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Das kommt auf Stromkunden in Brandenburg zu

Steigende Netzentgelte Das kommt auf Stromkunden in Brandenburg zu

Die Strompreise in Brandenburg gelten als die höchsten in ganz Deutschland. Ein Ende der Fahnenstange ist nicht erreicht: Stromkunden müssen im kommenden Jahr fast überall mit höheren Preisen rechnen. Die Erhöhungen fallen regional sehr unterschiedlich aus. Die MAZ zeigt, wo es wie teuer wird.

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Die Stromkosten steigen.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam.  Die Stromkunden in Brandenburg müssen im kommenden Jahr fast überall mit höheren Preisen rechnen. Die Erhöhungen fallen regional sehr unterschiedlich aus, wie eine Analyse des Vergleichsportals Verivox zeigt. Demnach steigen die Netzentgelte des größten Betreibers Edis AG um 20 Prozent, die der Stadtwerke Brandenburg/Havel um 13 Prozent und jene der Netzgesellschaft Potsdam um acht Prozent.

Beispielhaushalt zahlt bis zu 82 Euro mehr im Jahr

Für einen Beispielhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden bedeuten das zusätzliche Kosten von netto 76 Euro, hat Verivox berechnet – so etwa für die rund 620 000 Haushalte, die über Edis versorgt werden. Kunden der Stadtwerke Ludwigsfelde müssen mit zusätzlichen 27 Euro rechnen, bei den städtischen Betriebswerken Luckenwalde sind es 36 Euro.

Für Potsdamer steigen die Netzkosten laut Verivox um 19 Euro, für Kunden der Brandenburger Stadtwerke um 34 Euro. Bei den Stadtwerken Neuruppin und Oranienburg geht die Untersuchung von einem Anstieg um elf beziehungsweise 17 Euro aus. Die Havelstrom Zehdenick erhöht um zwei Prozent, das macht etwa sechs Euro im Jahr.

Die Stadtwerke Wittenberge verlangen sechs Prozent höhere Entgelte, das sind 16 Euro mehr im Jahr. Die Prignitzer PVU Energienetze GmbH verlangt sieben Prozent höhere Entgelte, das macht etwa 39 Euro im Jahr. Die Stadtwerke Pritzwalk erhöhen um sieben Prozent oder 21 Euro.

Gubener besonders heftig betroffen

Am heftigsten fällt der Preissprung im Südosten des Landes aus: die Gubener Energieversorgung erhöht die Leitungsgebühren um 58 Prozent. Für einen Durchschnittshaushalt sind das 82 Euro zusätzlich im Jahr. „Aktuell steuern wir in Brandenburg auf noch höhere Strompreise zu. Dabei ist Strom in Brandenburg schon heute durchschnittlich über vier Prozent teurer als im Rest der Republik“, sagte Verivox-Geschäftsführer Jan Lengerke. Zusätzlich müssen Verbraucher noch eine höhere Umlage für erneuerbare Energien in Kauf nehmen. Sie steigt von 6,354 auf 6,88 Cent je Kilowattstunde.

Edis verweist auf vorgelagerte Kosten

Bei Edis verweist man auf „einen drastischen Kostenanstieg“ des Stromnetzbetreibers 50Hertz, der wiederum für die Höchstspannungsleitungen zuständig ist. „In der Regel fallen Netzentgelte in dicht besiedelten Gebieten, wie Städten, geringer aus als auf dem Land“, erklärte Sprecher Danilo Fox. „Des Weiteren sind die Netzentgelte auch deutlich abhängig von den notwendigen Netzausbaumaßnahmen für die Integration der Erneuerbaren Energien.“

Ökostromanbieter wirft Netzbetreibern Bereicherung vor

Der Ökostromanbieter Lichtblick warf den Netzbetreibern vor, sich an den Entgelten zu bereichern. Die Leitungsnetze seien zu „Goldeseln“ geworden, sagte Geschäftsführer Gero Lücking.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg rät Kunden, über einen Anbieterwechsel nachzudenken. „Ein Durchschnittshaushalt kann je nach aktuellem Vertrag und Wohnort deutlich über 100 Euro jährlich sparen“, sagte Sprecherin Lisa Hödgen. „Am höchsten ist das Sparpotenzial normalerweise, wenn man noch in der Grundversorgung ist und in einen anderen Tarif wechselt.“

Anbieterwechsel ist einfach

Der Anbieterwechsel ist grundsätzlich einfach, erklärt die Sprecherin. „Man sucht sich einen neuen Anbieter und beauftragt ihn, den Wechsel durchzuführen.“ Bei der Auswahl eines geeigneten Tarifs sollte man darauf achten, dass der neue Tarif eine möglichst lange Preisgarantie (mindestens zwölf Monate) hat, so dass man nicht direkt nach dem Wechsel von einer unerwünschten Preiserhöhung überrascht wird.

Außerdem sollte man auf eine kurze Kündigungsfrist achten, am besten nicht mehr als sechs Wochen. Pakettarife empfehlen sich laut Verbraucherzentrale fast nie, außer wenn Verbraucher ihren Stromverbrauch sehr genau kennen und er sehr konstant bleibt. „Sonst zahlt man fast immer drauf, weil man entweder weniger Strom verbraucht, als man im Paket gebucht hat oder verhältnismäßig teuren Strom dazu kaufen muss, wenn man mehr Strom verbraucht als vereinbart.“ Auch von Stromtarifen mit Vorkasse sei abzuraten. „Geht der Stromlieferant insolvent, ist bereits gezahltes Geld oft verloren“, erklärte Hödgen.

Von Torsten Gellner

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