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Brandenburg Dem Handwerk geht's prächtig
Brandenburg Dem Handwerk geht's prächtig
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18:05 21.08.2014
Der Baubranche geht es derzeit besonders gut. Quelle: dpa
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Potsdam

Brandenburgs Handwerksbetriebe sind nach einer aktuellen Konjunkturumfrage mit ihrer wirtschaftlichen Situation sehr zufrieden. 88 Prozent beurteilten ihre Geschäftslage mit gut oder zumindest befriedigend, wie die drei Handwerkskammern Potsdam, Cottbus und Frankfurt (Oder) am Donnerstag mitteilten. Die meisten gehen davon aus, dass dies auch in den kommenden Monaten so bleibt.

"Die äußerst positive Grundstimmung wird nicht zuletzt durch die Auftragslage bestimmt", sagte Ralph Bührig, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam. Sorgen bereite jedoch der Nachwuchs: In den mehr als 40.000 Handwerksbetrieben waren Ende Juli noch 1484 Ausbildungsplätze unbesetzt. Für die Umfrage wurden etwa 7000 Betriebe befragt; rund 1500 antworteten. Der Anteil der Bewertungen mit "gut" sei dabei gegenüber dem Vorjahr um 9 Punkte auf 38 Prozent gestiegen, hieß es.

Baubranche ist besonders optimistisch

Dabei seien die Aussichten im Bau- und Ausbaugewerbe mit rund 90 Prozent positiver Einschätzungen überdurchschnittlich gut. Neben dem milden Winter mache sich der vermehrte Wohnungsbau vor allem im privaten Bereich bemerkbar. Die positive Entwicklung im Bauhandwerk werde sich auch personell auswirken, berichtete Astrid Köbsch von der Handwerkskammer Frankfurt (Oder). Viele Betriebe hätten bereits mehr Mitarbeiter eingestellt, andere planten dies noch.

Dienstleister wie Friseure schnitten in der Umfrage am schlechtesten ab. Schwer bleibt der Markt auch für die Nahrungsmittelbranche. "Statt Brot und Brötchen kommen Fertigprodukte auf den Tisch", so Bührig. Tankstellen oder Discounter wiederum stellten Backautomaten auf.

Weniger zufrieden sind Friseure und Bäcker. Quelle: dpa

Ausbildungsreife ist Hemmnis Nummer 1

  • Für Unternehmen wird es nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) immer schwieriger, ihre Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Im vergangenen Jahr blieben 80.000 Ausbildungsplätze unbesetzt, sagt DIHK-Präsident Eric Schweitzer.
  • Die Schwierigkeiten, offene Lehrstellen zu vergeben, wirkten sich zunehmend auch auf Großbetriebe aus, sagte Schweitzer. Beklagt werde die mangelnde Ausbildungsreife von Schulabgängern. Die Unzufriedenheit über nicht ausreichende Mathe- und Deutschkenntnisse steige wieder.

Laut Umfrage planen 69 Prozent der Betriebe Investitionen, meist in neue Maschinen (35 Prozent). Als zweitgrößten Posten nennen die Unternehmen Ausgaben für die Qualifikation ihrer Mitarbeiter. Dies ist den Kammern zufolge ein Versuch, dem Fachkräftemangel zu begegnen. "Die Anstrengungen sind riesig, um das Personal zu halten, was man bekommen hat", erklärte Knut Deutscher, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus. So würden Fortbildungen finanziert, um Gesellen-Abschlüsse zu ermöglichen. Betriebe zahlten Prämien bei bestandenen Zwischenprüfungen, ermöglichten Auslandspraktika oder lockten mit attraktiven Löhnen.

Angesichts des mangelnden Nachwuchses ist auch zu befürchten, dass Unternehmen für immer schließen. 12 Prozent der Chefs seien bereits älter als 61 Jahre. "Demnächst stehen 5000 Unternehmen zur Übernahme an", erklärte Deutscher. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sören Kosanke, sagte, die gute konjunkturelle Entwicklung belohne das Handwerk. "Einmal mehr zeigt sich, dass das Handwerk der Motor für den weiteren Wohlstand in Brandenburg ist."

Von Marion van der Kraats

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