 2015.

20. Januar

Ein 72 Jahre alter Landwirt erschießt auf seinem Hof bei Nauen (Havelland) einen Mitarbeiter des Veterinäramtes. Er befürchtete, nur noch wenige Rinder behalten zu dürfen. Am 24. September wird der Mann vom Landgericht Potsdam zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Drama auf einem Hof bei Nauen

Drama auf einem Hof bei Nauen: Weil er seine Rinder nicht hergeben wollte, erschießt ein 72 Jahre alter Bauer einen Veterinär.

Quelle: Julian Stähle

18. April

Die Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion wird eröffnet. Erstmals ist die Schau auf fünf Orte verteilt. Doch das Blumenmeer wird von einem Unglück überschattet: Am 13. Juni wird ein 49 Jahre alter Mann auf dem Buga-Gelände in Rathenow (Havelland) bei einem plötzlichen Unwetter von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Eine Woche bleibt die Schau danach an dem Standort geschlossen. Am 11. Oktober endet die Buga mit deutlich weniger Besuchern als geplant und einem Millionen-Defizit.

Schwere Unwetter legen die Bundesgartenschau lahm

Schwere Unwetter legen die Bundesgartenschau lahm.

Quelle: dpa

5. Mai

In einem Flüchtlingsheim in Teltow (Potsdam-Mittelmark) wird ein 21 Jahre alter Asylbewerber mit 19 Messerstichen getötet. Ein 35 Jahre alter Tatverdächtiger wurde ganz in der Nähe der Unterkunft mit einem blutverschmierten Messer erwischt. Die beiden Männer waren zuvor im selben Zimmer untergebracht.

In diesem Flüchtlingsheim in Teltow ist bei einem Streit ein Asylbewerber ums Leben gekommen

In diesem Flüchtlingsheim in Teltow ist bei einem Streit ein Asylbewerber ums Leben gekommen.

Quelle: dpa

Kurz vor Prozessbeginn die Überraschung: Der mutmaßliche Mörder gibt sich selbst als ehemaliger somalischer Pirat aus. Er sorgte außerdem mit unterschiedlichen Angaben, etwa zu seinem Namen und Lebenslauf für weitere Irritationen. Dennoch fiel kurz vor Weihnachten das Urteil: Der Asylbewerber wurde zu einer hohen Haftstrafe verurteilt.

12. Juni

Lebenslange Haft im „Maskenmann“-Prozess: Das Landgericht Frankfurt (Oder) spricht den 47 Jahre alten Angeklagten unter anderem des Mordversuchs schuldig. Mario K. soll zwei Millionärsfamilien überfallen und einen Bankmanager entführt haben, um Lösegeld zu erpressen. Damit ist der Fall aber nicht abgeschlossen: Die Verteidigung legt Revision ein, auch die Debatte über die Polizeiarbeit in dem Fall geht weiter.

Kurz vor der Urteilsverkündung im „Maskenmann“-Prozess

Kurz vor der Urteilsverkündung im „Maskenmann“-Prozess: Der Angeklagte Mario K. (l.) mit seinem Anwalt Axel Weimann am Landgericht in Frankfurt (Oder).

Quelle: dpa

Ein Kommentar zum Maskenmann-Prozess finden Sie hier.

16. Juni

Traurige Nachricht aus Ludwigsfelde: Maurice („Momo“) Marquardt, der beim Ludwigsfelder FC in der A-Jugend kickte, verstirbt am 16. Juni im Alter von nur 18 Jahren an einer seltenen, plötzlich auftretenden Krankheit.

Maurice („Momo“) Marquardt kickte beim Ludwigsfelder FC in der A-Jugend

Maurice („Momo“) Marquardt kickte beim Ludwigsfelder FC in der A-Jugend.

Quelle: privat

Die Anteilnahme ist riesig. Freunde organisieren ein Benefizspiel zu Gunsten des Verstorbenen. Die Fußball-Stars Mario Götze und Marco Reus spenden signierte Trikots.

18. Juni

Am Potsdamer Hauptbahnhof kommt es zu einem tragischen Unglück. Eine 83-jährige Frau stürzt in einen offenen Gully-Schacht und stirbt. Dort wurden Bauarbeiten durchgeführt.

In offenen Gully-Schacht (links im Foto) stürzte die 83-Jährige

In offenen Gully-Schacht (links im Foto) stürzte die 83-Jährige.

Quelle: Stähle

Nach dem tödlichen Unfall begann eine Diskussion darüber, ob die Baustelle richtig abgesichert war. Im Oktober stellt die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen einen Kanalarbeiter wegen „geringer Schuld“ ein. Es wird keine Anklage geben. Die Familie des Opfers ist entsetzt.

9. Juli

Der sechsjährige Elias wird im Potsdamer Stadtteil Schlaatz in der Nähe der elterlichen Wohnung entführt. Ein ganzer Stadtteil hilft bei der Suche – vergeblich. Ende Oktober kommt die Polizei dem Täter auf die Spur. Der 32 Jahre alte Silvio S. gesteht, Elias und auch den vierjährigen Flüchtlingsjungen Mohamed aus Berlin getötet zu haben.

