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Das war die Woche in Brandenburg

1. Februar bis 6. Februar 2016 Das war die Woche in Brandenburg

Die erste Februar-Woche war voll unterschiedlicher Nachrichten. Mehrere tödliche Unfälle schockierten die Menschen. Zum Beispiel der Tod eines 4-Jährigen im Kreis Teltow-Fläming. Wir blicken auf eine Woche zurück, in der unter anderem auch ein SEK-Einsatz für Schlagzeilen und Twitter-Tweets sorgte.

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SEK-Einsatz in der Prignitz.

Quelle: MAZ

Potsdam. Bis auf Weiteres will die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung immer mittwochs in Potsdam demonstrieren. Das ist ein Thema, das viele MAZ-Leser interessiert. Unsere Texte zählen zu den meistgelesenen, das war auch in der ersten Februar-Woche so. Mehrere tragische Unfälle zu Wochenbeginn sorgten für Erschütterung. Kurios: ein Reichsbürger twitterte live, während er sich vorm SEK in seinem Haus verschanzte. Und Mittenwaldes korrupter Bürgermeister hat einen neuen Skandal am Hacken.

Wir geben einen Überblick, welche Nachrichten in der zurückliegenden Woche wichtig waren und welche besonders unsere Leser interessiert haben.

Montag, 1. Februar

Bei einem Unfall in Berlin ist ein 69-jähriger Mann ums Leben gekommen. Sein Schicksal berührt auch viele Brandenburger. Besonders tragisch: Er wurde wohl Opfer eines illegalen Autorennens, dass sich zwei Männer auf dem Ku’damm lieferten. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) verurteilte die Täter mit scharfen Worten: „Hier musste ein Mensch sterben, weil ein paar Idioten ihr Testosteron nicht im Griff haben.“ Die beiden Fahrer sind polizeibekannt und fallen nicht mehr unter das Jugendstrafrecht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die 24 und 26 Jahre alten Männer wegen Totschlags. Für Totschlag liegt die Strafe bei mindestens fünf Jahren Gefängnis. Der Strafrahmen für fahrlässige Tötung hingegen wäre kleiner, er bewegt sich zwischen Geldstrafen, Bewährungsstrafen und Gefängnis bis zu fünf Jahren.

Fahrzeugteile liegen in der Tauentzienstraße in Berlin nach einem illegalen Autorennen

Fahrzeugteile liegen in der Tauentzienstraße in Berlin nach einem illegalen Autorennen. Ein unbeteiligter Autofahrer ist ums Leben gekommen. Drei weitere Autoinsassen wurden schwer verletzt.

Quelle: dpa

Am Montag interessierten sich die MAZ-Leser außerdem für den Unmut vieler Zeesener über die Flüchtlingsunterbringung. Im Stadtgebiet in Königs Wusterhausen leben derzeit etwa 600 Flüchtlinge, die meisten von ihnen in Zeesen. In diesem Ortsteil ging jetzt auch die neue Gemeinschaftsunterkunft in der ehemaligen Ferienanlage „Am Sandberg“ in Betrieb. Viele Anwohner fühlen sich dort überrumpelt sowie schon „im eigenen Land als Bürger zweiter Klasse.“

Dienstag, 2. Februar

Ein schrecklicher Verkehrsunfall in Kleinbeeren im Landkreis Teltow-Fläming kostet einen 4-jährigen Jungen das Leben. Der Junge ist auf dem Heimweg vom Spielplatz von einem Auto angefahren und schwer verletzt worden. Die Ärzte im Krankenhaus konnten dem 4-Jährigen nicht mehr helfen. Die Mutter musste den Unfall ihres Sohnes mitanschauen. Sie erlitt einen Schock und wurde seelsorgerisch betreut, ebenso wie die 52-jährige Autofahrerin.

An der Unfallstelle sind nach dem tragischen Unglück Blumen und Kerzen niedergelegt worden

An der Unfallstelle sind nach dem tragischen Unglück Blumen und Kerzen niedergelegt worden.

Quelle: Orth

Bei einem Unfall anderer Art kommt ein 80-jähriger Mann ums Leben. Er war in seine Garage gegangen, um Fahrräder zu reparieren. Als seine Frau später nach ihm schaut, findet sie ihn mit schweren Verbrennungen am Boden liegen. Der Mann hatte einen Zuckerschock erlitten, wurde ohnmächtig und fiel auf den eingeschalteten Heizstrahler. Dabei fing seine Kleidung Feuer.

