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Das sind die Vorschläge für das Jugendwort 2016

Hast du ’ne Bambusleitung? Das sind die Vorschläge für das Jugendwort 2016

Heute schon darthvadert? Der Langenscheidt-Verlag kürt wieder ein neues Jugendwort – 2015 gewann das Wort „Smombie“. Wird es dieses Jahr vielleicht „Banalverkehr“, „Hopfensmoothie“ oder „Bambusleitung“? Wir zeigen, welche 30 Begriffe in der Endauswahl stehen und nun per Online-Voting gekürt werden können.

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Süßmo im Kinder- äh Tindergarten?

Quelle: dpa

Potsdam. Wer will schon „Analog-Spam“ oder „Banalverkehr“, wenn man stattdessen „am fly sein“ kann mit einem „Hopfensmoothie“ und einer „Vollpfostenantenne“. Diese teils merkwürdigen Begriffe haben es in die Top 30 zur Wahl des Jugendworts des Jahres 2016 geschafft. Dieses kürt als Werbeaktion seit einigen Jahren der Langenscheidt-Verlag. Mit großem Abstand vorne lag kurz nach dem Start das Wort „Tintling“ als Bezeichnung für einen Tätowierten, dahinter „Vollpfostenantenne“ für einen Selfiestick und derzeit auf Platz drei steht „Banalverkehr“ – eine belanglose Kommunikation im Chat. Das sind die Top 30 und ihre Bedeutung:

Die Top 30 zur Wahl des Jugendwortes 2016

am fly sein (besonders abgehen)

Analog-Spam (Werbebrief per Post)

bae (before anyone/anything else: Bezeichnung für z.B. beste Freundin, Pizza…)

Tintling (Tätowierter)

Hopfensmoothie (Bier)

Vollpfostenantenne (selfiestick)

Mois (Alter, Kumpel, Bro)

Banalverkehr (belangloser Chatverlauf)

isso (Zustimmung, Unterstreichen von etwas)

Bambusleitung (schlechte Internetverbindung)

darthvadern (den Vater raushängen lassen: „Ich bin immer noch dein Vater“ – „Papa, du darthvaderst schon wieder“)

Googleschreiber (Person, die die URL bei Google eingibt)

Fleischdesigner (Chirurg)

Internetausdrucker (Person, die Websites ausdruckt)

gz (Congratulations – congrats – grats – graz – gz)

cheedo (cool)

Dumfall (Dummer Unfall)

mailden (per Mail melden)

Uhrensohn (Jemand, der sich zur falschen Zeit wie ein Idiot benimmt)

modeln (Hunger aushalten)

Yologamie (Yolo / Monogamie: offene Beziehung)

Overcut (Halbglatze)

Interneteier (Mut, nur online laut zu sein)

schmoof (smooth, geschmeidig)

slearning (sleeping while learning, v.a. im Unterricht)

Süßmo (süße Person, Kosename)

Swaggernaut (extrem coole Person)

Swagphone (Smartphone zum Angeben)

Tindergarten (Sammlung von Onlinedating-Kontakten)

Tweef (Beef (Streit) über Twitter)

Bis zum 31. Oktober können unter www.jugendwort.de/abstimmung die zehn besten Wortneuschöpfungen des Jahres 2016 ausgesucht werden. Aus diesen kürt am 18. November eine Jury das neue Jugendwort. Die Jury-Kriterien sind laut Website: sprachliche Kreativität, Originalität, Verbreitungsgrad des Wortes und gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse. Zu den Jury-Mitgliedern gehören junge YouTuber, ein 22-jähriger Polizeikommissar aus Berlin, Sprachwissenschaftler, Jugendliche, die für Schülerzeitungen arbeiten und Vertreter der Initiatoren. Das „Jugendwort des Jahres“ ist eine Initiative der Langenscheidt GmbH & Co. KG in Kooperation mit der Zeitschrift „Bravo“, dem Jugend-Radiosender Puls vom Bayerischen Rundfunk, der Jugendzeitung „Yaez“, der ProSieben-Sendung „taff“, dem Bundesverband Junger Medienmacher Jugendpresse und dem Kinderprojekt „Die Arche“.

