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Brandenburg „Nach 45 Jahren hat man lang genug geschafft“
Brandenburg „Nach 45 Jahren hat man lang genug geschafft“
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11:58 28.04.2018
Zeit füreinander. Eine Einsendung von Bernhard Schulz aus Halbe für den MAZ-Leserfotowettbewerb „Augenblicke“ Quelle: unbekannt
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Potsdam

Die Rente ab 63 ist in der Mark ein Renner. Die Wirtschaft jedoch warnt vor Fachkräftemangel: Den Betrieben entziehe die „Rente für besonders langjährig Versicherte“, wie die abschlagsfreie Rente ab 63 offiziell heißt, viele wichtige Fachkräfte. Ab Jahrgang 1953 steigt die Altersgrenze für die abschlagsfreie Rente schrittweise an. Für alle 1964 oder später Geborenen liegt sie wieder wie bislang bei 65 Jahren.

Auch auf der MAZ-Facebook-Seite wurde das Thema emotional disktutiert. Wir fassen die Diskussion zusammen und dokumentieren einige Beiträge.

Bodo Wittmer: Abgesehen von der Tatsache, dass eine vorzeitige Rente mit 63, selbst wenn es keine Abschläge gibt, immer noch geringer ist, als wenn man die reguläre Rente ab 65 erhält, so ist dieses Wahlgeschenk aus einem anderen Blickpunkt eine Mogelpackung. Unverständlicherweise klagen jetzt die Wirtschaftsvertreter, dass ihnen das Personal fehlt. Seit Norbert Blüm wurden Programme auf den Weg gebracht, die Frühverrentung zum Ziel hatten. Die Wirtschaft hat nur zu gern von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, weil sie dadurch die älteren (und damit teuren) Arbeitnehmer durch jüngere und damit billigere ersetzen konnte. Das führte zu solchen Auswüchsen, das Arbeitnehmer mit 45 bis 50 Jahren den Unternehmen schon zu alt waren. Arbeitslose waren schon in dieser Altersgruppe schwer vermittelbar. Heute ist nun das Heulen und Zähneklappern groß, weil überall Fachkräfte fehlen. An die Wirtschaftsbosse und Politiker: So was kommt von so was.

Thomas Müpunkt: Die Betreffenden haben das dann auch verdient. Zieht man von 63 Jahren die 45 verlangten Arbeitsjahre ab, landet man bei 18 Jahren, die diejenigen bei Abschluss ihrer Ausbildung waren. Warum nun jemand mit Zehnklassenabschluss und Lehrberuf und anschließender 45-jähriger Tätigkeit nicht in Rente gehen soll, versteht doch kein Mensch. Wenn man da wieder mit dem Fachkräftemangel argumentiert, heißt das nur, dass die ganzen Human Resource Manager (früher Personalleiter genannt) einfach nicht rechnen können. Für die kommt das völlig überraschend, dass jemand mit 45 Arbeitsjahren im Lebenslauf plötzlich in den Ruhestand will. Das war nicht vorauszusehen?

Daniela Lassahn: Und gerade im Handwerk buckeln sich die Leute 45 Jahre richtig einen ab und sind oft rückenkrank oder ähnliches. Gönnt bitte meinen Kollegen die Rente nach 45 Jahren. Sie haben lang genug geschafft.

Jutta Quast: Es wird immer von der Rente mit 63 geredet, das stimmt so doch schon nicht mehr. Wer dieses Jahr 60 wird, darf erst mit 64 Jahren in Rente gehen. Die Anhebung der Rente auf 67 ist doch nur eine Renten-Kürzung. Es ist in vielen Berufen eine Zumutung, so lange arbeiten zu müssen. Die Politiker, die so etwas beschließen, sollten mal einen Monat als 60-Jährige in einem solchen Betrieb arbeiten, als Bauarbeiter, Erzieher. Aber unter normalen Bedingungen – Kollegen sind im Urlaub oder krank.

Stephan Ganzer: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Die Firmen sollten die gut Ausgebildeten gut bezahlen und nicht mit einem geringen Stundenlohn abspeisen. Man könnte genauso sagen, es gibt einen Mangel an Porsche 911. Wenn man dafür nicht genug Geld in die Hand nimmt, bekommt man auch keinen.

Ig Pe: Schuld sind einzig und allein die Betriebe. Seit drei Jahrzehnten beuten sie Arbeitnehmer aus und wundern sich dann, dass die Leute nicht mehr wollen oder können. Zudem müssen die Betriebe endlich begreifen, dass sie sich selbst um gut ausgebildeten Nachwuchs kümmern müssen und nicht die Politiker.

Andreas Nöbel: Ich sehe eher die Unternehmen in der Pflicht, denn sie haben den Personalmangel erst produziert. Wenn Unternehmen sich ausruhen beim Suchen von Fachkräften, können sie nicht anderen die Schuld geben. Die Unternehmen müssen langfristig aktiver und flexibler werden, doch leider haben sie es bis heute verschlafen. Die Lohnpolitik tut dann ihr übriges bei der Variante „Geiz ist geil“. Man muss Menschen auch eine Perspektive geben und ordentlich bezahlen. Doch dies verschläft man schon seit 2000. Ebenfalls verschläft man seit vielen Jahrzehnten behinderte Menschen einzustellen.

Henryk Goetz: Unsere Fachkräfte sind in Großbritannien, Skandinavien und der Schweiz. Und täglich gehen mehr.

Von MAZonline

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