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Das sind Brandenburgs stille Helfer

Gemeinsam gegen die Flut Das sind Brandenburgs stille Helfer

Tausende Freiwillige schleppen Sandsäcke, kümmern sich um die Evakuierten und opfern ihre Zeit. Die stillen Helfer der Flut-Katastrophe in Brandenburg leben nicht nur im Hochwasser-Gebiet. Etwa von Teltow-Fläming aus sind sie aktiv..

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 Eileen Schultes und Christian Klatt.

Quelle: MAZ

Potsdam. Mehr als 3000 Helfer des Katastrophenschutzes stemmen sich in Brandenburg gegen die Flut. Tausende freiwillige Helfer sind im Einsatz und schleppen Sandsäcke. Aber es gibt auch stille Helfer im Hinterland, die ganz selbstverständlich tun, was sie tun können. Die MAZ stellt vier von ihnen vor.
 

Wer am melonengelben Eiswagen von Christian Klatt aus Kyritz ein Eis schleckt, tut ab sofort nicht mehr nur sich oder dem Portemonnaie dieses Unternehmers etwas Gutes: Ein Viertel vom Preis einer jeden verkauften Kugel will Klatt den Flutopfern über Hilfsorganisationen in den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin spenden. „Ich möchte besonders für regionale Spendenbereitschaft ein Zeichen setzen und auch andere Unternehmer dazu motivieren“, sagt der 26-jährige Event-Gastronom aus Kyritz. Sobald es ihm erlaubt wird, will er seine zehn täglich wechselnden Eissorten bis an die Sandsack-Front bringen. Denn das haben die verdient.

Gerald Prinzhorn aus Wittenberge hat die Hochwasserkatastrophe in Brandenburg im Fernsehen mitverfolgt. Ende dieser Woche will der Geschäftsführer des österreichischen Dämmstoffherstellers Austrotherm Richtfest für ein neues Werk in Wittenberge (Prignitz) feiern. Kann man feiern, wenn eine ganz Region gegen die Fluten kämpft? Man kann, man muss sogar, entschieden die Österreicher. Doch wie könnte man helfen? Sand und Säcke gibt es genug, freiwillige Helfer auch. Aber beim Verteilen der kostbaren Fracht gab es Engpässe. 2000 Paletten im Wert von 15 000 Euro spendeten die Österrreicher der Stadt Wittenberge, damit die Sandsäcke dort ankommen, wo sie benötigt werden.

54 Bewohner eines Altenheims in Bernburg an der Saale fanden im neuen Seniorenheim Fontanehof in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) Asyl. Dieses neue Pflegeheim ist noch nicht voll belegt, sodass die Bernburger sozusagen ins gemachte Nest umziehen konnten. Sie wurden begleitet von etwa 20 Helfern – unter ihnen Eileen Schultes, die sich freut, weiter für Senioren wie Richard Lutz da sein zu können. Das Bernburger Heim liegt auf einer Halbinsel und wurde rasch von den steigenden Fluten der Saale erreicht und musste evakuiert werden. In Ludwigsfelde kümmert sich nun auch der städtische Seniorenbeirat um die Neuankömmlinge.

Die letzten Nächte waren kurz für Sabine Schneider, Ortsvorsteherin und Pferdewirtin in Felgentreu (Teltow-Fläming). Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass 57 Pferde aus dem Kreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt vor dem Hochwasser gerettet und in ihrer Gemeinde Nuthe-Urstromtal aufgenommen wurden. Die letzten Vierbeiner trafen gestern früh um 3.30 Uhr in Felgentreu ein. Schneider ist Pferdenärrin, hat selbst einen Warmblüter und eine Traberstute sowie 16 Katzen. „Viele Menschen in den Hochwassergebieten mussten ihre Häuser verlassen und sind verzweifelt, aber auch ihre Tiere müssen gerettet werden“, sagt die 44-Jährige und startete eine beispiellose Aktion.

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