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Hunderte Menschen sind am Dienstagabend zu einer bewegenden Gedenkfeier für den 6-jährigen Elias zusammengekommen. Der getötete 6-Jährige lebte mit seiner Familie zuletzt im Potsdamer Stadtteil Schlaatz. Dort haben viele Menschen Blumen und Kerzen niedergelegt. Oberbürgermeister Jann Jakobs hielt eine emotionale Rede.

Quelle: Julian Stähle

So bewegend war der Abschied von Elias in Potsdam:

9. Juli

Weil er seine kleine Tochter vergiften wollte, wird ein 37 Jahre alter Vater vom Landgericht Potsdam zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er hatte seiner Tochter immer wieder „säure- und/oder alkoholhaltige Substanzen“ verabreicht. Das Kind überlebte nur mit viel Glück.

25. August

Unbekannte Täter verüben einen Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen (Havelland). Die Brandstifter werden in der rechtsextremen Szene vermutet.

Die brennende Sporthalle in Nauen (Brandenburg) am 25

Die brennende Sporthalle in Nauen (Brandenburg) am 25. August 2015. Die Sportstätte war als Notunterkunft für etwa 100 Flüchtlinge geplant.

Quelle: Julian Stähle

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) sagte beim Besuch des Tatortes: „Wer Unterkünfte von Flüchtlingen in Brand setzt, ist kein Asylkritiker, sondern ein Verbrecher. Anschläge auf Asylbewerberheime sind auch Anschläge auf unsere Gesellschaft.“

26. August

Neun Babys hatte sie getötet, 2006 wurde Sabine H., eine Mutter aus Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree), zu 15 Jahren Haft verurteilt. Nun gibt das Landgericht Cottbus ihrem Antrag auf vorzeitige Entlassung statt. Einige Tage später kann die Frau das Gefängnis Luckau-Duben verlassen.

Der Fall gilt in der deutschen Kriminalgeschichte als beispiellos

Der Fall gilt in der deutschen Kriminalgeschichte als beispiellos: Vor zehn Jahren wurden auf einem Grundstück in Brieskow-Finkenheerd die sterblichen Überreste von neun Babys gefunden. Die Mutter, Sabine H., soll sich nach den Geburten nicht um die Säuglinge gekümmert haben.

Quelle: dpa

9. September

Tragische Verwechslung in Nauen: Ein Jäger schießt aus Versehen auf ein Liebespaar in einem Maisfeld. Der 31 Jahre alte Norman G., Mittelfeldspieler beim Klub Blau-Weiß Groß Behnitz, stirbt, seine Freundin wird schwer verletzt.

20. November

Der Brandanschlag in Nauen bleibt nicht der einzige Angriff, der landesweit für große Aufregung sorgte: Nach einer fremdenfeindlichen Demonstration verwüsten detonierende Böller am 20. November einen kirchlichen Jugendclub in Jüterbog.

Am Abend des 20

Am Abend des 20. November explodieren nach Asyl-Demos Böller in einem Jugendtreff in Jüterbog.

Quelle: Julian Stähle

>> MAZ-Ticker zum Nachlesen

Die Täter werden in rechtsextremistischen Kreisen vermutet, weil der Jugendtreff auch als Anlaufstelle für Flüchtlinge genutzt wurde. Der Staatsschutz ermittelt.

17. Dezember

Klaus Ness, Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten im Landtag, bricht am Abend im Landtag in Potsdam plötzlich zusammen. Die Grünen-Abgeordnete Ursula Nonnemacher und der CDU-Politiker Michael Schierack (beides Ärzte) leisten Erste Hilfe. Dann kommt der Politiker ins Krankenhaus. Doch die Ärzte können sein Leben nicht mehr retten. Er stirbt mit 53 Jahren gegen 0.50 Uhr am frühen Freitagmorgen. Die Politik ist erschüttert.

Klaus Ness ist am 18

Klaus Ness ist am 18. Dezember gegen 0.50 Uhr gestorben. Er war der Fraktionsvorsitzende der Brandenburger SPD.

Quelle: MAZ

>> Klaus Ness. Ein Nachruf.

>> Die letzte Begegnung mit Klaus Ness

>> Abschied von Klaus Ness im Januar

27. Dezember

Es ist Sonntag. Ein Abend nach dem Weihnachtsfest. Auf den Straßen ist es bereits dunkel, da wird ein Mann auf offener Straße in Zossen (Teltow-Fläming) in der Bahnhofsstraße mit einem Messer niedergestochen.

Die Polizei untersucht vor Ort die Spuren  nach der brutalen Attacke

Die Polizei untersucht vor Ort die Spuren nach der brutalen Attacke.

Quelle: MAZ

Das Opfer der Attacke rettete sich noch bis zur naheliegenden Tankstelle. Dort brach er zusammen. Die Polizei ermittelt.

28. Dezember

In Königs Wusterhausen wird ein junges Biber-Mädchen das erste Opfer der Silvesterknallerei in Brandenburg. Kinder attackierten unter anderem Enten im Schlosspark mit Böllern. Das Biber-Jungtier erlitt einen Schock, die Trommelfelle rissen. Weil das Tier zum Zeitpunkt der enormen Druckwelle, die durch die Böller auslöst wurde, im Wasser war, ertrank es in der Folge qualvoll.

In Brandenburg stehen Biber unter Naturschutz. Wer sie fängt, verletzt oder sogar tötet, muss mit Strafen bis zu 65.000 Euro rechnen.

Von MAZonline

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