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Der Spieler kann seine eigene Geschichte erzählen

Innovationspreis Berlin-Brandenburg Der Spieler kann seine eigene Geschichte erzählen

Mit ihrer neuartigen Gamebook-Technologie gewann eine Potsdamer Spiele-Firma den begehrten Innovationspreis Berlin-Brandenburg, der am Freitag im Hans-Otto-Theater verliehen wurde. Er ist mit 10.000 Euro dotiert.

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„Genius & Evil“ ist ein Computerspiel in Serienformat.

Quelle: Firma

Potsdam. Unter die letzten sieben Nominierten zu kommen, aus 100 Bewerbungen, war für die vor fünf Jahren in Potsdam gegründete Firma Experimental Games schon etwas ganz Besonderes. Am Freitagabend nun kletterte die Spieleschmiede um Gründer und Geschäftsführer Thomas Langhanki (44), der aus Potsdam stammt und einst an der Filmhochschule studiert hatte, auch noch auf das Siegertreppchen und holte sich den begehrten Innovationspreis Berlin-Brandenburg – als eines von drei Unternehmen. Dementsprechend groß waren Stolz und Freude, als Langhanki mit einigen seiner Mitstreiter auf der Bühne des Potsdamer Hans-Otto-Theaters die Auszeichnung entgegennahm.

Die Geschäftsidee der Firma, die auch in Berlin und Halle sitzt und 14 Mitarbeiter hat, überzeugte die Jury. Entwickelt hat sie die sogenannte Gamebook-Technologie, die sich an Computerspiel-Fans wendet – aber nicht nur. Eine spezielle Software bietet die Möglichkeit, am Computer Spiele nach eigenen Wünschen zu animieren – ohne IT-Experte zu sein. Producerin Karla Höß: „Jeder kann am Computer bei einfacher Bedienung spannende Geschichten erzählen – ohne zu programmieren“. Dafür stelle die Firma das passende Werkzeug bereit. Um die Umsetzung kümmern sich die Programmierer der Firma.

Beispiel: „Genius & Evil“. Das ist nach Auskunft von Karla Höß die erste interaktive Sitcom der Welt. Dabei handelt es sich um ein Spieleformat als Serie. Jede Woche soll eine Folge herauskommen. Protagonist ist der zehnjährige „Genius“, der davon träumt, ein Super-Bösewicht zu werden. Ihm zur Seite steht das fliegende Gehirn „Evil“ sowie ein geheimes Laboratorium, von dem aus er die Welt erobert. Producerin Höß erklärt das „Baukastenprinzip“: Am Anfang stehe die Story. Im Text-Editor auf der linken Seite könne der Spieler sein eigenes Drehbuch schreiben. Auf der rechten Seite werde unmittelbar visualisiert. Die Figuren bewegen sich und machen, was zuvor geschrieben wurde. Der Spieler gestaltet „Genius“ selbst mit, entscheidet beispielsweise, mit wem er sich anfreundet oder wo seine moralischen Grenzen liegen. „Wir setzen dabei auf Sprachwitz und Humor. Die Figur entwickle sich dabei immer weiter“, erklärt Höß. Durch die hauseigene Technologie ist es auch möglich, auf aktuelle Ereignisse in der Welt zu reagieren und sie in die Story einzubinden.

Start der Sitcom soll Mitte 2016 sein. Geplant sind zunächst zwölf Folgen, für Spieler ab 16 Jahren. Die Staffel komplett soll um die 20 Euro kosten. Für jede einzelne Episode müssen zwischen drei und vier Euro bezahlt werden.

Die Firma hat mit ihrer Software viel vor. Zielgruppe sind nicht nur Computerspieler, sondern auch Geschäftskunden, die ihre Inhalte interaktiv produzieren wollen. Dazu zählen Werbeagenturen, Nachrichtenmedien oder auch Computerspielfirmen. Angeboten werden beispielsweise Lerninhalte in Bewegtbildern, die bei Vorlesungen an Hochschulen zum Einsatz kommen können. Oder Videoclips für die Werbung. Producerin Höß: „Für alles bieten wir die Produktionspipeline.“

Von Igor Göldner

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