Mittwoch, 3. Februar

Der Potsdamer Pegida-Ableger veranstaltet seine vierte Demo. Wir waren mit einem Reporterteam und unserem Fotografen dort, viele Leser verfolgen am Abend den MAZ-Liveticker. Die Polizei ist mit 1000 Beamten und Wasserwerfern massiv präsent, Hundertschaften aus mehreren Bundesländern sind zur Unterstützung da. Rund 1000 Gegendemonstranten sind gekommen, um für ein tolerantes, buntes Potsdam zu werben. Das tun sie teils sehr lautstark auch von vielen Balkonen. Denn anders als bisher ziehen die rund 150 Pegida-Demonstranten diesmal nicht durch die Innenstadt, sondern durch ein Wohngebiet: den multikulturellen Schlaatz. Die Strecke führt auch an einem Flüchtlingsheim vorbei. Pegida hatte die Auflage bekommen, schweigend vorbeizulaufen, sonst hätte die Polizei die Demo sofort aufgelöst. Die fremdenfeindlichen Demonstranten halten sich an die Abmachung. Ein islamfeindlicher Gastredner hetzt in einer Hasstirade gegen Potsdams OB Jann Jakobs und die deutsche Flüchtlingspolitik. Pegida-Anmelder Christian Müller kündigt die fünfte Pegida-Demo für die Folgewoche an. Der Abend verläuft friedlich, es gibt keine Ausschreitungen und die Polizei ist jederzeit Herr der Lage.

Die Polizei ist mit 1000 Beamten im Einsatz

Die Polizei ist mit 1000 Beamten im Einsatz.

Quelle: Stähle

Ein anderer viel gelesener Text des Tages beschreibt einen SEK-Einsatz in Reckenthin in der Prignitz, bei dem sich ein 54-jähriger Reichsbürger in seinem Haus verschanzt und während des Einsatzes twittert. Der 6-fache Familienvater wollte um jeden Preis verhindern, dass ihm der Strom abgeschaltet wird. Zum Einsatz selbst schreibt er: „Die Terroreinheiten sind in Position und warten nur darauf eine deutsche Familie zu erledigen“.

So twitterte der Reichsbürger in Reckenthin während des SEK-Einsatzes

So twitterte der Reichsbürger in Reckenthin während des SEK-Einsatzes.

Quelle: Screenshot/Twitter

Donnerstag, 4. Februar

Die Familie des getöteten Elias (†6) wehrt sich gegen die Vereinnahmung ihres Kindes durch den Potsdamer Pegida-Ableger. Pegida-Demonstranten hatten bei ihrer Demo durch den Schlaatz ein Lied mit dem Titel „Wir hassen Kinderschänder“ abgespielt. Freunde und Familie von Elias sagte, sie wollen mit den Islamfeinden nichts zu tun haben und denken an den ebenfalls ermordeten Mohammed (†4).

Für Empörung sorgt ein neuer Skandal um Uwe Pfeiffer, Bürgermeister von Mittenwalde (Dahme-Spreewald). Die MAZ fand heraus: Pfeiffer hat sein Amt auch missbraucht, um Frauen auszuspionieren. Bei einer früheren Hausdurchsuchung des 2015 wegen Korruption verurteilten und seitdem suspendierten Stadtchefs waren belastende Unterlagen sichergestellt worden. Demnach hat Pfeiffer 182 Frauen ausspionieren lassen, indem er deren Kfz-Kennzeichen ermitteln ließ und Rathausmitarbeiter anwies, für die Vorgänge fiktive Aktenzeichen anzugeben. Im Interview mit der MAZ gibt Pfeiffer frühere Fehler zu und wird auch zu den aktuellen Vorwürfen befragt.

Bürgermeister Uwe Pfeiffe ist derzeit suspendiert

Bürgermeister Uwe Pfeiffe ist derzeit suspendiert.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Freitag, 5. Februar

Seit bald drei Jahren liegt der kleine Arne-William aus Hohen Neuendorf im Wachkoma. Er war im Mai 2013 bei Freunden in einen abgedeckten Pool gefallen und zu lange unbemerkt unter Wasser, der Sauerstoffmangel schädigte sein Gehirn. Viele Menschen hat das Schicksal bewegt, sie spendeten Geld für eine Delfin-Therapie in der Karibik. Nach langem Warten auf einen freien Platz kann die Reise nun endlich starten.

Die 24 und 27 Jahre alten Braumeister Maximilian Schwab und Tobias Ketterer wollen in einem alten Gemäuer zwischen Bahngleisen und Straßen in Großbeeren ihren Traum von einer Brauerei verwirklichen. Die ersten aufwendigen Arbeiten sind erledigt, doch jetzt bekommen sie ein Bußgeld statt einer Baugenehmigung. Die zwei Jungunternehmer sind einem Immobilienmakler auf den Leim gegangen.

Aus dem Stellwerk Großbeeren soll die Stellwerk-Brauerei werden

Aus dem Stellwerk Großbeeren soll die Stellwerk-Brauerei werden.

Quelle: Jutta Abromeit

Von MAZonline

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