Die Wahl des Jugendwortes ist umstritten

Sowohl die Wahl des Jugendwortes als auch die Gewinnerworte sind umstritten. Ein Argument vonseiten der Sprachforschung ist, dass die durch den Wettbewerb herausgehobenen spaßigen Formulierungen das Sprach- und Denkniveau der Jugend nicht adäquat abbilden würden und so das Bild der Jugend ins Negative verzerren. Jugendliche selbst können mit den Jugendjahresworten oft nichts anfangen.

Die Gewinner der vergangenen Jahre

- 2015 : Smombie. Das aus Smartphone und Zombie zusammengesetzte Wort kritisiert den Tunnelblick aufs Handy.

- 2014 : Läuft bei Dir. Vor zwei Jahren wurde ein ganzer Satz zum „Jugendwort“ gekürt. Er soll als Synonym für cool oder krass gelten.

- 2013 : Babo. Das Wort bedeutet so viel wie Boss oder Anführer. Der Ausdruck erinnert an den türkischen Begriff Baba (Vater) und wird vor allem in kurdischen Gebieten der Türkei benutzt. Hierzulande bekanntgemacht hat den Begriff der deutsch-kurdische Rapper Haftbefehl aus Offenbach - mit seinem Lied „Chabos wissen wer der Babo ist“.

- 2012 : Yolo. Das ist ein Akronym und steht für „You only live once“ - eine Aufforderung, alle Chancen auf Erlebnisse zu nutzen.

- 2011 : Swag. Der US-amerikanische Ausdruck bezeichnet eine „beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung“ oder eine „charismatisch-positive Aura“. Wörtlich übersetzt bedeutet „to swagger“ stolzieren, prahlen oder schwadronieren, und „swaggerer“ heißt Aufschneider oder Angeber.

- 2010 : Niveaulimbo. Mit dem Begriff beschrieben Jugendliche 2010 das Absinken des Niveaus beispielsweise im Fernsehprogramm, bei Partys oder in Gesprächen.

- 2009 : hartzen. Das an Hartz IV angelehnte Wort kann so etwas wie rumhängen oder auch arbeitslos sein heißen.

- 2008 : Gammelfleischparty. Das erste „Jugendwort des Jahres“ ist eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung für eine Ü-30-Party.

„Alpha-Kevin“ flog 2015 aus der Top-30-Liste

Im vergangenen Jahr gab es Zoff wegen eines Wortes auf der Top-30-Liste. Denn die wurde von „Alpha-Kevin“ angeführt. Allerdings nicht lange. Der Favorit ist aus Liste rausgestrichen worden und wurde offiziell gesperrt. Das ist wohl das erste Mal in der Geschichte der Wahl zum Jugendwort des Jahres geschehen. Der Grund: Offenbar fühlten sich viele Kevins beleidigt. „Alpha-Kevin“ bedeutet immerhin so viel wie „der Dümmste von allen“. Nachgerückt war dafür das Wort „kirscheln“. Es bedeutet so viel wie, dass zwei Kirschen zusammenhängen, sich umarmen.

Im Voting lag „merkeln“ vorn – aber die Jury entschied anders

Durch das Ausscheiden von „Alpha-Kevin“ wurde eine hitzige Diskussion in den sozialen Netzwerken entfacht. Denn der damalige Spitzenreiter „Merkeln“ hätte demnach auch gestrichen werden müssen. Das Wort bezieht sich direkt auf Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wer „merkelt“, tue nichts, heißt es, treffe keine Entscheidungen und gebe keine konkreten Äußerungen. Obwohl das Verb „merkeln“ im Online-Voting vorne lag, kürte die Jury am Ende „Smombie“ zum „Jugendwort des Jahres 2015“. Mit der Wahl wirbt der Langenscheidt-Verlag jedes Jahr für sein Lexikon „100 Prozent Jugendsprache“.

 

Von MAZonline

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