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Brandenburg Der Kampf um die Sommerferien
Brandenburg Der Kampf um die Sommerferien
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20:01 12.06.2014
Überschneiden sich die Ferien mehrerer Bundesländer, wird es an den Stränden noch voller. Quelle: dpa-Archiv
Potsdam/Berlin

Der Dauerstreit um die neue Sommerferien-Regelung ist entschärft. Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat Ferienzeiten in allen 16 Bundesländern von 2018 bis 2024 festgelegt. Die Regelung schaffe Planungssicherheit für Eltern, Schulen und auch die Tourismusbranche, sagte die KMK-Präsidentin und Bildungsministerin von Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann (Grüne). "Wir sind weit an die Grenze des pädagogisch und schulorganisatorisch Vertretbaren gegangen".

Der Zeitkorridor für die Sommerferien wird bei durchschnittlich 85 Tagen liegen (jetzt knapp 81). Wirtschaftsvertreter hatten 90 Tage gefordert, um die deutschen Urlaubsregionen besser auslasten zu können. Bildungsexperten befürchten durch einen früheren Ferienbeginn negative Auswirkungen auf die Leistungen der Schüler. "Mit Ferienzeiten von 90 oder mehr Tagen wären die Schuljahre nicht mehr vernünftig zu organisieren", sagte Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (SPD). Vorgezogene Ferien würden die Zeiten für Abitur- und 10.-Klasse-Prüfungen begrenzen. Schule sei nicht der verlängerte Arm der Tourismusindustrie.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) sieht das anders. "Ein breiter Ferienkorridor bringt deutlich Entspannung bei Besucher- und Verkehrsströmen und führt zu einer Verlängerung der Hauptsaison", sagte er.

Nach Auffassung von Olaf Schöpe, Präsident des brandenburgischen Hotel- und Gaststättenverbandes, müsse der Ferienkorridor so breit wie möglich sein. "Wir reden hier deutschlandweit in unserer Branche von Mehreinnahmen, die in die Milliarden gehen."

Günther Fuchs, Vorsitzender der märkischen Lehrergewerkschaft GEW stört, dass die Debatte nur ökonomisch geführt werde. "Wir dürfen die Interessen der Kinder nicht dafür opfern, dass die Hotels an der Küste ausgelastet sind", sagte Fuchs. Wer Bildungsstandards bundesweit angleichen und das Schulniveau verbessern wolle, dürfe nicht zulassen, dass die Ferienzeiten immer breiter gestreut werden.

Von Volkmar Krause und Torsten Gellner

Interview mit Martina Münch

"Die Schulen sind nicht unendlich belastbar"

Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (SPD) sieht beim Kompromiss der Kultusministerkonferenz zu den Sommerferien-Zeiten die Spielräume für die Schulen ausgereizt.

MAZ: Der Zeitkorridor für die Sommerferien soll nun doch ausgeweitet werden. Wirtschaft und Tourismusverbände sind dafür, Bildungsexperten strikt dagegen. Welche Gefahren sehen Sie für Brandenburgs Schulen, wenn die Feriensaison immer weiter nach vorn gezogen wird?
Martina Münch: Mit Ferienzeiten von 90 oder mehr Tagen wären die Schuljahre nicht mehr vernünftig zu organisieren. Dabei geht es um kontinuierliche Lernzeiträume, aber auch um gesicherte Prüfungsabläufe. Die Länder haben sich gerade erst im vergangenen Jahr auf gemeinsame Prüfungen und eine bessere Vergleichbarkeit des Abiturs verständigt – das wäre mit einem noch längeren Ferienkorridor kaum noch umsetzbar. Die Schulen sind nicht unendlich belastbar.

Wie steht Brandenburg zum Kompromiss der Kultusminister?
Münch: Dieser Kompromiss ist vertretbar – und hat im Übrigen keine Auswirkungen auf uns. An den Ferienregelungen für Berlin und Brandenburg von 2018 bis 2024 hat sich nichts geändert.

Die Forderung nach einem längeren Ferienzyklus hat gute Grün de. Auch märkische Urlaubsgebiete müssen Quartiere auslasten und Geld verdienen. Haben Sie dafür kein Verständnis?
Münch: Doch. Aber dafür bleiben ja genügend Tage. Nur zwei Zahlen: Allein in diesem Jahr sind von Anfang April bis Anfang November an 167 von 220 Tagen Ferien in einem oder mehreren Bundesländern.

In Bayern und Baden-Württemberg beginnen die Ferien immer erst Ende Juli, Anfang August. Das stammt aus einer Zeit, als Schulkinder als Erntehelfer gebraucht wurden. Müssten die Kultusminister nicht erst einmal dieses Privileg kippen, um die Situation für alle zu entspannen?
Münch: Ich würde es sehr begrüßen, wenn Bayern und Baden-Württemberg sich endlich an den allgemeinen Ferienregelungen beteiligen. Die alten Ausnahmeregelungen sind in der Tat längst nicht mehr zeitgemäß.

Interview: Volkmar Krause

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