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Der mit dem Hirsch röhrt

Enrico Braun ist „Bester Hirschrufer“ bei den norddeutschen Meisterschaften Der mit dem Hirsch röhrt

Wer besser als Enrico Braun aus Alt Daber (Ostprignitz-Ruppin) röhrt, muss ein Hirsch sein. Denn am vergangenen Sonntag holte der 42-jährige Hobbyjäger zum dritten Mal den Titel „Bester Hirschrufer“ bei den norddeutschen Meisterschaften im mecklenburgischen Bollewick. Gerne würde den besten "Hirschrufer" Brandenburgs küren.

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„Alles eine Frage der Technik“, sagt Enrico Braun und lässt sein Instrument erklingen.

Quelle: Ruch

Alt Daber. Bereits 2010 und 2011 setzte Breun sich gegen die Konkurrenz durch; nur im letzten Jahr musste er sich knapp geschlagen geben. „Ich hatte schon zu Beginn meines Auftritts ein sehr gutes Gefühl“, kommentiert der erfahrene „Platzhirsch“ Enrico Braun seinen jüngsten Erfolg. Anfang Februar kommenden Jahres stellt er sich in Dortmund bei den deutschen Hirschrufmeisterschaften der Konkurrenz: „Ein Platz unter den ersten Sechs ist mein Ziel.“

Treffsicher ahmt Enrico Braun mithilfe vom dreiteiligen Kunststoffrohr Marke Hirschruf die verschiedenen Lock-, Droh- oder Kampfrufe des Rothirsches nach: Mit seinen täuschend echten Rufen vom jungen, mittelalten und alten Hirsch begann Braun seinen Wettbewerb in Bollewick. Dann brachte er noch einen Sprengruf über die Lippen; dabei hält sich der Platzhirsch einen Beihirsch vom Leibe. Mit dem Siegesruf eines Hirsches besiegelte Braun endgültig seinen Erfolg, ließ die sechs Nebenbuhler hinter sich und hielt dann den Wanderpokal in den Händen.

„Das alles ist eine Frage der Technik“, kommentiert der Champion bescheiden. Schon holt er wie zum Beweis Luft und setzt in tiefer Tonlage zum Ruf an; dabei leistet sein Kehlkopf ganze Arbeit. Bei geschlossenen Augen könnte der Zuhörer denken, ein echter Hirsch stehe in der Nähe. „Wenn ich viel übe, bin ich schnell heiser“, gibt Braun zu. Erst kurz vor dem Wettkampf in Bollewick kam er vom Angelurlaub aus Norwegen zurück: „Fische gab es kaum und es regnete, also habe ich mich auf die Meisterschaft vorbereitet.“ Und dieses Rezept ging auf.

Schon seit 13 Jahren ahmt der Hobbyjäger die Hirschrufe nach. Ein Fernsehbeitrag brachte die Initialzündung: Ein Jäger zog dabei mit einer Zinkgießkanne durch den Wald und imitierte den Hirsch im Liebesrausch. Zunächst studierte Braun ein Jahr zu Hause und ohne Publikum mithilfe einer CD die passenden Laute ein. Schon bei seiner ersten Pirsch als Hirschrufer stand er in Zwiesprache mit dem echten Platzhirsch.

„Besonders fasziniert mich dabei, wenn eine Unterhaltung entsteht und der Rothirsch auf meine Rufe antwortet“, freut sich der Hobbyjäger. Und gibt dabei einen wertvollen Tipp: „Wichtig ist, immer einen schwächeren Hirsch zu imitieren, sonst wird der Platzhirsch irritiert.“ Der Hirsch wird in der Brunft liebesblind und reagiert im Rudel nicht auf Lockrufe vom Jäger. Erfolgreicher ist die Zwiesprache, wenn der Hirsch allein unterwegs ist und das Kahlwild, so wird das weibliche Rotwild in der Jägersprache genannt, zum Beschlagen sucht, erklärt Braun. „Mein bester Jagdfreund Albrecht Wolter aus Mecklenburg ermutigte mich 2009, bei den norddeutschen Meisterschaften im Hirschrufen mitzumachen.“ Und schon ein Jahr später habe er das erste Mal gewonnen.

„Es gibt bestimmt auch in Brandenburg viele Jäger, die Hirschrufe nachahmen“, ist sich Braun sicher. Und schlägt vor: „Das wäre doch der Höhepunkt bei den alljährlichen Landesjägertagen in Paaren/Glien, wenn dort auch der beste Hirschrufer des Landes gekürt würde.“

Von Christamaria Ruch

Hirschrufmeister werden deutschland- und europaweit gekürt

Hirschruf-Champion in Deutschland ist derzeit Tasso Wolzenburg aus Nordrhein-Westfalen. Er wurde im Februar 2013 in Dortmund ermittelt. Unter den 20 Teilnehmern war der jüngste neun Jahre alt. Als einzige Frau röhrte Hildegard Zervos aus Köln. Sie kam auf den neunten Rang.
Amtierender Europameister ist der Tscheche Jan Brtník. Der Jäger gewann den Titel im Oktober vergangenen Jahres. Die Jury im litauischen Kaunas lobte seine „absolut naturgetreue“ Nachahmung von Rotwild. Bester Deutscher wurde damals Immo Ortlepp aus Wedemark bei Hannover. Er erreichte Rang 13.

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