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Brandenburg Der Sternenhimmel im Juni 2018 in Brandenburg
Brandenburg Der Sternenhimmel im Juni 2018 in Brandenburg
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10:02 12.06.2018
Saturnringe. Quelle: Uwe Schierhorn/ Stellarium 14.1.1ß
Königs Wusterhausen

Am 21. Juni um die Mittagszeit hat die Sonne die höchste Position über dem Horizont in diesem Jahr erreicht. Sie steht dann in Brandenburg knapp über 61° über dem Horizont. Wenn man die Sonne höher erleben will, muss man weiter in den Süden. Auf dem nördlichen Wendekreis (23,5° n.B.) etwa im Süden Ägyptens, steht sie dann direkt über dem Betrachter im Zenit.

Die Sommer-Begleiter

Zum Sommeranfang sind im Osten die Sternbilder aufgegangen, welche uns den Sommer über begleiten. Das markante Sommerdreieck ist auch an den relativ hellen Abenden gut zu sehen und hilft uns bei der Orientierung am relativ sternarmen Himmel (vgl. Abbildung unten). Die meisten Sterne bleiben uns verborgen, da die Sonne um Mitternacht ziemlich flach unter dem Horizont steht. Daher lässt Streulicht den Himmel nicht ganz dunkel werden. Die Sonne geht am Monatsanfang gegen 21.20 Uhr unter, am längsten Tag des Jahres gar erst um 21.30 Uhr (MESZ).

Das Sommerdreieck. Quelle: Uwe Schierhorn/ Stellarium 14.1.1ß

Zu astronomischen Sternbeobachtungen bleiben uns im Juni also nur ca. 2 bis 3 Stunden rund um Mitternacht. Nach Sonnenuntergang ist dann aber im Westen die sehr helle Venus schnell auszumachen. Ihr Helligkeit ist auf nunmehr -4 Größenklassen (-4m) angewachsen. Bis zu ihrer maximalen Helligkeit am 23. September 2018 (-4m8) wird sie jedoch in den kommenden Wochen sogar noch zulegen. Besonders schön wir der Anblick am 16.Juni sein, wenn die junge zunehmende Mondsichel – Neumond ist am 13.6. – links von der Venus steht. Der geübte Beobachter kann mit seiner Hilfe die Venus noch am hellen Himmel ausmachen.

Blick auf die Saturn-Ringe

Der Jupiter hat seine Oppositionsstellung in diesem Jahr hinter sich und ist mit Sonnenuntergang im Süden erkennbar. Er erreicht jedoch nur eine maximale Höhe von 22,5° über dem Horizont. Gegen 2.00 Uhr geht Jupiter im Südwesten unter. Der Ringplanet Saturn steht eine Woche nach Sommeranfang der Sonne direkt gegenüber. Seine Oppositionsstellung erreicht er am 27. Juni. Mit 9,05 AE (1 AE = eine astronomische Einheit – mittlerer Abstand Erde Sonne also 149,6 Millionen Kilometer) ist er an seinem erdnächsten Punkt angekommen.

Die Saturnringe.. Quelle: Uwe Schierhorn/ Stellarium 14.1.1ß.

Seine Helligkeit ist mit 0 Größenklassen vergleichbar mit der des Sterns Wega im Sommerdreieck. Bei seiner Kulmination (höchster Punkt) im Süden erreicht er nur magere 15°, was die Beobachtung nicht unbedingt leichter macht. Wenn man ihn jedoch dann mit einem guten Fernglas anschaut, hat man einen phantastischen Blick auf die Ringebene wo man u.U. – vergrößerungsabhängig – auch die Cassiniteilung (vgl. Abb.) der Ringe erkennt. Es handelt sich hierbei um eine durch den Saturnmond Mimas verursachte materieärmere Region der Saturnringe. Der Astronom Giovanni Cassini (1625 – 1712) entdeckte diese auffälligste Lücke bereits 1675.

Zum Zeitpunkt des Saturnhöchststandes am 27.6. gegen 1.00 Uhr ist jetzt auch der Mars im Südosten aufgegangen, sodass die drei Planeten Mars, Saturn und Jupiter den Verlauf der Ekliptik markieren. (vgl. Abb.)

Die Ekliptik ist die scheinbare Bahn der Sonne durch die Sternbilder und Wiederspiegelung der Erdbahnebene am Firmament. Diese „Bahn“ der Sonne wurde vor mehr als 2500 Jahren entdeckt. In der Nähe dieser gedachten Linie bewegen sich neben der Sonne auch alle Planeten und der Mond. Sie verläuft durch die bekannten Tierkreissternbilder. So steht die Venus am Monatsanfang noch in den Zwillingen, am besagten 27.6. bereits im Krebs, Jupiter im Sternbild Waage, Saturn im Schützen und Mars im Sternbild Steinbock. Die Sterne dieser Sternbilder sind aber wegen der oben beschriebenen Helligkeit des Himmels kaum erkennbar. Ausnahme sind die Zwillingssterne Pollux und Kastor, die zu den helleren Sternen gehören.

Der Mond kommt später

Der Mond beginnt den Monat als abnehmender Mond am Nachthimmel. Seine Aufgangsszeit wird immer später: am 1.6. liegt sie noch um 23.38 Uhr kurz vor Mitternacht. Am 10.Juni wird er um 3.14 Uhr als schmale abnehmende Sichel im Morgengrauen im Osten aufgehen. Am 13.6. ist Neumond und ab 15./16.6. wird der Mond dann wieder als zunehmende Sichel am abendlichen Westhimmel erscheinen.

Info

Autor Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen und Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.

Quellen: Daten aus „www.calsky.com“.

Die Abbildungen wurden vom Autor mit Hilfe der Planetariumssoftware Stellarium 14.1.1ß erstellt. Dieses Planetarium für den heimischen PC kann kostenlos aus dem Internet heruntergeladen und verwendet werden.

Von Uwe Schierhorn

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