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Brandenburg Der Sternenhimmel im September 2018
Brandenburg Der Sternenhimmel im September 2018
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07:51 01.09.2018
Blick in den Sternenhimmel über Brandenburg. Die Milchstraße ist gut zu erkennen. Quelle: Wolfgang Kumm/ dpa
Königs Wusterhausen

Im September steht der nächste Jahreszeitenwechsel an. Während die Meteorologen aus statistischen Gründen bereits den 1.9. als Herbstanfang festgelegt haben, werden erst ab dem astronomischen Herbstanfang am 23.9. die Nächte wieder länger als die Tage. Genau genommen vollzieht sich in Königs Wusterhausen dieser Wechsel am 25./26.9., denn erst ab dem 26.9. ist die Tageslänge im Dahmeland, also die Zeit, in der sich die Sonne über dem Horizont befindet kürzer als 12 Stunden (11 Std. und 57min). Am 23.9. ist jedoch (astronomischer) Herbstanfang, d.h. die Sonne erreicht an einem Ort, welcher auf dem Äquator liegt, ihren Höchststand direkt im Zenit. Am 24.9. steht sie dagegen dort bei ihrem Höchststand südlich.

Der Sternenhimmel kann bereits ab 20.00 Uhr betrachtet werden. Man kann im Süden noch die typischen Sommersternbilder betrachten. Das Sommerdreieck ist nicht zu übersehen. Gegen 21.00 Uhr steht es genau im Süden (Meridian). Es zeigt uns auch die Milchstraße. Bei wenig Störlicht erkennt man das milchige Band, wie es sich von Nordost nach Südwest über den Zenit schlängelt. Das Rückgrat des Schwans, welcher durch den hellen Deneb und den interessanten Stern Albireo begrenzt wird, gibt uns die Richtung vor. Ergänzt wird der Anblick durch die relativ flach über dem Horizont sichtbaren Planeten Mars, Saturn und Jupiter. Letzterer geht in der späteren Dämmerung bereits unter, folgt somit der Venus, welche kaum noch sichtbar ist. Nahezu zeitgleich mit der Sonne verschwindet sie unter dem Horizont.

Die Planeten helfen relativ lichtschwache Sternbilder auszumachen: Der Mars befindet sich im Sternbild Steinbock, Saturn im Sternbild Schütze und Jupiter im Waage-Gebiet.

Am südöstlichen Himmel sind schon die typischen Herbststernbilder erkennbar: Allen voran das geflügelte Pferd Pegasus, eines der Sternbilder, welches schon durch die antiken Griechen beschrieben wurde.

Der griechische Held Perseus wurde durch den König Polydektes beauftragt, ihm das Haupt der Medusa zu bringen. Medusa war eine der Gorgonen, welche als furchbare Ungeheuer ihr Dasein fristeten. Sie waren alle so hässlich, das jeder der ihnen in die Augen schaute, sofort versteinerte. Nach eine aufwendigen reise traf Perseus, welcher von seinem Vater Zeus mit allen möglichen Hilfsmittel versorgt wurde, bei den Gorgonen ein und fand sie schlafend vor. Von den Gorgonen war nur Medusa sterblich. Persus nutzte sein glänzendes Schild, um sich vor Medusas Blicken zu schützen und schlug ihr den Kopf ab. Neben viel Blut sprang auch das geflügelte Pferd Pegasus aus der Wunde, welches Perseus nutzte, um das Weite zu suchen. Das abgeschlagene Haupt verwendete Perseus auf seinem Heimweg, um das Meeresungeheuer – Am Himmel als Sternbild Walfisch verewigt – durch versteinern zu besiegen und die schöne Andromeda zu befreien.

(» Die ausführliche Sternsage und weitere kann man u.a. auf der Homepage der Sternwarte Dahlewitz (www.stewada.de) nachlesen).

Im Norden erkennen wir die Sternbilder, die uns das ganze Jahr begleiten. Der Große Wagen nähert sich dem Horizont. Im Herbst hat er dann abends seine „Arbeitsposition“ erreicht, d.h. er steht auf den Rädern und ist abfahrbereit um die Ernte einzubringen. Man kann diese Sternkonstellation tatsächlich zu jeder Jahreszeit in einer anderen Position sehen. z.B. zeigt im Winter seine Deichsel nach unten, man könnte meinen, er hängt an der Scheunenwand.

Die sieben Sterne des großen Wagens sind Teil des Sternbildes Große Bärin.

In der Abbildung sind drei von unzähligen interessanten Objekten im Großen Wagen markiert:

1. Die Whirlpoolgalaxie: Das bei Messier als 51. Eintrag (M 51) geführte Objekt ist eine wunderschöne Spiralgalaxie (Abb: 2. Mai 2015, Quelle: APOD), welche in ihrer Struktur bereits 1848 vom Briten William Parson als Spirale erkannt wurde. Er sah jedoch in dieser Struktur ein entstehendes Planetensystem.

2. Der Eulennebel: ebenfalls bei Messier aufgeführt (M 97) ist ein Nebel in unserer Galaxis, welcher einen Durchmesser von circa 2 Lichtjahren haben soll. Seine Gestalt erinnert an das Gesicht einer Eule (Abb: 2. April 2015, Quelle: APOD).

Beide Objekte sind nur mit einem Teleskop als schwache Nebelfleckchen sichtbar.

3. Der „Augenprüfer“: Ohne helfende Optik erkennt das gesunde menschliche Auge an dieser Position zwei Sterne. Ist das nicht der Fall, ist ein Optikerbesuch zu empfehlen. Mizar und Alcor sind zumindest visuelle Doppelsterne. Ihr Abstand voneinander beträgt ca. 0,2°. Ob sie gravitativ aneinander gebunden sind, ist bis heute nicht abschließend geklärt.

Anfang des Monats kann man mit dem Fernglas auf Kometensuche gehen. Der Komet 21P oder Giacobini-Zinner ist z.B. am 4.9. in der Nähe des Sterns Kapella im Osten zu sehen (vgl. Abb. unten). Seine Helligkeit von 7m1 erfordert jedoch ein Fernglas. Giacobini-Zinner ist ein kurzperiodischer Komet. Seine Umlaufzeit um die Sonne beträgt 6 Jahre und 227 Tage. Entdeckt wurde er vom Franzosen Michel Giacobini (1873-1938) im Jahre 1900. Die Nachbeobachtung nach zwei Sonnenumläufen - die erste Wiederkehr nach der Entdeckung 1907 wurde nicht beobachtet - gelang deutschen Astronomen Ernst Zinner (1886-1970) im Dezember 1913. Daher der Name des Kometen.

Abschließend noch die Daten des Mondes im September: Neumond ist am 9.9.18, ab 11.9. taucht der Mond dann in der Abenddämmerung wieder am Westhimmel auf und besucht dann der Reihe nach Jupiter (13.9.), Saturn (17.9.) und Mars (20.9.) ehe er am 25.9.18 als Vollmond die Nacht erhellt.

Der Autor

Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich-Schiller-Gymnasium in Königs Wusterhausen und Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.

Von Uwe Schierhorn

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