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Der Osten holt beim Weihnachtsgeld auf

Weihnachtsgeld in Brandenburg Der Osten holt beim Weihnachtsgeld auf

In Brandenburg gibt es dennoch große Unterschiede bei der jährlichen Sonderzahlung. Die Sparkasse zahlt ein volles Monatsgehalt, in der Metallbranche gibt es nur 55 Prozent.

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Beim Weihnachtsgeld holt der Osten auf.

Quelle: dpa

Potsdam. Für viele Arbeitnehmer in Brandenburg ist es jetzt wieder so weit: Sie dürfen sich wenige Wochen vor Weihnachten über ein Plus beim Gehalt freuen. Das sogenannte Weihnachtsgeld wird gezahlt. Insgesamt hat der Osten und damit auch Brandenburg aufgeholt. Dennoch schwankt die Zahlung zwischen einem vollen Monatsgehalt und wenigen Hundert Euro.

Bei der Bahn gibt es Unterschiede

Größere Arbeitgeber wie die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) zahlen ein volles Monatsgehalt. Bei der MBS nennt sich das für die 1650 Mitarbeiter Sparkassensonderzahlung. Bei den Eisenbahnern hängt die Höhe des Weihnachtsgelds von der Berufsgruppe und dem Unternehmen ab. Die Deutsche Bahn zahlt nach Tarifvertrag ein Monatsgehalt. Die Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg) wiederum, die auch in Brandenburg unterwegs ist, überweist den Mitarbeitern zum Jahresende eine einmalige Pauschale von 350 Euro. Diese Summe ordnet sich laut Odeg-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann in eine Reihe von Maßnahmen ein, zu denen auch eine „Erholungsbeihilfe“ sowie Zulagen für bestimmte Berufsgruppen zählen. Die Odeg hat derzeit rund 350 Mitarbeiter. In Brandenburgs Metall- und Elektroindustrie erhalten Tarifbeschäftigte laut IG Metall 55 Prozent des Monatslohns als weihnachtliche Sonderzahlung. Im ZF Getriebewerk in Brandenburg/Havel sind dies nach Unternehmensangaben durchschnittlich fast 2000 Euro brutto.

Im öffentlichen Dienst gibt es 80 Prozent vom Monatsgehalt

Die öffentlich Beschäftigten erhalten in Brandenburg eine Jahressonderzahlung. Grundlage ist der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder, gestaffelt nach der Vergütungsgruppe. Danach gibt es nach wie vor eine Kluft zwischen Ost und West. Im Tarifgebiet Ost wird derzeit 80 Prozent des Gehalts als Sonderzahlung zum Jahresende gewährt. Im Tarifgebiet West sind es 95 Prozent. Bis zum Jahr 2019 soll es auch im Osten die 95 Prozent des Westniveaus geben. Beamte und Richter wiederum erhalten statt eines Weihnachtsgeldes seit Juli 2013 einen Sonderzahlungsbetrag von 21 Euro im Monat, die mit den laufenden Bezügen gezahlt werden. Das Weihnachtsgeld war 2010 von der Landesregierung abgeschafft worden.

Bundesweit bekommt mehr als jeder zweite Arbeitnehmer (55 Prozent) in diesem Jahr Weihnachtsgeld, teilt die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung mit. Dabei holt der Osten Deutschlands auf: 2015 erhielten 40 Prozent der Beschäftigten dort die Leistung, 2016 sind es 45 Prozent. Mit den teils kräftigen Lohnzuwächsen 2016 steige auch das Weihnachtsgeld, so das Tarifarchiv. Insgesamt wachse es um 2,5 bis 3 Prozent. Arbeiten die Menschen in einem tariflich gebundenen Betrieb, erhalten sie wesentlich häufiger (71 Prozent) die Sonderzahlung zum Jahresende als ohne Tarifvertrag (44 Prozent).

Nur eine freiwillige Leistung

Weihnachtsgeld ist eine freiwillige Leistung. Arbeitnehmer haben keinen gesetzlichen Anspruch darauf.

Zahlt der Arbeitgeber freiwillig drei Jahre lang eine bestimmte Summe als Weihnachtsgeld, kann der Arbeitnehmer ab dem vierten Jahr Weihnachtsgeld einfordern, sagen Experten. Das nennt sich „betriebliche Übung“.

Von Igor Göldner

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