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Brandenburg Der Sternenhimmel im Juli 2018 in Brandenburg
Brandenburg Der Sternenhimmel im Juli 2018 in Brandenburg
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08:31 02.07.2018
Am 27. Juli 2018 kann man die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts beobachten. Quelle: dpa
Königs Wusterhausen

Die Sommersternbilder Schwan, Leier und Adler haben den Südhimmel fest im Griff. Der Stern Wega in der Leier ist der hellste Stern (m = 0m) einer Sommernacht im Juli. Heller sind nur noch der Mond und die Planeten: Venus (m = -4m3), die immer noch ihre Rolle als Abendstern im Westen spielt, Jupiter (m = -2m1), der im Südwesten bezüglich der Sterne am 11.7. zum Stillstand kommt und sich danach wieder rechtläufig (rechtläufig – nicht rechtsläufig) nach Ablauf seiner Oppositionsschleife bewegt, Saturn (m = 0m2), der rückläufig (also von Ost nach West) bezüglich der Sterne noch seine Schleife im Sternbild Schütze absolviert und, nach Venusuntergang, Mars (m = -2m8), der sich ebenfalls rückläufig im Steinbock bewegt.

Erde „überholt“ innen

Diese Schleifenbewegung der Planeten suchte lange nach einer Erklärung durch die Astronomen. Legte man doch seit der Antike bis ins Mittelalter ein Weltbild zugrunde, in dem die Erde der ruhende Mittelpunkt war und alles (Planeten, Mond, Sonne und Sterne) um diese kreisten. Erst die Astronomen der Renaissance (Kopernikus, Kepler, Galilei und weitere), die die Sonne in den Mittelpunkt rückten, erkannten, dass die Erde auf Grund ihrer Bahn die Planeten innen „überholt“. Somit kommt es bezüglich der scheinbar unendlich weit entfernten Sterne zu einem Effekt, der mit dem zweier nebeneinander mit verschiedenen Geschwindigkeiten fahrenden Zügen zu vergleichen ist: Vom schnelleren Zug aus kann man meinen, dass sich der langsamere bezüglich des eigenen rückwärts bewegt, obwohl die Bewegungsrichtungen übereinstimmen. Diese so beobachtbaren Planetenschleifen finden immer um den Zeitpunkt der Oppositionsstellung statt, d.h. zu der Zeit, in der die Erde genau zwischen Planet und Sonne ist. Jupiter stand in Opposition am 9.5.18, beim Saturn war das am 27.6.18 und Mars erreicht diese Position am 27.7.18.

Am weitesten von der Sonne entfernt

Die Erde erreicht am 6.Juli 2018 ihren sonnenfernsten Punkt der Umlaufbahn. Mit 152 Millionen Kilometern ist sie 5 Millionen Kilometer weiter von der Sonne entfernt, als im Januar, wo sie den sonnennächsten Punkt passierte.

Zur Monatsmitte ist die Venus nur noch bis ca. 22.30 Uhr über dem Westhorizont zu sehen. Wer sie jedoch mit einem Teleskop beobachtet, wird, wie im Jahre 1610 erstmalig Galilei, feststellen, dass sie uns, ähnlich wie der Mond, nur einen Teil der beschienenen Seite zuwendet. Wenn sie untergegangen ist, erscheint im Südosten der Mars. Diese vier Planeten markieren die Bahn, auf der die Sonne im Jahreslauf durch die Sternbilder zieht – die Ekliptik.

Alte Namen

Die Sternbilder auf dieser Bahn, die Tierkreissternbilder, heißen seit über 2500 Jahren so, wie sie noch heute heißen. Aufgrund der exakten Sternbilddefinitionen im Jahre 1925 durchquert die Sonne seitdem 13 Sternbilder. Neben den zwölf bekannten Sternbildern muss man zwischen die Sternbilder Skorpion und Schütze das Sternbild Schlangenträger einordnen, denn vom 30.11. bis 17.12. eines jeden Jahres steht die Sonne vor den Sternen dieses Sternbildes.

Der Mars so nah

Der Mars wird am 27.07.18, von der Erde, gesehen genau entgegengesetzt der Sonne stehen- er ist in seiner Opposition. Auf Grund der elliptischen Umlaufbahnen ist der geringste Abstand zur Erde erst am 31.7. erreicht: 57,6 Mio. km. Erst im Jahre 2035 wird er mit 56,9 Mio.km einen ähnlich nahen Abstand zur Erde haben.

Totale Mondfinsternis

Ebenfalls in der Nacht vom 27.7. auf den 28.7.2018 ereignet sich die einzige in diesem Jahr in Brandenburg beobachtbare Finsternis, eine totale Mondfinsternis. Den kompletten Verlauf werden wir jedoch nicht sehen können, da der Mond um 20.24 Uhr in den Kernschatten der Erde eintritt, jedoch erst um 20.56 Uhr aufgeht. Der Mond durchläuft den Kernschatten der Erde fast zentral. Dadurch kommt die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts zustande. Zur Finsternismitte um 22.22 Uhr wird er dadurch sehr dunkel sein. Um 23.14 Uhr ist die totale Verdunklung beendet. Bis 0.19 Uhr verlässt er komplett den Kernschatten. Diese Mondfinsternis ist auch in vielen Urlaubsregionen der Brandenburger sichtbar. Unsichtbar ist sie aber z.B. in den USA. Auffällig ist, dass jeder Vollmond im Winter wesentlich höher über den Horizont kommt, als die Sommervollmonde. Das liegt daran, dass die Erde bei Vollmond direkt zwischen Sonne und Mond steht. Die Sonne verschwindet im Sommer nur kurze Zeit und auch nicht allzu tief unter dem Horizont. Daher ist der (verfinsterte) Vollmond auch nicht allzu hoch über dem Horizont sichtbar.

Am 22.07.2018 passiert der Mond das schöne Sternbild Skorpion mit dem Hauptstern Antares. Bei uns ist dieses Sternbild nur zum Teil und bei freier Sicht auf den südlichen Horizont zu sehen, da seine maximale Höhe die 15° nicht übersteigt. Aber bei einem geplanten Urlaub in südlicheren Gefilden sollte man sich den Blick auf dieses Sternbild vornehmen, da man mehr vom Sternbild sieht, je weiter man sich dem Äquator nähert.

Von Uwe Schierhorn

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