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Brandenburg Der lange und kuriose Weg einer Flaschenpost
Brandenburg Der lange und kuriose Weg einer Flaschenpost
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14:55 18.04.2016
Absenderin aus Baruth, Finder mit Neuruppiner Wurzeln: Eine Flaschenpost nahm eine kuriose Reise entlang der norwegischen Küste. Quelle: dpa
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Potsdam

Der Name leitet in die Irre. Sørøya übersetzt sich „Südinsel“, dabei liegt das 811 Quadratkilometer große Eiland im hohen Norden, unweit des Nordkaps. In diesen Tagen zeigen die Thermometer dort zehn Grad minus, gerade hat es wieder geschneit.

Zehn Grad minus, gerade hat es wieder geschneit

Flaschenpost-Finder: Julian (5) und Helena (7). Quelle: Privat

Helena, 7, und Julian, 5, verdirbt das trotzdem nicht die Lust, am Strand zu spielen. Vor einer Woche machen die Kinder einer Brandenburgerin und eines Norwegers eine seltene Entdeckung: eine angeschwemmte Flaschenpost, mit Glitter und Schleife verziert, versiegelt mit Wachs. Aber das Spannendste ist ihr Inhalt, ein knapper Brief. „Der Finder dieser Flasche soll mir Glück wünschen. Dies wünsche auch ich dem Finder.“ „Schiff Ahoi“ grüßt die Absenderin, eine „Edith aus Baruth/Mark im Land Brandenburg“, die einen Glückspfennig beigelegt hat.

Als die Großmutter im fernen Krangen bei Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) von der Fundsache erfährt, wird sie den Gedanken nicht mehr los, diese Edith ausfindig zu machen. „Ich war sofort fasziniert von der Geschichte“, sagt Christl Damerow, 65. Wer hätte schon ahnen können, dass Ediths Brief in einer denkbar unwirtlichen Gegend ausgerechnet einer Familie mit märkischem Migrationshintergrund in die Hände fällt?

Neustart in Nordnorwegen

Anno 2001 trifft Christl Damerows Tochter eine Entscheidung, die ihr nicht leicht gefallen sein muss. Sie entschließt sich, nach Nordnorwegen auszuwandern, auf eigene Faust, der Arbeit wegen. „Die Arbeitsbedingungen“, erinnert sich Christl Damerow, „waren schlecht für junge Ärzte.“ Anders im finnmärkischen Hammerfest, dort sind Nachwuchsärzte gefragt. Also machte man der Tochter ein unwiderstehliches Angebot. Seither arbeitet sie in der 10.000-Einwohner-Stadt als Allgemeinmedizinerin. Sie lernt einen Kinderarzt kennen, er ist Norweger, sie verlieben sich und gründen eine Familie. Die Kinder wachsen zweisprachig auf, auf Sørøya kaufen sie sich ein Wochenendhaus.

Der Kontakt in die alte Heimat ist nicht abgerissen, gut zweimal im Jahr trifft sich die deutsch-norwegische Familie, auch wenn die Reise für Christl Damerow durchaus umständlich ist. Ihr imponiert, wie naturverbunden die Norweger leben, statt der Burg aus Sand bauen sie einfach eine aus Schnee.

1500 Kilometer durch den Atlantik

Die Glücksbotschaft einer Barutherin nahm eine gut neunmonatige Reise durch den Atlantik – zu den Enkeln einer Neuruppinerin. Quelle: Detlev Scheerbarth

Nachhaltig beeindruckt hat das Land auch Edith Ruden – die MAZ und ihre Leser haben die Absenderin der Flaschenpost ausfindig gemacht. Ein Facebook-Aufruf führte dank großer Resonanz zu dem entscheidenden Hinweis.

Es war im Sommer 2015, als Edith Ruden nach einer einwöchigen Schiffsreise zu Fjorden und Gletschern ihre Glücksbotschaft im Atlantik versenkte. Auf hoher See, irgendwo vor der Küste Bergens, um die 1500 Kilometer südwestlich vom Fundort entfernt. Ein Kreuzfahrtschiff bräuchte für die Strecke anderthalb Tage, die Flaschenpost nahm sich gute neun Monate Zeit.

Bis ans Nordkap? Die Absenderin aus Baruth/Mark (Teltow-Fläming) kann es kaum glauben, wie weit es ihr Brief gebracht hat. Eigentlich, sagt sie, sollte der Postweg in die andere Richtung gehen, nach Amerika. Doch diesem Wunsch kam der Golfstrom in die Quere. Vergessen wird Edith Ruden ihren Trip so schnell nicht. Diese Weite, diese Ruhe. „Man fühlt sich so winzig, ich bin immer noch begeistert.

Das umfasst auch die Tatsache, dass die Flaschenpost auf ihrer Fernreise vom Anfang bis zum Ende gewissermaßen eine märkische Angelegenheit blieb. Die jungen Finder möchten sich telefonisch für die Glückwünsche aus Brandenburg bedanken, sagt Christl Damerow. Und Edith Ruden träumt schon von der nächsten Kreuzfahrt.

Von Bastian Pauly

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