Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Das lesen MAZ-Redakteure – was lesen Sie?
Brandenburg Das lesen MAZ-Redakteure – was lesen Sie?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:23 28.03.2017
Quelle: dpa
Potsdam

Zum Welttag des Buches am 23. April wollen wir wissen, was die Brandenburger am liebsten lesen, und bitten um Ihre Empfehlungen! Unter allen Einsendern verlosen wir Gutscheine für „Hugendubel“ und „ Das Internationale Buch“ in Potsdam und Bücher aus dem Rowohlt-Verlag.

Alle Infos zur Teilnahme und den Preisen >

Zuvor verraten MAZ-Redakteure ihre Lieblingsbücher:

Monika Held: „Der Schrecken verliert sich vor Ort“

Marion von Imhoff, MAZ-Lokalredakteurin in Brandenburg an der Havel, ist von dem Roman „Der Schrecken verliert sich vor Ort“ (Eichborn 2013) gefesselt: „Ich habe das Buch auf der Leipziger Buchmesse gekauft und nicht mehr aus den Händen gelegt. Es handelt von der ungemein berührenden und zarten Liebesgeschichte zwischen einer jungen Frau und einem deutlich älteren Mann im Nachkriegsdeutschland. Heiner ist Auschwitz-Überlebender, traumatisiert von den Erlebnissen und über Jahre nur noch ein Schatten, gepeinigt von Erinnerungen und schwer krank. Lena, lebensfroh und in Sicherheit aufgewachsen, versucht, die Welt ihres Mannes zu verstehen, seine Erlebnisse nachzuvollziehen. Gemeinsam fahren sie von Deutschland nach Polen zu überlebenden Freunden. Doch Lena bleibt eine Außenseiterin.“

Thomas Hettche: „Die Pfaueninsel“

Peter Degener, MAZ-Lokalredakteur in Jüterbog, hat „Die Pfaueninsel“ (Kiepenheuer & Witsch 2014) von Thomas Hettche gern gelesen: „Die Pfaueninsel inmitten der Havel bei Potsdam gilt als ein ganz besonderes Gartenparadies. Im gleichnamigen Roman wirft Thomas Hettche einen düsteren Blick hinter die Kulissen der Gartenpracht und der königlichen Familie. Anhand der Lebensgeschichte der „Zwergin“ Marie Strakon, die als kleinwüchsige Kuriosität im 19. Jahrhundert zum Inventar der Insel gehörte, erzählt Hettche die Geschichte des Ortes und seiner Bewohner. Während die Pfaueninsel im Havelstrom als Ort der Exotik und der Lust mit verrückten Architekturen und wilden Tieren geschildert wird, verändert sich draußen das Agrarland Preußen in eine Industrienation. Gleich zu Beginn des Romans wird das junge Waisenkind von der preußischen Königin Luise als „Monster“ bezeichnet. Sie ist die hässliche Außenseiterin in der Wunderwelt der Pfaueninsel, die von den Revolutionen der Außenwelt (fast) verschont bleibt. Mein Fazit: Die vom Autor aufgeworfenen Fragen von Schönheitsidealen, Toleranz und der Veränderung der Gesellschaft durch Technik und Revolutionen betreffen auch unsere Gegenwart. Mit seiner bewusst altmodischen Wortwahl versetzt Hettche den Leser für diese Auseinandersetzung in eine andere, ungemein spannende Ära und Welt. Ich habe „Die Pfaueninsel“ wegen seiner Sprache auch als Hörbuch sehr genossen.“

Karen Köhler: „Wir haben Raketen geangelt“

Marion Kaufmann, MAZ-Redakteurin der „Potsdamer Tageszeitung“, empfiehlt „Wir haben Raketen geangelt“ von Karen Köhler (dtv 2016): „Wer findet im Alltag schon die Zeit, große Romane zu wälzen? Das Erzähldebüt der Hamburger Autorin ist ein Geschenk für Literaturfreunde, die nicht ganz so viel Zeit haben und trotzdem große, moderne Literatur erleben wollen. Die neun Erzählungen sind vom Stil ganz unterschiedlich und doch typisch Köhler. Vom Roadmovie ins Death Valley bis zu einer Mitarbeiterin eines Kreuzfahrtschiffes, die einfach unterwegs aussteigt, ist alles dabei. Köhler schreibt lakonisch, manchmal schnoddrig und immer auf den Punkt. Höchste Zeit für einen zweiten Band.“

Chad Harbach: „Die Kunst des Feldspiels“

MAZonline-Redakteur Christian Meyer steht auf Chad Harbachs Roman „Die Kunst des Feldspiels“ (DuMont 2016): „Trotz 600 Seiten ein wunderbar kurzweiliges Buch in dem es nur vordergründig um Baseball geht. Tatsächlich spinnt der Autor eine tolle Geschichte, die an einem US-Campus spielt. Es geht um die großen Themen wie Liebe, den Zufall und das Leben. Dem Autor gelingt es toll und spannend die Geschichten der wunderbaren Charaktere wunderbar miteinander zu verweben.“

Juan Gabriel Vásquez: „Das Geräusch der Dinge beim Fallen“

Marlies Schnaibel, MAZ-Lokalredakteurin bei „Der Havelländer“: „Normalerweise interessiere ich mich nicht für Südamerika, nicht für Kolumbien und für dessen Drogenkartelle. Aber genau davon handelt der Roman, der zu meinem Lieblingsbuch des Winters wurde. Ich hatte es nur gekauft, weil ich im Buchladen aus einem Augenwinkel „Ein packendes, geniales Buch!“ las. Stand auf dem Buchtitel, der von mir hochgeschätzte Jonathan Franzen warb solcherart für „Das Geräusch der Dinge beim Fallen“ (Fischer Taschenbuch 2017) von Juan Gabriel Vásquez. Und so geriet ich nach Bogota ins Jahr 2009. Ein Mann wird auf offener Straße erschossen. Sein Freund versucht die Gründe zu finden. In einer Mischung aus Kriminalroman und Liebesgeschichte, wo sich Schrecken und Schönzeit begegnen, beschreibt der Autor das Leben einer ganzen Generation. Wirklich packend, drängend, genial.“

