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Der Kreativwirtschaft fehlen die Fachkräfte

Medienbarometer Der Kreativwirtschaft fehlen die Fachkräfte

Im neuen Medienbarometer gibt die große Mehrheit der Firmen in der Medien- und Kreativbranche von Berlin-Brandenburg an, dass Stimmung, Zufriedenheit und Umsätze gut seien. Die größten Hemmnisse für Innovationen allerdings sind die fehlenden finanziellen Ressourcen und der Mangel an Fachkräften. Nur wenige nutzen die Fördermöglichkeiten der Innovationsbanken.

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Filmwirtschaft in Brandenburg: Rund 48 Prozent der Firmen rechnet mit stabilen Umsätzen im nächsten Jahr.

Quelle: FOTO: FOTOLIA

Berlin. Die Stimmung in der Medien-und Kreativwirtschaft in Berlin und Brandenburg ist ungeachtet der rasanten Veränderungen durch die Digitalisierung insgesamt gut. 71 Prozent der Firmen gab im aktuellen Medienbarometer an, mit dem aktuellen Geschäftsverlauf zufrieden zu sein. Das ist ein leichtes Plus zum Vorjahr (65 Prozent). Zehn Prozent der befragten Firmen gab indes an, unzufrieden mit der eigenen Entwicklung zu sein. Zu kämpfen hat die Branche – Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Medien und Kreativwirtschaft – derzeit vor allem mit dem Wandel in der Mediennutzung, neuen Geschäftsmodellen und mit immer neuen Wettbewerbern, die auf den Markt drängen.

Besonders zufrieden sind in den Teilbranchen die Spiele- und Softwareentwickler (79 Prozent), dort werden auch die meisten steigenden Umsätze erwartet. Die besonders Unzufriedenen sitzen dem Barometer zufolge in der Fernseh- und Radiobranche. Bemerkenswert ist, dass zwar 85 Prozent der Firmen angaben, Innovationen seien wichtig, dass aber nur 65 Prozent von sich selbst sagen, sie seien innovativ.

Die Branche sei ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Hauptstadtregion, der weiter unterstützt werden müsse, betonte Helge Jürgens, Geschäftsführer des Medienboards Berlin-Brandenburg, bei der Präsentation des neuen Geschäftsklima-Index für die Branche. Er verwies darauf, dass die Medien- und Kreativwirtschaft bei Umsätzen in Höhe von 20,7 Milliarden Euro sogar über denen im Baugewerbe (17,6) liege. Die guten Tendenzen seien aber kein Moment, „die Füße hochzulegen“. Nötig seien eine gute digitale Nachwuchsarbeit, eine nachhaltige Industrieförderung und eine bessere Infrastruktur gerade in den berlinferneren Regionen.

Befragt wurden 318 Unternehmen aus Berlin und Brandenburg. Das Medienbaromater gibt es seit 2011. In diesem Jahr war der Schwerpunkt Innovation, im vorigen Jahr war es Digitalisierung.

Das größte Hemmnis für Firmen, um ihre Innovationen auf den Markt zu bringen, sind die geringen finanziellen Ressourcen. 56 Prozent der befragten Firmen gaben das als Problem Nummer eins an. Besonders jüngeren Unternehmen mangelt es dabei an Geld. Den größeren Firmen fehlen indes in erster Linie Fachkräfte. Über zwei Drittel der Firmen über 250 Beschäftigte gaben Personalnot als Hemmnis für Innovationen an. Insgesamt bleibt bei diesen größeren Firmen die Personalsituation angespannt. Denn etwa ein Viertel dieser Firmen gab auch an, die Belegschaft verkleinert zu haben. Insgesamt blieb bei der Hälfte der befragten Unternehmen die Personalsituation stabil. Der Fachkräftemangel ist nach Einschätzung von Andrea Peters, Vorstandschefin des Netzwerks media:net, „extrem“. In der Medien- und Kreativbranche gebe es derzeit rund 51 000 offene Stellen.

Der Vorstandschef der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), Tillmann Stenger, rief Firmen auf, Anträge auf Förderung innovativer Vorhaben zu stellen. Nur 29 Prozent der Befragten hätten öffentliche Fördermittel genutzt. Beispielsweise gebe es den „Brandenburger Innovationsgutschein digital“, der Digitalprojekte bis 600 000 Euro bereit stellt.

In Brandenburg sind rund 65 000 Menschen in der Medien- und Kreativwirtschaft tätig. Diese arbeiten in etwa 10 000 Unternehmen, die laut Wirtschaftsministerium einen Umsatz von 5,3 Milliarden Euro erwirtschaften.

Von Igor Göldner

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