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Der mit den Wölfen filmt

Sebastian Koerner bringt Wolfsrudel ins TV Der mit den Wölfen filmt

Tierschützer wollen mit sachlichen Argumenten die Angst vor Wölfen nehmen. Der Wildbiologe Sebastian Koerner setzt auch auf TV-Unterhaltung. Er hat in der Lausitz ein Rudel junger Wölfe gefilmt und die Sequenz für „Polizeiruf 110“ zur Verfügung gestellt.

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Quelle: dpa

Was ist Ihre Motivation, bei Krimi-Dreharbeiten mitzumachen?
Sebastian Koerner : Ich finde das total spannend. „Tatort“ oder „Polizeiruf 110“ greifen ja oft gesellschaftliche Themen auf. Ich finde es gut, dass die Wolfsthematik so nicht nur an die reinen Tierfilm-Gucker gebracht wird. Ich finde es toll, dass die Tiere durch meine dokumentarischen Aufnahmen für sich sprechen können. Mir ist schon klar, dass im Film natürlich auch das Unheimliche des Wolfs eine Rolle spielen wird. Das finde ich aber auch legitim. Es sind schließlich Tiere, die das Vermögen haben, sogar einen Menschen zu töten. Es ist ein Stück elementare Natur, die nach Deutschland zurückkommt. Da muss man sich mit den Ängsten beschäftigen.

Es gibt viele Projekte, die Informationen liefern, und viele Fürsprecher des Tieres. Was können Ihre Filme besser?
Koerner: Generell helfen gegen die Ängste nur Informationen. Man muss darstellen, wie viele Wölfe es wo gibt. Was sie machen, was sie fressen. Ein intensives Wolfsmonitoring ist enorm wichtig. Doch die Wissensvermittlung mit Tabellen und Fakten ist nur die eine Schiene. Die andere ist, den Menschen zu zeigen, was das für Wesen sind. Es ist wichtig, dass man die Wölfe für sich sprechen lässt und zeigt, wie sie sich verhalten, wie sie gucken, wie sie spielen. Ich habe bislang mit meinen Aufnahmen sehr positive Erfahrungen gemacht.

Wie zeigen Ihre Filmaufnahmen die Wölfe?
Koerner: Ein wildes Wolfsrudel ist eine Kleinfamilie mit Vater und Mutter als den einzigen beiden geschlechtsreifen Wölfen. Dann gibt es die Jungen aus dem letzten Jahr und aus diesem Jahr. Das ist ein Wolfsrudel – eine Familie. Da gibt es keinen, der an die Stelle des Vaters oder der Mutter will. Das ist wie bei uns: Die Eltern sollten das Sagen haben und die Eltern wollen nur das Beste. Sie wollen, dass die Kleinen groß und stark werden. Bei den Filmaufnahmen kommt deutlich rüber: Das sind freundliche Familienwesen und keine Einzelkämpfer.

Interview: Marion van der Kraatz

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