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Brandenburg Der Orion jagt am Januar-Himmel
Brandenburg Der Orion jagt am Januar-Himmel
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17:10 30.12.2016
Der Orion, vom Pazifik aus gesehen. Quelle: Stellarium
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Königs Wusterhausen

An sternklaren Abenden des Januars kann man sich wieder dem wunderschönen Winterhimmel hingeben.

Das Wintersechseck. Quelle: Stellarium

Das Sternbild Orion ist das wohl bekannteste der Wintersternbilder. Viele Völker schrieben dieser Sternkonstellation auf Grund seiner Auffälligkeit verschiedene Bedeutungen zu. So sahen die Ägypter weit vor Beginn unserer Zeitrechnung in den Sternen den altägyptischen Gott des Jenseits, der Wiedergeburt und des Nils Osiris. Am Himmel entspringt aus seinem „Bein“ der „himmlische Nil“ das Sternbild Eridanus. Die antiken Griechen gaben den Sternen den Namen des großen Jägers Orion, welcher u.a. bei Horaz (Oden) oder in der Homer zugeschriebenen Ilias auftaucht. Die Insulaner im Südpazifik sahen in den Sternen einen Schmetterling, was durchaus naheliegend ist, wenn man sich die Lage der bekannten Sterne beim Auf- bzw. Untergang in dieser Region der Erde ansieht (siehe Abb. ganz oben). Andere Interpretationen der markanten Sternkonstellation lieferten die Chinesen, Wikinger und die Germanen.

Der Jäger Orion Quelle: Stellarium

Neben der Interpretation der Sternenkonstellation gibt es auch in jeder der genannten Kulturen verschiedene Sagen: Eine der astronomisch interessantesten entstammt in der griechischen Mythologie: Orion behauptete, der größte Jäger der Welt zu sein. Das erzürnte Hera, die Ehefrau des Zeus, so sehr, dass sie einen Skorpion aussandte, welcher Orion einen Stich zufügte. Dieser Stich war für Orion tödlich. Zeus versetzte daraufhin sowohl Orion als auch den Skorpion an den Himmel. Zeus wollte, dass sich die beiden Kontrahenten niemals am Himmel würden begegnen können. Deshalb ist es auch heute noch so, dass das Sternbild Skorpion, im Osten den Himmel erklimmt, wenn der Himmelsjäger Orion im Westen untergeht. – Viele helle Sterne des Orion haben Eigennamen, welche in der folgenden Abbildung zu sehen sind. Sie gehören zu den hellsten Sternen, die es überhaupt am Himmel gibt.

Die Sterne im Orion. Quelle: Stellarium

Das hat bei den benannten Sternen des Orion die Ursache, dass sie trotz großer Entfernungen von einigen Hundert Lichtjahren (z.B. Rigel ca. 700 Lj) tatsächlich Sterne mit einer großen Leuchtkraft (vergleichbar mit einer hohen „Wattzahl“) sind. Andere Sterne des den Orion umgebenden Wintersechsecks sind zwar auch sehr hell am Himmel, das aber nur wegen ihrer relativen Nähe zu uns. So ist der hellste Stern am dunklen Himmel, der Sirius, gerade einmal 8,7 Lichtjahre und der Prokyon 11 Lichtjahre von uns entfernt. Sirius und Prokyon sind die Hauptsterne (Alpha-Sterne) der Sternbilder Großer Hund und Kleiner Hund, also den Begleithunden des Himmelsjägers. Beide Sternbilder hat schon Ptolemäus (um 100 n.Ch.) beschrieben. Der hellste Stern des Kleinen Hundes heißt Prokyon - „vor dem Hund“ -, weil der Kleine Hund deutlich vor dem Großen Hund aufgeht. Sirius wird auch „Hundsstern“ genannt. Wenn er hinter der Sonne steht, vom 23. Juli bis 23. August jeden Jahres, sprechen wir von den Hundstagen, den heißesten Tagen im Jahr.

Die Planeten im Januar

Am Abendhimmel sind neben diesen hellen Sternen im Südwesten die beiden Planeten Mars und Venus zu finden. Venus wird immer heller, Mars immer dunkler. Die Venus erreicht am 12. Januar ihren größten (Winkel-)Abstand von der Sonne. Ihre Untergangszeit ist am Jahresanfang um 20.16 Uhr am Monatsende jedoch erst eine Stunde später. Jupiter ist Planet der zweiten Nachthälfte. Gegen 6.00 Uhr erreicht er im Süden seine größte Höhe. Saturn geht kurz vor der Sonne auf und auch Merkur zeigt sich noch kurz vor Sonnenaufgang am Monatsende dem Beobachter.

Tage werden wieder länger

Die lichten Tage werden nun auch wieder länger. Innerhalb des Januars nimmt die Tageslänge um mehr als eine Stunde zu. Sonnenaufgang ist am 1. Januar um 8.15 Uhr (31. Januar um 7.48 Uhr). Sonnenuntergang um 16.04 Uhr (16.51 Uhr).

Der Mond im Januar

Der Mond durchläuft im Januar einen fast vollständigen Zyklus: Nach dem Neumond am 29. Dezember ist am Anfang des Jahres bereits wieder die schmale Sichel des zunehmenden Mondes am Abendhimmel zu sehen. Vom 9. bis 11. Januar macht es sich der Mond im Wintersechseck bequem. Vollmond ist am 12. Januar. Danach nimmt der Mond bis zum kommenden Neumond am 28. Januar wieder ab und ist mehrheitlich in der zweiten Nachthälfte zu sehen.

Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen und Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.

Quellen: Keller, Hans-Ulrich (Hrsg.), Kosmos Himmelsjahr 2016; KOSMOS-Verlag; Stuttgart, 2015
Daten: www.calsky.com
Abbildungen erstellt u.a. mit Stellarium 0.14.1 durch den Autor

Von Uwe Schierhorn

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