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Der Stimmungsmacher für „Deutschland 83“

Finale der RTL-Serie am Donnerstag Der Stimmungsmacher für „Deutschland 83“

Szenenbildner Lars Lange (46) aus Potsdam weiß, wie es in der DDR aussah. Er sorgt für das stimmige Ambiente in zahlreichen Filmen über die untergegangene Republik, so auch bei der erfolgreichen Fernsehserie „Deutschland 83“. Spezialist für DDR-Themen will der zweifache Grimme-Preisträger trotzdem nicht sein.

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Szenenbildner Lars Lange in einem Innenstadt-Café.

Quelle: Christel Köster

Innenstadt. Nein, ein Spezialist für DDR-Themen will der Szenenbildner Lars Lange nicht sein. Wenig sei beim Film schlimmer, als in einer Schublade zu landen, unter dem Motto: Der kann nur Osten. Trotzdem: Lange war an einigen preisgekrönten Produktionen beteiligt, die Geschichten aus dem untergegangenen Land erzählten: „Bornholmer Straße“, „Der Turm“ oder „Wir wollten aufs Meer“. Einen speziellen DDR-Look gebe es für ihn nicht: „Die Filme sollen doch nicht gleich aussehen.“

Auch für die RTL-Agentenserie „Deutschland 83“ , deren Staffelfinale am Donnerstagabend (17.12.) läuft, hat Lange die Sets – 200 an der Zahl – entworfen, ließ etwa den alten Landtag auf dem Brauhausberg zur West-Kaserne umgestalten. Als der 46-Jährige die Serien-Drehbücher las – Szenenbildner werden weit vor der ersten Klappe eingebunden – fühlte sich der Potsdamer in seine Jugend zurückversetzt: „1983 war ich 14 und das erste Mal in einer Disco in Berlin.“ Damals ging Lange zwar auch schon gern ins Kino, an eine Karriere beim Film war noch nicht zu denken.

Er lernte Tischler, kam über verschlungene Pfade zur Defa als Requisiteur. Zwischendurch wollte Lange sein Abi nachmachen, weitere Filmjobs hielten ihn ab. „Ich konnte Neues entdecken, ohne die Schulbank drücken zu müssen.“ Der autodidaktische Lernweg, beim Film eben möglich, begeisterte ihn. Lange, der Anfang der 1990er zur Potsdamer Hausbesetzer-Szene gehörte, arbeitete Jahre als Requisiteur, assistierte auch erfahrenen Szenenbildnern. Bis er erst für Kurzfilme, ab der Jahrtausendwende für abendfüllende Produktionen engagiert wurde. Viel zu verdanken habe er Produzent Nico Hofmann und dessen Firma Teamworx (heute Ufa Fiction): „Dort habe ich meine Chance bekommen.“ Längst hat sich Lange als Szenenbildner etabliert.

Zwei Grimme-Preise für Lars Lange

Zweimal hat Lars Lange den renommierten Grimme-Preis gewonnen. 2015 gab es die Trophäe für Christian Schwochows ARD-Tragikomödie „Bornholmer Straße“ über die letzten Stunden vor der Maueröffnung. 2013 erhielt der ARD-Zweiteiler „Der Turm“ – nach Uwe Tellkamps gleichnamigem Bestseller – den Grimme-Preis.

Das Finale der international gelobten RTL-Agentenserie „Deutschland ’83“, die hierzulande nur schwache Quoten einfährt, läuft am heutigen Donnerstag, um 20.15 Uhr. Lange hat für das Format das Szenenbild gestaltet. rn

 

Gerade abgedreht ist das ZDF-Sittengemälde „Ku’damm 56“. Im Mittelpunkt stehen junge Frauen, ihr Aufbegehren gegen das angestaubte Frauenbild der 1950er. Eines der Hauptmotive, eine Tanzschule, wurde nach Langes Entwürfen in den Berliner Union-Film-Studios gebaut. Und 100 Meter von Berlins berühmtester Meile mussten für den von der Babelsberger Ufa Fiction produzierten Dreiteiler Fifties-tauglich gemacht werden: Was auf dem Kurfürstendamm nach Gegenwart aussah, wurde hinter Fassadenvorsetzern versteckt oder umgedresst. „Ich hab’s genossen, ein Stück altes Westberlin zu schaffen“, so Lange.

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Von Ricarda Nowak

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