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Brandenburg Den Kitas fehlt Personal für gute Betreuung
Brandenburg Den Kitas fehlt Personal für gute Betreuung
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10:43 15.04.2016
Eine Erzieherin muss in Brandenburg meist mehr als fünf Kinder betreuen. Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Dünne Personaldecke, intransparente Gebühren und fehlende pädagogische Standards: Kitas in Brandenburg haben einen immensen Nachholbedarf. Zu diesem Urteil kommt die Bertelsmann Stiftung nach Auswertung des dreijährigen Projekts „Kita Zoom“. Grundlage sind repräsentative Analysen in den Modellregionen Potsdam, Brandenburg/Havel und Märkisch-Oderland.

Künftig muss Brandenburg deutlich mehr Geld ausgeben, um die selbst gesteckten Ziele bei der pädagogische Betreuung zu gewährleisten, wie es weiter heißt. Hintergrund ist die ab August 2016 geltende Verbesserung des Personalschlüssels von derzeit 1:5,5 auf 1:5 im Krippenbereich. Jährlich fallen laut Bertelsmann Stiftung dafür Personalkosten in Höhe von 513 Millionen an, das entspricht 10 670 pädagogischen Vollzeitkräften. Dafür müssen 1245 Erzieher neu eingestellt werden, was mit Kosten in Höhe von 33,5 Millionen Euro verbunden ist.

Studienleiterin Kathrin Bock-Famulla. Quelle: Bertelsmann Stiftung

In der Praxis ergibt sich vielfach ein schlechteres Betreuungsverhältnis als gesetzlich festgelegt, wie sich in Potsdam (1:7,2) und Märkisch-Oderland (1:6,9) zeigt. „Der rechnerische Personalschlüssel hängt eklatant von vereinbarten Betreuungszeiten“, sagte Studienleiterin Kathrin Bock-Famulla. Zudem sei unbekannt, wie viel Zeit die Pädagogen tatsächlich mit den Kindern verbringen würden. Abhilfe könnte je eine halbe zusätzliche Stelle pro Kita speziell für Verwaltungsaufgaben schaffen. Die Bertelsmann Stiftung hält dafür 1838 Vollzeitstellen für nötig, was 67 Millionen Euro pro Jahr kostet.

Für Kita-Betriebskosten, die auch Elternvertreter als intransparent kritisieren, hat die Bertelsmann Stiftung eine systematische Berechnungsgrundlage vorgestellt. Bildungsminister Günter Baaske (SPD) lobte diese als „hervorragendes Werkzeug“, um die Ausgaben nachvollziehbar zu machen. Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Marie Luise von Halem, sprach sich für eine weitere Absenkung des Betreuungsschlüssels, mehr Zeit für die pädagogische Arbeit und bessere Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten aus. Dem schloss sich auch die Amtskollegin von der Linken, Gerrit Große, an. Ihre Partei kämpfe zudem „intensiv für eine transparentere und gerechtere Gestaltung der Elternbeiträge und letztlich für deren Abschaffung“.

Im dynamisch wachsenden Potsdam klagen derzeit viele Eltern über Probleme, einen Kita-Platz zu finden. Seit 2013 gibt es darauf einen Rechtsanspruch.

Hohe Betreuungsquote, schlechter Personalschlüssel

97,2 Prozent der ab Dreijährigen und 56,8 Prozent der unter Dreijährigen besuchen eine Kita – bei der Betreuungsquote liegt Brandenburg im Ländervergleich mit vorn.

Beim Betreuungsschlüssel ist es anders. Laut Ländermonitor der Bertelsmann Stiftung führt Baden-Württemberg (unter Dreijährige: 1:2,9; ab Dreijährige: 1:7,2). Brandenburg (1:5,5; 1:12) liegt weit hinten.

Die Empfehlung der Bertelsmann Stiftung liegt bei einem Personalschlüssel von 1:3.

Von Bastian Pauly

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