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Der schiefe Turm von Reichenwalde

Eine Stadt kämpft um ihre Kirche Der schiefe Turm von Reichenwalde

Der Schwamm sitzt im Gebälk, der Turm neigt sich: Der Jahrhunderte alten Feldsteinkirche in Reichenwalde (Oder-Spree) droht aus Sicherheitsgründen die Schließung. Das wollen die Reichenwalder, von denen 40 Prozent in der evangelischen Kirche sind, nicht hinnehmen.

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Einwohner von Reichenwalde (Oder-Spree) nahe Storkow stützen symbolisch den schrägen Turm der kleinen Dorfkirche.

Quelle: dpa

Reichenwalde. Dem Jahrhunderte alten Bauwerk droht eine Schließung aus Sicherheitsgründen. Ein Baugutachten listet zahlreiche Mängel auf. Weil in den tragenden Balken Schwamm ist, wird die Kirche seit vergangenem Dezember abgestützt. Der spätgotische Westturm wird immer schiefer.

Die Kosten für die nötige Sanierung liegen nach bisheriger Kenntnis bei etwa 436.000 Euro, wie Pfarrer Sven Tiepner sagte. „Wir wollen es nicht soweit kommen lassen, dass die Kirche baupolizeilich gesperrt werden muss.” Zur Rettung des Gebäudes hat sich Ende vergangenen Jahres ein Förderkreis gebildet. Unter dem Motto „Helft uns, bevor er fällt” wirbt er um Spenden. „Die Kirche ist wichtig für einen lebendigen Ort”, betonte Förderkreis-Sprecher Ernst Wolfgang Neumeister. Sie sei Treffpunkt für Jung und Alt in dem Ort mit rund 1100 Einwohnern.

Reichenwalde (Oder-Spree) sei eine lebendige Gemeinde, meint der Pfarrer. Mehr als 40 Prozent der Bewohner seien noch Mitglied der evangelischen Kirche. Zwar hofft die Kirchengemeinde auf Fördermittel und hat einen entsprechenden Antrag gestellt. „Aber auch wenn dieser Erfolg hat, müssen wir noch einen Eigenanteil von 25 Prozent aufbringen”, erklärte Neumeister.

Bislang hat die Gemeinde laut Pfarrer Tiepner etwa 20.000 Euro Spenden erhalten. Weiteres Geld soll bei der Kollekte gesammelt werden. Doch das wird nicht reichen. „Darum suchen wir nach neuen Ideen für Benefizveranstaltungen”, schilderte Neumeister. Auch weitere Mitstreiter seien immer willkommen - beispielsweise für das nächste Treffen des Förderkreises am Donnerstag (24. April).

Die Ursprünge der Feldsteinkirche reichen bis zum Ende des 13. Jahrhunderts. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde auf den massiven, gedrungenen Turm ein Fachwerkoberteil mit barocker Erneuerung gesetzt.

Für Brandenburg und Berlin gibt es den Förderkreis Alte Kirchen e.V., der sich für die Erhaltung und Pflege gefährdeter Kirchenbauten einsetzt. dpa

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