Hermann Hesse: „Unterm Rad“

Das Herz von Kulturredakteur Lars Grote hat schon früh ein Klassiker erobert: „Mein Lieblingsbuch ist „Unterm Rad“ von Hermann Hesse, es erschien 1906. Ich habe keinen Satz mehr in Erinnerung, aber ich spüre immer noch, 30 Jahre nach der Lektüre, wie es mich mit Kraft und Aufbruch durchflutet hat.Ich war 17, ein Mädchen aus der Klasse hatte in der Pause erzählt, wie toll es das Buch findet – weil ich das Mädchen gut fand, fragte ich: „Leihst du es mir mal?“ Von dem Buch hatte ich mir nichts versprochen (bis dahin las ich nur Comics). Aber von dem Mädchen. Mit dem Mädchen ist es nie etwas geworden, aber Hesse hat mir mit einer unglaublichen Wucht gezeigt, wie glücklich ein Roman machen kann. Seit ich „Unterm Rad“ gelesen habe, das davon erzählt, wie ein junger, gesunder, empfindsamer Mensch von den kranken Konventionen der Erwachsenen unterworfen werden soll, kann ich nicht mehr ohne ein Buch in Reichweite leben. Immer habe ich eines in der Tasche oder neben dem Sofa. Dieses Gefühl von Glück wollte ich an meine Tochter weiterreichen, als auch sie 17 war. Ich gab ihr Hesses „Unterm Rad“. Sie steckte es mir 15 Seiten später zurück. „Ach, Papa, lass mal, ist nicht so mein Fall…“ Das Kind ist trotzdem glücklich. Nicht zu glauben.“

Jonathan Franzen: „Unschuld“

MAZ-Sportchef Stephan Henke liest Jonathan Franzen: „In seinem fünften Roman verwebt Jonathan Franzen geschickt die Lebenswege seiner drei Protagonisten zu einer spannenden Geschichte über Vertrauen, Verrat und die Überwachungsmöglichkeiten durch das Internet. Andreas Wolf stammt aus einer privilegierten DDR-Familie - verwandt mit Spionagechef Markus Wolf - und schwingt sich später zu einem Internetaktivisten auf, der wohl nicht ganz zufällig Wikileaks-Gründer Julian Assange ähnelt. Auf der anderen Seite steht mit Tom Aberant ein Journalist, der ein dunkles Geheimnis von Wolf kennt und eine Enthüllungsgeschichte plant, die Wolf unbedingt verhindern will. Dazwischen reibt sich Hauptfigur Purity (dt.: Reinheit) Tyler, genannt „Pip“, zwischen den Fronten auf. Purity schließt sich Wolf in Bolivien an, um die Ressourcen von Wolfs Enthüllungsplattform für die Suche nach ihrem Vater zu nutzen. Franzen entwickelt in zahlreichen Rückblicken seine Charaktere so geschickt, dass sich nach und nach ein Gesamtbild der Geschichte ergibt, das der Leser schon vor den Hauptfiguren entdeckt, was die Spannung des Buches ausmacht.“

Alle Infos zur Teilnahme und den Preisen >

Leipziger Buchmesse

Auf der Leipziger Buchmesse läutet die Buch- und Verlagsbranche am Donnerstag, 23. März, den Bücherfrühling ein. Knapp 2500 Aussteller aus 43 Ländern sind vertreten. Im vergangenen Jahr kamen rund 260 000 Besucher. Die Bücherschau ist an allen vier Messetagen für das allgemeine Publikum geöffnet.

Mit Spannung wird am Nachmittag die Verleihung des mit insgesamt 60 000 Euro dotierten Preises der Leipziger Buchmesse erwartet. Er wird in den Sparten Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung vergeben.

Bis zum Sonntag stehen auf der Messe und dem dazugehörigen Lesefstival «Leipzig liest» rund 3400 Veranstaltungen auf dem Programm. Als Gastland macht Litauen auf sich aufmerksam.

Bei Lesungen und Gesprächsrunden treten Autoren wie Nora Bossong, Clemens Meyer, Martin Suter und Feridun Zaimoglu auf.

Von MAZonline

Die Bilanz zu poltischen Straftaten treiben Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter Sorgenfalten ins Gesicht. Die Ränder der Gesellschaft radikalisieren sich. Vor allem die Gewalt nimmt zu. Die Brandenburger Behörden müssen gleich an mehreren Krisenherden agieren. Eine Bestandsaufnahme.

23.03.2017

Im Streit um einen Pflasterweg in den deutschen Nationalfarben auf der Gedenkstätte Seelower Höhen bahnt sich eine Einigung an. Doch noch beharrt der Landrat auf der speziellen Farbgebung.

22.03.2017

Das Brandenburger Innenministerium hat am Mittwoch erschreckende Zahlen vorgelegt. Die Zahl der politisch motivierten Gewalttaten ist 2016 deutlich gestiegen. Der Innenminister spricht von einem traurigen Höhepunkt. Die SPD macht eine Partei für die Zunahme politischer Straftaten mitverantwortlich.

22.03.2017