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Brandenburg „Der Vorstopper der rot-roten Landesregierung“
Brandenburg „Der Vorstopper der rot-roten Landesregierung“
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18:27 12.01.2016
Der Neue: Mike Bischoff ist Fraktionschef der SPD im Landtag. Quelle: dpa
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Potsdam

Im Landtag gehört Mike Bischoff inzwischen zu den „alten Hasen“. Es ist seine vierte Wahlperiode. Seit 16 Jahren pendelt der heute 50-Jährige zwischen dem uckermärkischen Schwedt, wo er zu Hause ist, und Potsdam. Er erlebte alle sechs Fraktionschefs der SPD – von Wolfgang Birthler über Gunter Fritsch, Günther Baaske, Ralf Holzschuher bis zu Dietmar Woidke. Zuletzt war Bischoff als parlamentarischer Geschäftsführer „Ausputzer“ und rechte Hand des mächtigen Vorsitzenden Ness. Der war am 17. Dezember unerwartet nach Herzproblemen verstorben.

Nun steht Bischoff, an dem bisher Minister- oder Staatssekretärsposten stets vorbei gingen, plötzlich in der ersten Reihe. Am Dienstag wählte ihn seine Fraktion mit nur einer Gegenstimme zum neuen Vorsitzenden. „Ich bin der Neue“, ruft er den Journalisten nach seiner Wahl frohgemut zu, was selbstbewusst klingen soll. Bischoff weiß, das er in große Fußstapfen tritt und ihm nicht jeder in der SPD zutraut, die Fraktion so zusammenzuhalten, wie das nötig ist.

Bischoff wirkt fast schmal und schmächtig. Unterschätzen sollte ihn aber keiner. Bischoff gehört im Landtag zu den rhetorisch guten Rednern. Er ist präzise, was er sagt, hat Hand und Fuß. Seine Rollen im Landtag erforderten stets besondere Koalitionstreue, was ihm nie schwer fiel. Als Obmann im Krampnitz-Untersuchungsausschuss in der vorigen Wahlperiode musste er die massiven Oppositionsangriffe auf die Regierung parieren, was ihm gelang und er zeigte, dass er auch austeilen kann. Mit der Opposition ficht er besonders gern, zuletzt passte er penibel auf, dass den drei Abgeordneten der Freien Wähler nicht zu viele Sonderrechte als Fraktionslose eingeräumt werden. Dementsprechend distanziert äußerten sich Oppositionspolitiker zu seiner Wahl, wie Grünen-Fraktionschef Axel Vogel. Er habe Bischoff bislang nur als „Vorstopper der roten-roten Landesregierung“ erlebt, der sich selten in inhaltliche Diskussionen begebe, sagte Vogel. „Ich denke, das ist für einen Fraktionsvorsitzenden ein bisschen zu wenig.“

Bischoff sagt, er wolle „das Vermächtnis“ von Klaus Ness fortsetzen, was ein wenig geschwollen klingt. Dann betont er aber auch: „Ich bin ich.“ Und erklärt, was ihm „sehr, sehr wichtig“ ist: die Geschlossenheit der Fraktion. Die wird er brauchen. Die rot-rote Koalition hat nur drei Stimmen Vorsprung. Seine erste Aufgabe wird es sein, Abweichler in den eigenen Reihen zu überzeugen. Davon gibt es bei der Kreisgebietsreform einige. Vor der Sommerpause soll über die Leitlinien abgestimmt werden.

Sein Führungsstil dürfte sich von Ness unterscheiden, der gern den „Zuchtmeister“ spielte. Bischoff sagt, seine Linie sei „kollegial“ und „zielstrebig“. Er könne gut mit Menschen, so Bischoff und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Klaus Ness konnte das eher auf den zweiten Blick.“

Wert legt der Neue auf seine Familie, die er mehrfach erwähnt. Er sei ein Familienmensch und wolle das bleiben – trotz des neuen Jobs, in dem auch an Kabinettssitzungen teilnehmen wird. Auch das unterscheidet ihn von seinem Vorgänger Klaus Ness, ein „political animal“, der rastlos war und sich nie schonte.

Bischoffs Hobby ist zugleich sein Markenzeichen: ein roter B 1000 aus dem Jahr 1985, den er liebevoll „mein Genosse Barkas“ nennt. An dem schraubt er gern herum. Das Fahrzeug ist auch sein Bus im Wahlkampf. Der war bisher sehr erfolgreich. Vier Mal in Folge gewann er seinen Wahlkreis direkt.

Mike Bischoff ist verheiratet und schon dreifacher Opa. Seine Frau hat eine Tochter mit in die Ehe gebracht, die wiederum drei Kinder hat.

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Von Igor Göldner

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