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Das war die Woche in Brandenburg

29. Februar bis 6. März 2016 Das war die Woche in Brandenburg

Dass Til Schweiger und Dietmar Woidke an einem Strang ziehen, passiert nicht alle Tage. Sie taten es aber: für einen Fußballtrainer in Brandenburg, dem die Abschiebung droht. Weitere Themen der Woche waren das Bangen um hunderte Arbeitsplätze in Oberhavel und Barnim, die Aufregung um dubiose Tierfutter-Proben im Internet – und die Geschichte eines Helden.

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Feuerwehrmann Tim Conrad hat am Dienstag die kleine Emilia vor einem Feuer in Velten gerettet.

Quelle: Stähle

Potsdam. Der Fall des von Abschiebung bedrohten Trainers des Babelsberger Flüchtlingsfußball-Teams ging in dieser Woche in die Verlängerung. Im Streit um die angedrohte Abschiebung des Mazedoniers Zahirat „Hassan“ Juseinov (35), der in Potsdam-Babelsberg den Flüchtlingsfußballverein „Welcome United“ trainiert, stellte sich Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hinter die Mitarbeiter seiner Ausländerbehörde. Jakobs verwahrte sich gegen Kritik von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Dieser hatte sich öffentlichkeitswirksam für den Flüchtlingstrainer eingesetzt – so wie auch Til Schweiger.

NPD-Mann wird verhaftet – er gilt als Kopf einer braunen Terror-Zelle

Am Dienstag ist NPD-Mann Maik Schneider in Nauen (Havelland) festgenommen worden. Er gilt als Kopf und Drahtzieher mehrerer rechtsextremer Anschläge. So soll er mit Komplizen im Sommer einen Brand in einem geplanten Flüchtlingsheim gelegt haben. Verhaftet wurde er, weil er außerdem verdächtigt wird, das Auto eines Polen angezündet zu haben. Am Freitag veröffentlichten die Ermittler die Ergebnisse ihrer Arbeit.

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In Nauen ist es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Anschlägen gekommen, bei denen ein rechtsextremer Hintergrund vermutet wird. Im Sommer ging eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Flammen auf, Autos wurden vorsätzlich demoliert und das Parteibüro der Linken ist immer wieder attackiert worden. Ein Überblick über eine unheimliche Anschlagsserie.

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Aufregung im Internet um dubiose Fressnapf-Proben

Sehr stark interessierten sich die MAZonline-Leser in dieser Woche für ein Tier-Thema, das im Internet für Aufruhr und Verunsicherung sorgte. Dabei geht es um dubiose Postwurfsendungen, die Futterproben enthalten sollen. Davor warnte etwa die Tierrettung Potsdam. Denn die Proben stehen im Verdacht gesundheitsschädigend für Tiere zu sein. Als Absender ist die Fachmarktkette Fressnapf angeben. Doch das Unternehmen selbst hat die Sendungen nie verschickt und warnt vor der Verwendung.

Feuerwehr-Held rettet Emilia vor dem Feuer – mit einem Teddy

Bei einem Brand am Dienstagabend in Velten (Oberhavel) musste die Feuerwehr 126 Menschen aus dem betroffenen Wohnhaus evakuieren – darunter die kleine Emilia-Marie. Sie hatte Angst, weinte und weigerte sich, in den Korb der Drehleiter zu steigen, als es brannte und sie gemeinsam mit ihrer Familie auf dem Balkon auf ihre Retter wartete: in 16 Metern Höhe. Doch Feuerwehrmann Tim Conrad wusste Rat. Er versprach dem Mädchen einen Teddy als Belohnung – und konnte so das Kind überzeugen.

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Dienstag, 1. März: In Velten (Oberhavel) ist am Abend im Keller eines Wohnhauses ein Brand ausgebrochen. 10 Menschen sind dabei verletzt worden, darunter ein Feuerwehrmann. Wegen der starken Rauchentwicklung mussten mehr als 120 Bewohner ihre Wohnungen verlassen, einige sind derzeit nicht bewohnbar.

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Für Angst anderer Arbeitsplätze in Oberhavel und Barnim in Gefahr

Für Angst anderer Natur sorgte indessen weiterhin die unklare Zukunft zweier Werke der Logistik-Branche. Einerseits sind 270 Arbeitsplätze beim Bombardier-Werk in Hennigsdorf (Oberhavel) in Gefahr. Da habe das Land dem Unternehmen ein Angebot unterbreitet, es habe aber bislang keinen Gebrauch davon gemacht, so Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD). Und andererseits ist auch die Zukunft des Bahnwerks Eberswalde (Barnim) weiterhin unklar.

Bauern leiden unter „Ferkeltourismus“

In der Debatte um Massentierhaltung in Brandenburg berichtet ein Bauer aus Potsdam-Mittelmark von den wirtschaftlichen Problemen seiner Branche. Er beklagt „Ferkeltourismus“ aus Holland und Dänemark. Bei den Anhängern des Volksbegehrens vermisst der Landwirt Sachkenntnis. „Viele denken offenbar, das Fleisch kommt aus der Ladentheke. Kaum einer weiß, unter welchen Bedingungen wir arbeiten“, sagt Landwirt Hans-Christian Daniels aus Wollin. Vor allem das geforderte Klagerecht für Tierschutzverbände könnte für viele Betriebe das Aus bedeuten, befürchtet er.

TV-Formate „Bachelor“ und „Youtopia“ spielen in Brandenburg

Gleich zwei TV-Formate, für die sich viele unserer Leser interessieren, spielten diese Woche in Brandenburg. Die RTL-Kuppel-Show „Der Bachelor“ spielte im Berliner Umland, wo der TV-Rosenkavalier Leonard Freier die Familie von Kandidatin Denise kennenlernte – mit der es sich dann auch ausgeschmust hatte. Mit dem Schmusen so richtig losgehen könnte es dagegen demnächst im Königs Wusterhausener Ortsteil Zeesen, von wo aus im vergangenen Jahr das Reality-Experiment „Newtopia“ ausgestrahlt wurde. Der damalige Teilnehmer Don Diego will den Kerngedanke des abgesetzten TV-Formats nun in Eigenregie wiederbeleben und kündigt einen neuen Livestream an – zur Freude vieler „Newtopia“-Fans.

Brandenburger Zoo-Direktor rüstet sich gegen Känguru-Mafia

Im Kreis Märkisch-Oderland sind binnen weniger Wochen gleich drei Känguru-Babys verschwunden. Der Direktor des Oderbruchzoos Altreetz Peter Wilberg vermutet dahinter skrupellose Tierhändler – oder sogar perverse Gourmets. „Ich glaube nicht, dass zufällig nur die Jungtiere mitgenommen wurden. Wir vermuten dahinter mafiöse Strukturen“, sagt er. Illegale Händler könnten es auf die Exoten abgesehen haben, auf dem Schwarzmarkt könne man für Weibchen Tausend Euro und mehr verlangen. Jetzt rüstet er gegen die Tierdiebe auf. Bei der Polizei, die Wilbergs Anzeige aufnahm, ist es der erste Fall dieser Art gewesen.

Von MAZonline

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