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Brandenburg Das sind die neuen Regeln beim Kinderarzt
Brandenburg Das sind die neuen Regeln beim Kinderarzt
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16:05 31.08.2016
Quelle: dpa
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Potsdam

Ab dem 1. September gelten neue Regeln für die Untersuchungen beim Kinderarzt. Diese betreffen die Früherkennungsuntersuchungen und das gelbe Untersuchungsheft, das die Entwicklung eines Kindes von der Geburt bis zum Schulalter dokumentiert. Grundlage ist die vom Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossene, in den vergangenen Jahren grundlegend überarbeitete Kinder-Richtlinie. Im Kern treten ab September folgende Änderungen in Kraft:

• U-Heft wird überarbeitet: Das „Gelbe Heft“ ist entsprechend der neu konkretisierten und erweiterten Früherkennungsuntersuchungen umgestaltet worden, heißt es in einer Pressemittelung des Gemeinsamen Bundesausschusses. Das Heft informiert in seiner neuen Fassung Eltern künftig noch detaillierter über die Inhalte der Vorsorgeuntersuchungen und lässt Platz, um eigene diesbezügliche Fragen zu notieren.

Das gelbe Untersuchungsheft dokumentiert die ärztlichen Untersuchungen des Kindes von der Geburt bis zum Grundschulalter. Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss

Ärztinnen und Ärzte müssen nun beispielsweise dokumentieren, wenn bei der Beobachtung der Interaktion des Kindes mit der Bezugsperson vorgegebene Kriterien nicht erfüllt werden.

Gibt es Beratungsbedarf zu Themen wie Schutzimpfungen oder Belastungssituationen, können das Ärzte zukünftig vermerken. Eine herausnehmbare Karte soll den Nachweis über die geleisteten Untersuchungen gegenüber Dritten erleichtern. So kann etwa der Kindergarten sehen, dass das Kind an der Untersuchung teilgenommen hat, ohne dass differenzierte Informationen herausgeben werden müssen.

• Eltern-Kind-Beziehung rückt in den Fokus: Die Beziehung zwischen Eltern und Kind wird bei den Vorsorgeuntersuchungen künftig in den Fokus rücken. So sollen Entwicklungsstörungen, die auf eine gestörte Beziehung zurückzuführen sind, früher erkannt und behandelt werden können.

• Impfschutz: Die Beratung zum Impfschutz wird künftig verbindlicher Bestandteil der U-Untersuchungen sein. „Damit wollen wir dazu beitragen, dass wichtige Schutzimpfungen rechtzeitig und vollständig vorgenommen werden“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). Zuletzt hatte es immer wieder Fälle von Masern gegeben, die auf die niedrige Impfquote der Deutschen zurückzuführen waren.

Hier erhält Karlotta mit der Spritze eine Masernimpfung. Das Thema Impfen erhält durch die neuen Kinder-Richtlinien mehr Gewicht. Quelle: Patrick Seeger/dpa

• Mukoviszidose-Screening : Ab dem 1. September können Neugeborene auf die Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose untersucht werden. Beim Screening wird künftig das Blut von Neugeborenen auf die angeborene Drüsenerkrankung hin untersucht.

• Festgelegte Standards : Ausdrücklich festgehalten ist nun, dass die in der Kinder-Richtlinie vorgegebenen Standards für die U1 bis U9 – also die Untersuchungen direkt nach der Geburt bis zum 64. Lebensmonat – eingehalten werden müssen, insbesondere bei Hörtests, Sehtests und bei der orientierenden Beurteilung der Entwicklung.

Für alte U-Hefte älterer Kinder gibt es zusätzliche Einlegeblätter

Alle ab dem 1. September geborenen Kinder bekommen automatisch das neue U-Heft. Die Eltern erhalten es zur Geburt in Krankenhäusern, Kinderarztpraxen oder direkt von ihrer Hebamme. Für Kinder bis zur Früherkennungsuntersuchung U6 wird es, zusätzlich zum alten U-Heft, ein zweites Heft geben. Bei allen Kindern, die diese Untersuchung bereits hinter sich haben, werden die kommenden auf Einlegeblättern im alten Heft dokumentiert.

Neugeborene können künftig bundesweit auch auf Mukoviszidose getestet werden. Das Screening zur Früherkennung der seltenen erblichen Stoffwechselkrankheit wird am 1. September 2016 eingeführt. Quelle: dpa

Kinderärzten gehen die Neuerungen nicht weit genug

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) begrüßte die Neuregelung als „wichtigen Schritt“ zur besseren Beurteilung der Gesundheit der Kinder. Verbesserungen gibt es nach Angaben des BVKJ vor allem bei den Untersuchungen zur Entwicklung der Sprache, der Fein- und Grobmotorik sowie der Sehleistung. Allerdings: „Wir sind enttäuscht, dass die Kassen nicht bereit waren, auch die psycho-soziale Entwicklung und die Früherkennung von Verhaltensauffälligkeiten in das Heft zu übernehmen“, sagte BVKJ-Präsident Thomas Fischbach den Funke-Zeitungen.

Bis zur U9 übernehmen die Krankenkassen die Kosten

Früherkennungsmaßnahmen für Säuglinge und Kleinkinder zählen seit 1971 zu den Pflichtleistungen der Krankenkassen. Für Kinder gibt es von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr elf Vorsorgeuntersuchungen – die U1 bis U9 werden im gelben Vorsorgeheft und die J1 gesondert dokumentiert. Diese „Us“ sind grundsätzlich freiwillig, jedoch werden in vielen Bundesländern inzwischen schriftliche Erinnerungen verschickt, um die Quote zu verbessern. Die Untersuchungen sind bis zur U9 kostenlos. Zusätzliche drei Gesundheitschecks – U10, U11 und J2 – empfiehlt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Jedoch erstatten noch nicht alle Krankenkassen die Kosten dafür. Die Arztbesuche sollen sicherstellen, dass Fehlentwicklungen und Erkrankungen schnell erkannt werden, um früh eine entsprechende Therapie einleiten zu können. Zudem sollen die Untersuchungen dazu dienen, Fälle von Vernachlässigung oder Misshandlung zu erkennen.

Von Anne Reck, MAZonline mit dpa, AFP

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