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Brandenburg Der Sternenhimmel im Oktober über Brandenburg
Brandenburg Der Sternenhimmel im Oktober über Brandenburg
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11:47 01.10.2018
Die Milchstraße zeigt sich am Oktoberhimmel als schwaches Band. Quelle: dpa/Peter Komka/MTI (Symbolfoto)
Königs Wusterhausen

Die Oktobernächte bieten dem Beobachter etwa 9,5 bis 11,5 Nachtstunden vom Ende bis zum erneuten Beginn der nautischen Dämmerung. Diese Dämmerungsphase ist die zweite nach dem Sonnenuntergang bzw. die vorletzte vor dem Sonnenaufgang. Am Abend reicht die Helligkeit gerade noch, um den Horizont zu sehen, gleichzeitig ist es schon so dunkel, dass Sterne am Horizont sichtbar sind.

Durch den zeitigeren Sonnenuntergang sieht der Himmel nach Einbruch der Dunkelheit fast so aus, wie im September. Die Bewegung des Himmels auf Grund des Erdumlaufes um die Sonne wird durch zeitigeres Dunkelwerden ausgeglichen. Der nächtliche Sternenhimmel präsentiert uns im Oktober sein herbstliches Gewand. Hoch im Süden erkennt man das sogenannte „Herbstviereck“, das Quadrat des Sternbildes Pegasus. Kassiopeia, das Himmels-„W“ befindet sich fast über uns im Zenit. Somit ist auch der zwischen diesen beiden Sternbildern der Andromedanebel sichtbar.

Nachbargalaxie in dunklen Regionen gut zu sehen

In dunklen, nicht so sehr lichtverschmutzten Regionen ist diese Galaxie ohne Hilfsmittel mit dem bloßem Auge als schwacher Nebelfleck erkennbar. Wir im „Speckgürtel Berlins“ benötigen zumindest ein kleines Fernglas, um diesen Eindruck zu haben. Bei diesem Nebel handelt es sich um eine unserer Nachbargalaxien. Diese Erkenntnis hat die Menschheit noch keine 100 Jahre: Im Jahr 1924 gelang es dem Amerikaner Edwin Hubble (1889 – 1953) mit einer von Henrietta S. Leavitt (1861-1921) entwickelten Methode der Entfernungsmessung, den Abstand des Andromedanebels zu bestimmen.

Mit fast 3 Millionen Lichtjahren (Lj) war diese deutlich größer als die Abschätzung der Größe unserer Milchstraße mit ca. 100.000 Lj (zum Vergleich: Der Durchmesser unseres Sonnensystems ist in der Größenordnung eines Lichtjahres). Somit musste dieser Nebel eine eigene Galaxie sein. Die Existenz von anderen Galaxien war jetzt nicht mehr bloße Theorie, sondern wurde nachgewiesen.

Fische, Walfisch, Wassermann und Steinbock am südlichen Himmel

Unsere Heimatgalaxie, die scheibenförmige Milchstraße, zeigt sich am Oktoberhimmel als schwaches Band, welches sich von Süd-West über den Beobachter nach Nordosten zieht. Genau genommen schauen wir in die galaktische Ebene. Mit einem Fernglas löst sich dieses Band in unendlich viele Sterne auf. Alle anderen mit bloßem Auge erkennbaren Sterne gehören auch zur Milchstraße, liegen aber nicht in Richtung der galaktischen Ebene.

Weiter südlich am Himmel können die relativ lichtschwachen Sterne der Sternbilder Fische, Walfisch, Wassermann und Steinbock aufgefunden werden. Im Osten geht der Stier auf. Hier fallen nun auch wieder die Plejaden auf, ein offener Sternhaufen, der als eine deutliche Anhäufung mehrerer hundert Sterne im Fernglas einen interessanten Anblick bietet.

Am Abendhimmel sind noch die beiden Planeten Saturn, tief im Westen, und Mars, im Süden zu sehen. Jupiters Untergang geht kurz nach der Sonne im Westen unter. Am 11.10. kann man die schmale Mondsichel als Aufsuchhilfe für Jupiter nutzen. Venus bewegt sich auf ihre untere Konjunktion am 26.10. zu und ist erst wieder ab Anfang November am Morgenhimmel sichtbar.

Im Oktober liefert der Meteorstrom der Delta-Draconiden wieder mehr Sternschnuppen am Himmel. Ursprung ist der Komet 21P/Giacobini-Zinner. Die Erde durchquert den Schweif des Kometen, der im September seinen sonnennächsten Bahnpunkt erreichte, vom 6. bis zum 10. Oktober. Dieser Meteorstrom wird daher auch Giacobiniden genannt.

Viele Sternschnuppen am 8. Oktober

Die meisten Sternschnuppen werden am 8. Oktober fallen. Man mit einigen Überraschungen rechnen, schwanken doch die Fallraten von Jahr zu Jahr erheblich. Außerdem beginnt der Mond am 9.10. unterhalb der Sonne seinen neuen Zyklus (Neumond), seine Helligkeit stört also nicht. Bei wolkenlosem Himmel sind die Aussichten einige Sternschnuppen zu sehen, nicht die schlechtesten.

In dem Zusammenhang noch einige Bemerkungen zum Mondzyklus im Oktober. Das erste Viertel (zunehmender Halbmond) erreicht der Mond am 16.10.18. Er befindet sich im Sternbild des Schützen, der Oktobervollmond („Weinmond“) ist dann am 24.10.2018 im Sternbild Steinbock zu sehen. Den Oktober verabschiedet der Mond im letzten Viertel (abnehmender Halbmond) am 31.10.2018 im Sternbild Krebs. Er geht dann erst nach Mitternacht auf.

Das geschieht jedoch schon bei geltender „Winterzeit“: Am Sonntag, den 28.10.2018, um 3.00 Uhr (MESZ) werden in Deutschland die Uhren wieder auf die natürliche Zeit eine Stunde zurückgestellt. Jüngste Entwicklungen in Europa deuten darauf hin, dass die Zeitumstellungen bald Geschichte sein werden. Bleibt nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen sich auf die Zeit besinnen, bei der die Sonne gegen 12.00 Uhr ihre höchste Position am Himmel hat, die Zeit, nach der wir ab 28.10. wieder leben.

Von Uwe Schierhorn

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