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Der Umgang mit Sex-Tätern ist skandalös

MAZ-Kommentar Der Umgang mit Sex-Tätern ist skandalös

Eigentlich sollte die Strafe für eine Tat ja auf dem Fuße folgen. Sonst ist die pädagogische Wirkung sinnlos, schreibt MAZ-Redakteur Ulrich Wangemann in seinem Kommentar. Er findet es skandalös, wie die Justiz mit Sex-Tätern umgeht. Solche Aussetzer wie die kürzlich freigelassenen Straftäter dürften gleich aus mehreren Gründen nicht passieren.

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MAZ-Redakteur Ulrich Wangemann.

Quelle: MAZ

Potsdam. Strafe soll, so der alte Lehrsatz, der Tat „auf dem Fuße folgen“. In der Praxis liegen aber zwischen Untat und Urteil bisweilen Jahre. Nicht selten wissen Angeklagte und Zeugen vor Gericht gar nicht mehr so recht, wie das eigentlich war in der Tatnacht, warum der eine dem anderen eine Flasche Korn über den Schädel gezogen hat. Die pädagogische Wirkung solcher Urteile ist, man kann es sich denken, begrenzt.

Dieser Fall schwächt das Vertrauen in die Justiz

Skandalös wird die Sache, wenn es nicht um Kneipenschlägereien geht, sondern um Abgründiges. Weil die Mühlen der Justiz zu langsam mahlten, hat man jetzt in Cottbus zwei mutmaßliche Sexualstraftäter wieder laufen lassen müssen. Jeder kann sich ausmalen, was in den Opfern vorgeht, wenn sie erfahren: Der Alptraum von einem Nachbar ist wieder da, weil die Justiz es nicht gebacken kriegt. Solche Aussetzer dürfen nicht passieren. Sie schwächen das Vertrauen der Bürger in Recht und Gesetz – insbesondere wenn sexuelle Übergriffe auf Kinder Grund für die Haftbefehle waren. Für die Menschen hierzulande, die Elias’ und Mohameds gewaltsamen Tod noch nicht verkraftet haben, ist die Doppelpanne von Cottbus ganz besonders bedrückend.

Dass Brandenburgs Justiz trotz Personalengpässen auch ganz anders kann, zeigt sie in diesen Tagen: Der NPD-Funktionär, der mit einem abstoßenden KZ-Tattoo („Jedem das Seine“) auf den Hüften im Oranienburger Spaßbad planschte, muss noch vor Weihnachten vor den Kadi.

Von Ulrich Wangemann

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