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Brandenburg „Der Empfang in den Toiletten ist miserabel“
Brandenburg „Der Empfang in den Toiletten ist miserabel“
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02:23 19.04.2018
Wenn nichts mehr in den Kopf passt, versuchen einige Prüflinge zu spicken - trotz Gefahren. Quelle: dpa
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Potsdam

Stifte raus und Smartphonekontrolle: Null Toleranz zeigen märkische Lehrer während der Prüfungen beim Schummeln. „Wer erwischt wird, bekommt eine 6 und fällt durch das Abitur“, sagt Kathrin Wiencek. Die Vorsitzende des Philologenverbands, dem vor allem Gymnasiallehrer angehören, kann sich jedoch an keinen größeren Täuschungsversuch in den vergangenen Jahren in Brandenburg erinnern, zumal die Abschreckung hoch ist. „Die Schüler wissen, was so eine Reifeprüfung bedeutet.“

Zur Abi-Prüfungszeit ist Spicken noch schwieriger als sonst. „Es wird alles getan, was nötig ist“, versichert Wiencek. Vom Nachbarn abschreiben sei unmöglich, weil die Prüflinge allein am Tisch über ihren Aufgaben brüten. Zudem dürften sie in vielen Schulen keine Taschen mit in die Prüfungsräume nehmen. Längst seien die Schüler beim Mogeln nicht mehr so kreativ wie früher, beobachtet Wiencek, selbst Mathematiklehrerin.

Keine Schummelwelle im digitalen Zeitalter

Auch die moderne Technik habe keine neue Schummelwelle ausgelöst. „Handys sind verboten, Schüler müssen Geräte vor der Prüfung im Sekretariat oder beim Lehrer abgeben.“ Für Handy-Ortungsgeräte, wie sie ein Kölner Gymnasium vor einigen Jahren zum Abitur einsetzte, gebe es laut Brandenburger Bildungsministerium in märkischen Schulen keine Rechtsgrundlage. Aus Lehrersicht sei dies auch nicht notwendig: „Der Empfang in den Toiletten ist miserabel“, so Wiencek. Auch gebe es während der Abi-Klausuren Aufsichten vor dem Toilettenbereich und Räume würden nach Handys abgesucht.

Dass die „Sicherheitsvorkehrungen“ während der Abi-Prüfungen höher sind als sonst, bestätigt auch Landesschülersprecher Maurice Heilmann. „Es sind vermutlich weniger Spickzettel im Umlauf, als bei gewöhnlichen Tests.“ Dennoch werde sich gerade auf dem Weg zum Abitur mit fünf Leistungskursen und den Klausuren in allen Schulhalbjahren „durchaus unerlaubter Hilfe bedient“.

„Vielleicht sind die Schüler besser geworden im Verstecken.“

„Eine hundertprozentige Sicherheit, dass Schülerinnen und Schüler nicht doch einen Weg finden, sich unerlaubt zu helfen, wird es wohl nicht geben“, sagt Heilmann. Selbst der papierene Spickzettel sei im digitalen Zeitalter nicht aus der Mode gekommen, auch wenn Schülern diesen inzwischen gern als „Lernzettel“ bezeichneten.

Dass die Schüler von heute nicht mehr so kreativ beim Schummeln agieren wie ihre Vorgänger, kann Heilmann nicht bestätigen. „Vielleicht sind auch einfach die Schüler besser geworden im Verstecken oder sie haben sich zu Hause besser vorbereitet.“

Gegen die beliebtesten Täuschungsversuche sind Brandenburger Lehrer aber nahezu machtlos. „Viele Schüler wählen gern Versteckmöglichkeiten, die nur schwer von den Lehrkräften zu kontrollieren sind, ein Beispiel hierfür wäre unterhalb der Kleidung“, so Heilmann.

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Von Diana Bade

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