Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Das sind Brandenburgs Millionengräber
Brandenburg Das sind Brandenburgs Millionengräber
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:54 06.10.2016
Die Blütentherme ist eines der kritisierten Projekte. . Quelle: dpa-Zentralbild
Anzeige
Potsdam

Eine umstrittene Hafenanlage, ein pompöses Hallenbad und die künftige Nutzung der Potsdamer Tropenhalle - für den Bund der Steuerzahler klare Fälle von Steuerverschwendung in Millionenhöhe. In dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Schwarzbuch 2016 taucht auch wieder der Bauskandal am Hauptstadtflughafen auf. Seit dem verpatzten Eröffnungstermin im Juni 2012 koste das Chaos um den BER den Steuerzahler täglich mehr als eine Million Euro durch Betriebskosten und fehlende Einnahmen, heißt es.

Klassiker im Schwarzbuch – der BER. Quelle: imago stock&people

Für die Hafenanlage „Marina Teltow“ kaufte die Stadt laut Steuerzahlerbund am Teltowkanal ein Grundstück für 1,35 Millionen Euro von privat. Vor Baubeginn stellte sich heraus, dass der Grundwasserspiegel gesenkt und verunreinigter Boden ausgetauscht werden müssen. Teltow rechnet deshalb statt der veranschlagten 5,3 Millionen Euro nun mit Gesamtkosten von 14,6 Millionen Euro. Der Steuerzahlerbund hält es aber für fraglich, ob dies ausreicht.

Die Marina Teltow - ein nie endendes Projekt. Quelle: dpa-Zentralbild

2011 schloss die Stadt Werder/Havel (Potsdam-Mittelmark) einen Vertrag mit der Kristall Bäder AG zum Bau eines opulenten Hallenbades. Das Vorhaben sollte 18 Millionen Euro kosten und Ende 2012 fertiggestellt sein. Nach Änderungen am Bau stieg die Kostenprognose auf rund 25 Millionen Euro.

Kein Schwimmbad - ein Millionengrab: die Blütentherme in Werder. Quelle: dpa-Zentralbild

Da ihr keine Details vorgelegt wurden, zahlte die Stadt die vom privaten Partner geforderten Mehrkosten nicht. Darauf endeten die Bauarbeiten. Nach einem gerichtlichen Vergleich übernahm die Kommune die Kosten für den Rohbau - bislang rund 21 Millionen Euro. Die von der Stadtverwaltung angegebenen Mehrkosten bis zur Fertigstellung der Therme von zehn Millionen Euro hält der Steuerzahlerbund für zu niedrig, da es für die Folgekosten noch keine Berechnungen gebe.

Im dritten Fall geht es um die Tropenhalle im Potsdamer Volkspark. Seit 2007 schießt die Landeshauptstadt jährlich mehr als 1,5 Millionen Euro zum Betrieb des Bauwerks als künstliche Tropenwelt zu. Nachdem ein privater Betreiber Insolvenz angemeldet hatte, kaufte ein städtischer Betrieb das Areal.

Die Tropenhalle in Potsdam. Quelle: dpa-Zentralbild

Von November 2017 an soll die Halle das Naturkundemuseum aufnehmen. Zudem wird geprüft, ob die Räumlichkeiten als Sporthalle oder für einen Jugendclub genutzt werden können. Die Umbauten dafür werden auf rund fünf Millionen Euro geschätzt. Der Bund der Steuerzahler sieht die kalkulierten Sanierungs- und Umbaukosten als zu niedrig angesetzt, die Tropenhalle könne sich daher zu einem neuen Millionengrab auswachsen.

Steuerverschwendung sieht der Verein auch bei der Bundesgartenschau 2015, die eine halbe Million Besucher weniger als erwartet in die Havelregion von Brandenburg und Sachsen-Anhalt lockte. Laut Schwarzbuch erzielte die Buga ein Defizit von 19 Millionen Euro.

Die Buga – sah schön aus, fuhr aber ein dickes Minus ein. Quelle: dpa-Zentralbild

Von dpa

Schrecklicher Unfall im Kreis Oder-Spree: Dort ist in der Nacht zu Donnerstag ein Mensch ums Leben gekommen. Auf einer Landstraße war ein Auto gegen einen Baum geprallt, dann fing es Feuer. Die Identität des Opfers ist noch unklar.

06.10.2016

Wer angelt und einen richtigen dicken Fisch fängt, der will das auch entsprechend und würdig dokumentieren. Das ist nicht so einfach. Die MAZ hat einen Angelprofi und Fotoexperten gefragt und sich einige Tipps für ein tolles Bild geben lassen. Es kommt nicht nur auf den Fotografen an.

11.10.2016
Brandenburg MAZ-Kommentar zur Kreisgebietsreform - Große Kreise, großer Frust

Brandenburg bekommt eine neue Landkarte, so will es die rot-rote Landesregierung. Die Logik der Kreisgebietsreform: Große Kreise haben eine große Zukunft. Doch die Reform könnte der Landesregierung auf die Füße fallen und Bürger noch stärker von der Politik entfremden. Davon könnte eine Partei profitieren. Ein Kommentar.

06.10.2016
Anzeige