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Fall Elias: Kleingarten soll Gedenkort werden

Luckenwalde Fall Elias: Kleingarten soll Gedenkort werden

Luckenwalde ist in tiefer Trauer. Ab Dienstag liegen im Rathaus Kondolenzbücher für die ermordeten Kinder Mohamed und Elias aus. Die Stadt ist sich einig: Die Kleingartenparzelle, in der die Leiche von Elias vergraben war, soll nicht neu verpachtet werden. Stattdessen soll der Garten zu einem Ort der würdevollen Trauer werden.

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In dieser Kleingartenanlage wurde die Leiche des Jungen gefunden.

Quelle: julian stähle

Luckenwalde. Ab 3. November werden für eine Woche im Eingangsbereich des Luckenwalder Rathauses Kondolenzbücher für Elias und Mohamed ausliegen. Diese sollen anschließend den beiden Familien der getöteten Kinder übergeben werden. Jeder, der den Eltern von Elias und Mohamed seine Anteilnahme und sein Beileid ausdrücken möchte, kann sich dort darin eintragen.

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30. Oktober 2015: Am Freitag hat die Polizei damit begonnen in Luckenwalde den Kleingarten von Silvio S. zu durchsuchen. Dort hat er nach eigenen Angaben die Leiche des kleinen Elias vergraben. Die Ermittler haben eine Leiche gefunden, die nun obduziert wird. Am Sonnabend gingen die Untersuchungen auf dem Grundstück weiter.

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Die Stadtverwaltung plant weiterhin in Luckenwalde auf Dauer einen Ort des Gedenkens zu schaffen. Die Kleingartenparzelle, in der die Leiche des kleinen Elias gefunden worden ist, kommt nicht mehr für eine Neuverpachtung und kleingärtnerische Nutzung in Betracht. Die Vorstellungen von Stadtverordneten und Verwaltung gehen dahin, alle Aufbauten abreißen zu lassen und die 300 Quadratmeter große Fläche als „Mohameds und Elias´ Garten“ zu gestalten, der dem Ort den Schrecken nimmt, Würde ausstrahlt und Raum für Trauer, aber auch tröstliche Gedanken an die Kinder und ihre Familien gibt. Ein erfahrener Landschaftsplaner wurde bereits zu Rate gezogen.

Eltern sind aufgewühlt und fordern Hilfe

Inzwischen haben sich auch besorgte Eltern bei der MAZ gemeldet. Anja Krüger wohnt mit ihrem Partner und ihren beiden Kinder (4 und 7 Jahre) in Luckenwalde. Sie besuchen die Kita Vier Jahreszeiten die sich gegenüber der Gartenkolonie „Eckbusch“ befindet, in der die Leiche des kleinen Elias gefunden wurde. „Wir als Eltern sind fassungslos und stehen unter Schock. Wir bringen und holen unsere Kinder jeden Tag und keine 50 Meter weiter wird der kleine Elias gefunden! Eine ungeheure Angst aber auch Wut macht sich breit“, so Anja Krüger. „Wer weiß wie oft dieser Mensch am Kindergarten vorbeigelaufen ist, rüber geschielt oder gar sich das nächste Kind ausgesucht hatte“, fügt die besorgte Mutter hinzu.

„Wir haben es unseren Kinder erzählt und ich wir brauchen auch hier Hilfe, um dieses zu verarbeiten. Ich rede von professioneller Hilfe und würde mir wünschen, dass jemand auch daran denkt, wie es uns hier in Luckenwalde geht und jemand mit den Kindern spricht“, fordert sie. Ihre Gedanken sind bei den Familien der beiden Kinder.

Kita will Fragen der Kinder beantworten

Wie die Kitaleiterin Carmen Scheibe auf MAZ-Anfrage betont, wurde darüber auch im Kollegenkreis gesprochen. Allerdings sei man sich einig, seitens des Kindergartens keine professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Ich denke, wir würden da viel mehr aufwühlen. Unserer Ansicht nach ist es Sache der Eltern, mit den Kindern darüber zu sprechen. Das heißt nicht, dass wir die Fragen der Kinder unbeantwortet lassen“, so Carmen Scheibe. Viele Eltern haben inzwischen Kerzen und Plüschtiere an den Eingang der Gartenkolonie gebracht. Das sei aus Sicht der Kitaleiterin eine gute Möglichkeit, den Kindern die Situation altersgerecht zu erklären.

In der Einrichtung werden die Kinder immer wieder belehrt, wie sie sich Fremden gegenüber zu verhalten haben. „Seit Jahren ist das Bestandteil unserer Arbeit“, so Scheibe. Wie die Kreisverwaltung Teltow-Fläming mitteilt, besteht die Möglichkeit, sich in Krisensituationen an die Kinder- und Jugend Psychiatrische Beratungsstelle des Kinder- und Jugend-Gesundheitsdienstes zu wenden oder an das Jugendamt der Kreisverwaltung.

Von Margrit Hahn

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