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Brandenburg Der Dreifachmord von Beeskow – ein Jahr danach
Brandenburg Der Dreifachmord von Beeskow – ein Jahr danach
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14:19 28.02.2018
Polizisten untersuchen die Stelle in Beeskow, an der die Polizisten überfahren und getötet wurden. Quelle: Julian Stähle
Fürstenwalde/Spree

– Heute vor einem Jahr hat der 24-Jährige Jan G. zuerst seine Großmutter (79) im Streit erstochen. Auf der Flucht tötete er zwei Polizisten.

– Die Tat löste bundesweit Erschütterung aus.

– Jan G. ist zu wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

– Heute findet ein öffentlicher Gedenkgottesdienst in Fürstenwalde statt.

Mit einem öffentlichen Gottesdienst im Fürstenwalder Marien-Dom wird am heutigen Mittwoch der Ermordung von zwei Polizisten bei Beeskow (Oder-Spree) gedacht. Dazu werden auch Ministerpräsident Dietmar Woidke und Innenminister Karl-Heinz Schröter (beide SPD) erwartet.

Die beiden Beamten hatten keine Chance, als sie vor einem Jahr eine Kontrollstelle auf einer Bundesstraße aufbauten, den damals 24-Jährigen Jan G. aufzuhalten. Der junge Mann hatte seine 79-jährige Großmutter an deren Geburtstag nach einem Streit erstochen. Dann flüchtete er mit einem Auto - und überfuhr die Polizisten mit hohem Tempo im Beeskower Ortsteil Oegeln. Der Täter ist inzwischen vom Landgericht Frankfurt (Oder) wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, weil seine Verteidigung Revision beantragt hat.

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Lebenslang für Dreifachmord

Innenminister Schröter will nach dem Trauergottesdienst eine Gedenktafel mit den Namen der beiden Opfer an den Leiter der Polizeiinspektion Oder-Spree/Frankfurt (Oder) und dessen Kollegen übergeben. Die aus Lottomitteln und mit einer Sparkassenspende finanzierte Tafel soll künftig in der Fürstenwalder Polizeiwache an die Beiden erinnern.

Chronologie: Was vor dem Dreifachmord geschah

Wie steigerte sich der psychisch kranke Jan G. in einen Wahn, der drei Menschen das Leben kostet? Was ist in den Wochen und Monaten vor den Morden an seiner Großmutter und zwei Polizisten passiert? Eine erschreckende Chronologie.

Zu dem einstündigen Gedenkgottesdienst sind neben der Dienstgruppe, der die getöteten Polizisten angehörten, auch alle Abgeordneten Landtages von Brandenburg eingeladen. Sie hätten damit Gelegenheit, ihre Unterstützung für die Polizeibeamten des Landes zu zeigen, sagte Ullrich Papperitz vom Martin-Heinze-Fonds als Organisator des Gottesdienstes.

Der Fall von Beeskow – sehen Sie im Video eine Zusammenfassung

Der Martin-Heinze-Fonds wurde als Polizei-Unterstützungsfonds unter dem Dach der Stiftung Oderbruch gegründet. Die Kollekte des Gedenkgottesdienstes wird Angehörigen von im Dienst ums Leben gekommenen Polizisten zu Gute kommen. Auch Beamte, die bei der Arbeit dienstunfähig geworden sind oder erhebliche gesundheitliche Nachteile erlitten haben, werden durch den Stiftungsfonds unterstützt. Der Name des Fonds geht auf Martin Heinze zurück, der im August 1995 als erster Polizist nach der Wende in Brandenburg während seines Dienstes ermordet wurde.

In Müllrose (Oder-Spree) ereignet sich am 28. Februar 2017 ein schreckliches Verbrechen. Dort ersticht der 24-jährige Jan G. zunächst seine Großmutter. Dann flieht er und überfährt auf der Flucht zwei Polizisten an einer Straßensperre in Beeskow, Ortsteil Oegeln.

Von dpa, MAZonline

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